author stringlengths 1 44 | created int64 0 1.57B ⌀ | id int64 1.01k 1.71M | main_category stringclasses 6 values | profile_url stringlengths 25 68 | sub_category stringclasses 25 values | subtitle stringlengths 0 341 | text stringlengths 0 64.6k | title stringlengths 1 248 | url stringlengths 40 312 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
victrix | 1,390,061,940 | 1,111,554 | fuehlen | http://www.neon.de/user/victrix | liebe | ''Heute glaube ich, dass man nur dann gute Geschichten schreibt, wenn man sie fühlt, so ganz von innen.'' | Mein Herz ist in Gefahr,wenn es um diese Geschichte namens "Liebe" geht. Ich habe es mir nie leicht gemacht mit ihr. Früher hab ich immer versucht Geschichten anderer nachzuahmen, weil sie lebenswert und schön schienen. Irgendwann verstand ich, dass man nur glücklich werden kann, wenn man seine eigenen Seiten füllt. Aber auch das klappte bei mir nie.
Vielleicht wählte ich die falschen Protagonisten, den falschen Handlungsort oder schaffte es einfach nicht den Anspruch von Realität mit dem, von echten Gefühlen zu vereinen.
Nun, ich scheiterte also an meiner eigenen Geschichte.
Heute glaube ich, dass man nur dann gute Geschichten schreibt, wenn man sie fühlt, so ganz von innen. Nicht, wenn man sie zurecht rückt oder besonders schön machen will.
Diese Einsicht erlangte ich durch dich.
Du kamst - völlig falscher Protagonist,falscher Handlungsort,aber die Einheit stimmt.
Realität und echte Gefühle.
Der Ausgang ist ungewiss, aber nicht gestellt.
Vielleicht bist du mit unserer Geschichte noch nicht so weit wie ich.
Du musst die Handlung noch vorantreiben. Bitte.
Denn ich weiß schon, dass ich dich liebe.
Tags: liebe erfahren, liebe, geschichte von dir | Deine Handlung | http://www.neon.de/artikel/fuehlen/liebe/deine-handlung/1111554 |
HopefulHeart | 1,286,440,620 | 676,257 | fuehlen | http://www.neon.de/user/HopefulHeart | liebe | ...ist nicht immer begreifbar, nicht greifbar.
Sie ist alles und trotzdem auch nichts.
Sie kann alles bedeuten und doch bedeutungslos sein. | Für viele ist Liebe nur ein Gefühl. Etwas, das manchmal da ist und auch wieder verschwindet, etwas was man nicht steuern kann, etwas das bleibt oder nur von kurzer Dauer ist.
Die Liebe kann alles sein.
Ich glaube, niemand kann sich aussuchen in wen er sich verliebt und niemand kann sich wirklich sicher sein, dass daraus, aus dieser Verliebtheit, Liebe wächst.
Niemand weiß ob die Liebe, die wir gerade empfinden ewig halten wird oder ob sie irgendwann wie eine Stück Glas zerbricht, weil sie den Spannungen nicht mehr standhalten kann.
Die Liebe ist, und das vor allem, ungewiss.
Und auch wenn die Liebe nicht berechenbar ist, wenn sie nicht begreifbar und nicht greifbar ist, wenn sie alles ist und auch nichts und auch wenn sie so viel bedeuten kann und trotzdem bedeutungslos sein kann, so liegt es doch auch an uns, was wir aus ihr machen. Denn Liebe ist mehr als ein Gefühl.
Natürlich können wir uns dagegen sperren, die Liebe zu empfinden, die wir ja eigentlich in uns tragen. Natrülich können wir weiter gehen und natürlich können wir verdrängen und in uns begraben, was da eigentlich in unserem Herzen ist.
Wir können Mauern bauen, und die Liebe, Liebe sein lassen und somit im Glauben leben von nichts, nicht mal der Liebe, und niemanden abhängig zu sein. Wir brauchen die Liebe nicht. Was ist schon Liebe?! Ein Leben ohne Liebe ist einfacher. Denn es gibt keine Verletzungsgefahr, keine Ängste und keine Zweifel, keine Enttäuschungen. Wir leben in unserer Burg umringt von dieser riesigen Mauer und sind geschützt vor der Liebe.
Natürlich können wir uns der Liebe hingeben. Mit allem was wir haben, mit allen was wir sind. Uns hineinsteigern in die Liebe und in die Person, die wie lieben.
Wir können alles aufgeben und nur noch für die Liebe leben, wir können uns selbst verleugnen und uns selbst zu jemanden machen, der aus Liebe alles tun würde, der aus der Liebe heraus lebt und der mit jeder Faser seines Wesens für die geliebte Person da ist. Zu lieben gibt uns einen Wert, ohne diese Liebe sind wir schlicht nichts mehr wert. Wir verschwinden in der Liebe, wie in einem riesigen Meer. Wir verlieren uns, wie ein Boot das rettende Ufer verliert, wenn es in einen Sturm gerät.
Natürlich können wir lieben und trotzdem unser Leben weiterführen. Die Liebe teilhaben lassen an unserem Leben, aber nicht zu viel. Zu groß wäre die Einschränkung, zu schwierig wären die Kompromisse, zu viel müsste mit jemandem geteilt werden und zu viel müsste man von sich preisgeben.
Die Liebe soll da sein, aber sie darf nicht zu viel sein. Die Liebe sollte im besten Falle abrufbar sein, dann wenn sie gebraucht wird, dann wenn Zärtlichkeit, Sex oder gute Wort benötigt werden. Aber nur dann wenn wir es wollen, nicht einfach so. Sie soll kein Anhängsel sein, das uns womöglich noch einschränkt und behindert, das uns hindert Spaß zu haben und zu probieren, zu spielen.
Natürlich können wir lieben und der Liebe Raum geben in unserem Leben. Dabei nie den Blick für uns selbst verlieren, aber den geliebten Menschen nicht aus den Augen lassen. Unser Herz kann mit Liebe gefüllt sein, diese Liebe kann stark sein und trotzdem zwingt sie nicht, beherrscht sie nicht. Die Liebe ist wichtig und wird gebraucht, doch trotzdem ist da Raum für mehr. Raum der gefüllt werden kann mit anderen Dingen. Die Liebe bleibt. Sie vergeht nicht und ist da, jeden Tag. Wir leben mit dieser Gewissheit und wir lieben diese Gewissheit und diese Liebe. Wir können wir sein und sind doch für einen anderen da. Verschmelzen mit ihm, nie ganz, aber ein bisschen. WIe zwei Kreise, die sich schneiden, aber trotzdem noch für sich selbst zu erkennen sind.
Die Liebe ist etwas in uns, machmal schläft es, manchmal ist es so allgegenwärtig, dass es weh tut oder unendlich glücklich macht. Manchmal ist Liebe grausam, manchmal einfach nur unbeschreiblich schön.
Die Liebe kann alles sein. Sie ist in uns, vielleicht hinter Mauern, vielleicht ist sie nur ein kleiner Teil von uns, manchmal da, manchmal nicht, vielleicht ist sie alles was wir haben und alles was wir brauchen, vielleicht ist sie präsent, aber nicht übergreifend.
Es kommt auf uns an, was die Liebe ist.
Die Liebe ist letztendlich die Liebe und das ist was sie ausmacht. Sie ist mehr als ein Gefühl und mehr als alles andere. Sie ist die Liebe und gibt der Welt ihren Rythmus.
Und wenn wir auch niemanden lieben, wir lieben die Liebe, irgendwie, jeden Tag, selbst wenn wir es nicht merken. | Was die Liebe ausmacht... | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/was-die-liebe-ausmacht/676257 |
dianacarol | 1,518,088,260 | 1,688,205 | wissen | http://www.neon.de/user/dianacarol | ausbildung | Interviewing is a process conducted to select the required students. It is not necessary that a student. | After filling a long-term application form a student manages to successfully clear the first stage. Then the second step of the selection process is conducting interviews that lead to the final selection of the best-suited students for the institution. This is a crucial step and students at this level are new to all, so they need proper guidance. They need to put extra effort into the interview.
Basic Research:
The first and the foremost way is to do some basic research. There are always questions that are always been asked. The best way to tackle is to ask questions, then write and arrange for the answer and lastly practice. This will help you out in the future.
Research about the institution:
Proper research about that institution is another important factor. A student is motivated and interested. All the data available on the websites are useful in this regard along with this social media can also be used as a LinkedIn.
Identify QBQ's:
QBQ's stands for question behind. When an interviewer is asking for a question on the basis of some factors like abilities, passion/interest and fit. Once the student is ready to answer the question, he/she will be asked to answer.
Do not beat around the bush:
Interviewers have nothing to do with long and subjective answers. They require short and crisp answers that compromise some real-time facts and objectivity. Short answers do not mean yes or no but a little and specific detail is enough.
Dress properly:
"First impression is the last impression". This is such a cliché but it's so true. Your appearance and dressing show how much motivated and serious you are. Always follow the dress is compulsory or not. Do not overdress yourself especially in case of females.
Proper Arrangement of Documents:
A student must arrange his / her documents in chronological order. It wants to make it easy for the interviewer as well as you in finding the required document. It wants to eliminate the effect of anxiety and panic.
Sit properly:
There are certain ways to sit together and follow each other. It, therefore, wants to reflect on how much serious you are about the interview and admission. Do not try to overdo it just stay calm.
Confidence is the key element:
Confidence is the base of everything. If a student is confident and believes in himself then he is ready to nail the interview. A self-confident person has the ability to control his emotions and feelings.
Be Real:
One of the major purposes of an interview is to judge the student as it is quite possible that the application has been filled by some other person. Always try to be real and be yourself because you can fake it in a question or more.
Review your application material:
Always review your answers. 50% of the interview is based on that. So, always fill application by yourself in case your response is not even then you want to know what you have written in it and you can defend that.
Conclusion:
The students whose applications have been to the second stage of recruitment and that is to an interview process. Interviews on the basis of different factors like their physical appearance, confidence, dressing, mental presence, etc. Students at this stage of their life have many interviews paying attention to some key elements in their college interview. Hard work always pays off and in today's competitive environment If one wants to achieve something then they can do so.
Author's Bio:
The author of this article is Diana Carol. She has gracefully used her skills of
research paper writing help
in the field of education and helped the youth in grabbing the opportunity in the best possible manner. | 10 Ways to Nail your College Interview | http://www.neon.de:80/artikel/wissen/ausbildung/10-ways-to-nail-your-college-interview/1688205 |
SebastianBenn | 1,135,014,240 | 637,949 | freie-zeit | http://www.neon.de/user/SebastianBenn | literatur | Ilse Aichinger berichtet von Erlebnisgarantien im Schatten der Geschichte | Die Suche nach der neuesten Veröffentlichung der österreichischen Autorin Ilse Aichinger erweist sich mitunter als nicht unproblematische Angelegenheit – zumindest in einer größeren Berliner Buchhandlung. So führt der Weg den potentiellen Leser wider Erwarten vorbei an Romanen, Erzählungen oder Lyrik, auch an geisteswissenschaftlichen Essays. Nahezu versteckt ist das schmale, knapp 200 Seiten starke Bändchen unter der wenig beachteten Rubrik Reiseliteratur einsortiert. Dieser Umstand mag sich vordergründig ob des explizit auf „Reisen“ verweisenden Titels aufklären. Allerdings nur teilweise, ist doch von „Unglaubwürdigen Reisen“ die Rede. Literarische Reisebeschreibungen jedenfalls beruhen auf meist tatsächlich stattgefundenen Fahrten in die Ferne, die im Anschluss subjektiv ausgestaltet werden. Es findet ein Wechselspiel zwischen Fakten und Fiktionen, zwischen Authentischem und Kolportiertem statt. Allerdings erheben all diese Schilderungen den ausdrücklichen Anspruch auf Glaubwürdigkeit. Nicht so Aichingers kurze und ursprünglich in der Wiener Tageszeitung „Standard“ veröffentlichte Kolumnen.
Die inzwischen 84jährige Grande Dame der österreichischen Nachkriegsliteratur bricht in ihren Texten sprachlich festgefahrene Definitionen und kulturell konventionalisierte Deutungsmuster auf, schafft sich selbst einen eben nicht verbindlichen Bedeutungsrahmen, ihre eigene poetische Autonomie. Und diese verweigert sich einer vorgegebenen, einer nur eindimensional erklärbaren Welt und Wirklichkeit. Bereits in dem dreißig Jahre zurückliegenden Aufsatz „Schlechte Wörter“ heißt es sprachskeptisch: „Definieren grenzt an Unterhöhlen und setzt dem Zugriff der Träume aus.“ Folglich lasse der „bisherige Sprachgebrauch“ eine „Entscheidung da, wo es sich nur mehr um eine Möglichkeit handelt, nicht zu.“
Und so handelt es sich bei den jüngst unternommenen Reisen Aichingers auch nicht um solche, die allenfalls den Erwartungshorizont der Reisenden bestätigen: „Wenn einer eine Reise tut, so kann er nichts erzählen (...) Wieder nur ich selbst.“ Die „unglaubwürdigen Reisen“ verleiten die Erzählerin stattdessen dazu, „immer dieselben Wege zu gehen oder dieselben Strecken zu fahren. Die Qualität der Entdeckungen wächst, bringt Ruhe und neue Aufbruchsmöglichkeiten.“ Ausgangspunkt der einzelnen Expeditionen ist Wien, genauer das Kaffeehaus Demel. Von dort imaginiert sich die Schreibende an verschiedene, ihr bekannte Schauplätze, aber auch an nie wirklich bereiste Orte, zu vertrauten und meist schon verstorbenen Familienmitgliedern und Freunden. Das Resultat ist ein assoziativer und unaufgeregt-berührender Streifzug durch das vergangene 20.Jahrhundert und durch seine wechselvolle Geschichte, ein ungeordnetes Erinnern und planloses Aufbrechen zur eigenen Biographie: Grenzen werden spielerisch überwunden, das Ferne wird in die Nähe gerückt, die Reise zum innerlichen Vorgang.
Die Geburt als erste und zudem unfreiwillige Reise findet ebenso ihren Platz wie Spaziergänge mit dem schizophrenen Kindermädchen zur Linzer Irrenanstalt, Exkursionen in die verschiedenen Bezirke Wiens und zu diversen Wohnhäusern der Kindheit. Es folgen Fahrten nach Mähren, New York, Shanghai, ins geliebte England, in den Kaukasus oder auf die Hochsee: „ein Ort ohne Heimatort“. Andere Reisen führen zur Routineuntersuchung ins Krankenhaus, ins Kino und über die Donaubrücken. Es gibt aber auch Ausflüge in konkrete Zeiträume wie „das Wintersemester 1945/46“ oder in Zustandsbeschreibungen wie „die Langeweile“ oder einfach „fort“.
All diese Unternehmungen haben ihren Ausgangspunkt nicht in langen Planungen, in keinen ausgiebigen Reisevorbereitungen. Plötzliche Assoziationen, Stimmungen, Gedankensplitter, aufgeschnappte Äußerungen, auch Jahreszeiten und tagesaktuelle Bezüge stellen Basis und Ursprung der Kaffeehausnotizen dar. Zahlreiche handschriftliche Faksimiles dokumentieren die nahezu druckreife Entstehung der bisweilen auf Postkarten, Speiseplänen und Briefumschlägen verfassten Geschichten. Und sie unterstreichen eindrucksvoll das Verlangen, unvermittelte Eingebungen sogleich festhalten zu wollen. Die Qualität der anderthalb Seiten langen Texte liegt in ihren zielsicheren Gedanken- und Zeitsprüngen, im Abschweifen und Ausholen, Entlanghangeln von Detail zu Detail ohne den inhaltlichen Überblick zu verlieren und ohne es zu versäumen, an den gedanklichen Ursprungsort pointiert zurückzukehren. Inhaltliche Wiederholungen und Verknüpfungen verkommen nicht zur plumpen Redundanz, weil Blickwinkel und Perspektive stets variiert und jeder Text andere Bedeutungsakzente setzt. Zitate aus prominentem Munde – etwa aus dem Hofmannsthals oder Grillparzers - reichern die kleinen Textgebilde an, fungieren als Reibungspunkte und Argumentationsstützen.
Dass es in den Beschreibungen nicht um das planmäßige Abklappern attraktiver Reiseziele und touristischer Sehenswürdigkeiten gehen kann, macht die Erzählerin vor allem dann greifbar, wenn sie ihre Ausführungen mit allgemeinverbindlichen Phrasen aus einschlägigen Marco-Polo– oder Merian-Reiseführern vermengt und diese knapp kommentiert: „Für Shanghai wird ‚Erlebnisgarantie’ geboten, für heute, morgen und übermorgen. Weshalb nicht für gestern?“ Die „Erlebnisgarantie“ Aichingers ist eine weniger positiv konnotierte. Sie betrifft immer wieder das Motiv des „Verschwindens“, vor allem jenes „Fortgehen“ Wiener Juden, das weniger mit dem Überleben durch Emmigration als mit der Deportation nach Osteuropa und der dortigen Ermordung verknüpft ist: „Aber das Ende des Dr. Weisselberg in einem der vielen Vernichtungslager macht sein freundliches, fast devotes Lächeln zum Menetekel.“
Sind im ersten Teil des Buches geographische Verortungen Grundlage des subjektiven Erinnerns, so ist in den letzten 70 Seiten der Blickwinkel größtenteils auf einzelne Weggefährten gerichtet, auf jene, die im Bewusstsein der Erzählerin als Schatten präsent bleiben, sie immer wieder heimsuchen, in unterschiedlichen „Landschaften“ auf- und abtauchen: „Menschen, die am Rande stehen, die nicht in Zeitungen oder auf Partys glänzen. Nur sie bleiben in Erinnerung, sie mit ihren Sterbensarten.“ Solche Schatten sind dann der Literaturwissenschaftler und Herausgeber von Aichingers Gesamtausgabe Richard Reichensperger oder aber der „arme“ Thomas: „Jetzt wird der Herbst kühler, die Schatten wachsen, aber ihre Spiele werden auch der neuen, kälteren Jahreszeit standhalten. Thomas Bernhard ist wieder unterwegs.“
Das sprachliche Stöbern Aichingers in plötzlich auftauchenden und vor dem Verschweigen bewahrten Erinnerungen, der Verzicht auf schwülstiges Pathos und aufgesetzte Larmoyanz bewahren die Autorin vor dem Schicksal so manches Kollegen: nämlich ein verkitschtes Spätwerk zu produzieren. Die Kürze, Prägnanz und Eindringlichkeit der von ihr geschaffenen Momentaufnahmen laden vielmehr ein: zur eigenen Reflexion und dazu, sich selbst auf die Reise zu machen – eine unglaubwürdige freilich.
Ilse Aichinger: Unglaubwürdige Reisen. Herausgegeben von Simone Fässler und Franz Hammerbacher. Frankfurt am Main 2005. S. Fischer Verlag. 17,90€. | Die Ferne ganz nah | http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/die-ferne-ganz-nah/637949 |
AnDich | 1,361,902,920 | 994,034 | fuehlen | http://www.neon.de/user/AnDich | liebe | Meiner ist wie Urlaub. Es beginnt zu regnen. Wasser dringt in Wasser. | Wie fühlt sich dein Rausch an?
Meiner
ist wie Urlaub. Du bist auf einem Schiff auf hoher See und du siehst
Wolken aufziehen. Es beginnt zu regnen. Die Tropfen platschen aufs
Wasser und hinterlassen diese Ringe auf der Meeresoberfläche. Wasser
dringt in Wasser und alles was bleibt sind Wellen. Diese verschwindend
kleine Bewegung, die ein Tropfen hinterlässt, ist redundant angesichts
der vereinten Kraft eines Regenschauers. Der Moment ist zu intensiv und
lieblich-grausam, um ihn zu halten.
Du stellst dir vor, wie der
Regen für die Fische klingt, nun da der Schauer zum Sturm angewachsen
ist. Und du stellst fest, dass ihr so verschieden seid. Du und die
Fische. Obwohl im gleichen Moment, bist du doch in der Spiegelwelt all
des Lebens auf der anderen Seite der brausenden Oberfläche.
Vielleicht
suchst du nach einer Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen, um
herauszufinden wie die Fische den Regen wirklich hören. Vielleicht
nimmst du deinen Mut zusammen, lässt dein Leben hinter dir und springst
ins Naß. Und dann vielleicht weißt du, wie der Regen unter Wasser
klingt. Du hast deine Existenz aufgegeben und eine Antwort gefunden aus
dem Leben eines anderen Wesens. Vielleicht war es das Wert.
Tags: Sehnsucht, Rausch | Wie fühlt sich dein Rausch an? | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/wie-fuehlt-sich-dein-rausch-an/994034 |
init-admin | 1,294,826,220 | 678,092 | fuehlen | http://www.neon.de/user/init-admin | freundschaft | Der Kumpel unseres Autors war auf einem obskuren Selbstfindungsstrip und wollte von ihm nichts mehr wissen. Ein Rettungsversuch per Post. | Mein lieber Freund | http://www.neon.de/artikel/fuehlen/freundschaft/mein-lieber-freund/678092 | |
funnyface | 1,502,447,640 | 1,665,116 | freie-zeit | http://www.neon.de/user/funnyface | musik | Also tanzen wir ... | Und tauchen ein in diesen Moment. Der in deinen Beinen
beginnt und sich bis in die Fingerspitzen fortsetzt. Klänge, so
rhythmisch, dass du dich auf ihnen betten kannst. Melodien so fein, wie
ein Schleier so leicht, die dich fortwehen. Dir kleine Töne auf die Haut
tröpfeln, sodass du Gänsehaut bekommst. Du nimmst sie kaum wahr aber
sie sind da. Da ist Bass, der dir durch die Ohren pocht, sich vibrierend
an dein Herz vorarbeitet und eins damit wird. Dir das Gefühl gibt, dass
es jeden Moment aus deiner Brust springen wird und wenn du noch einen Moment länger stehen bliebst, würdest du ersticken oder zu Stein
erstarren. Manchmal provozierst du es auch, hältst den Impuls zurück und
lässt die Musik in dir aufsteigen. Weiter, weiter, noch ein bisschen. Bis.Es.Einfach.Nicht.Mehr.Geht --------- und du tanzt. Bass muss Liebe sein. Da sind Off-beat Rhythmen, die du zu heilen versuchst, Pausen, in denen du geduldig, sehnsüchtig wartest, bis er wieder
einsetzt und dich dann hängen lässt. Katz und Maus mit dir spielt und
dich trägt, wohin du nur willst. Stimmen, die dich schmelzen lassen. Akkustik, die dich zu Tränen rührt und in alle Himmelsrichtungen
zerstäubt. Das freche Gefühl einer E-Gitarrensaite, das dir
schmerzhaft-schön in den Ohren klingt. Die Anmut der Violine. Das Badboy-Image eines Schlagzeugs. Kühle, königliche Klaviertasten, die Wärme und Zuhause in dir auslösen. Du nimmst deinen Herzschlag als Metrum und lässt deine Seele dir etwas
vorsummen, lässt deinen Körper dein Instrument sein. Wenn alle deine Muskeln, Sehnen und Sinne zusammenspielen. Zusammen spielen. Dich
loslösen von allem, nur nicht dir selbst. In diesem Moment. Darum
tanzen wir. | BASS MUSS LIEBE SEIN | http://www.neon.de:80/artikel/freie-zeit/musik/bass-muss-liebe-sein/1665116 |
Bulante | 1,114,708,200 | 636,245 | freie-zeit | http://www.neon.de/user/Bulante | musik | „God is a DJ“, verkündeten Faithless einst. Nun trachten die britischen Dance-Floor-Pioniere mit „No Roots“ endgültig nach dem Beat-Olymp. | Faithless in Concert
Düsseldorf, 22.11.2004
Maxi Jazz hält seinen linken Arm empor, den Zeigefinger zur Decke weisend. Einige Sekunden Stille, dann taucht die Phillipshalle in ein helles Grün – die Farbe der Hoffnung. “Düüüüüsseldorf. We come...“, hallt die charismatische Stimme des britischen Sängers durch den Raum. Die Menschen in der gut besuchten Halle stimmen mit ein, strecken ihren Zeigefinger in die Luft und vervollständigen den Chorus mit einem kollektiven “One“. “Wir sind eins. Egal welche Hautfarbe ihr habt, wie ihr ausseht und an welchen Gott ihr glaubt“ – mit diesen Lyrics scheinen sich Faithless nach rund 90 Minuten spektakulärer Liveshow vom Publikum zu verabschieden. Doch sie kommen wieder, geben drei weitere Tracks zum Besten und bedanken sich erneut für die Unterstützung der Fans: “I thank you from the bottom of my heart – really “, ruft Maxi Jazz zum Abschied ins Mikrophon und schreitet von der Bühne.
Der Auftakt zur “No Roots“- Deutschlandtour ist gemacht und einmal mehr bestätigt sich, dass die britische Formation zur Elite des europäischen Dance-Acts gehört: Fast ohne Unterbrechung spielen Faithless an diesem Abend – die sonst üblichen Pausen zwischen den Songs füllt die achtköpfige Liveband mit instrumentalen Parts, die die einzelnen Tracks in einander überfließen lassen. Wie auch die aktuelle Platte “No Roots“ ist das Konzert eine Einheit – und der Mix aus altem und neuem Material sorgt dafür, dass sowohl die Miss Sixty-Generation als auch Old-school-Yuppies an diesem Abend Faithless feiern.
Vor allem die Lichtshow trägt dazu bei, die verschiedenen Stimmungen der Songs erzeugen: In einem weißen Lichtkegel stehend, wirkt Leadsänger Maxi Jazz fast andächtig – dann verkündet er ins Mikrophon: “This is my church [...] Respect, Love, Compassion“. Selbst die sitzenden Faithless-Jünger sind anschließend kaum noch auf ihren Stühlen zu halten und tanzen zu den Beats vom Faithless-Hit “God is a DJ“. Zu einem weiteren Highlight der Show gehört die Performance zu “Insomania“. Bei jedem Riff des Gitarristen erblüht die Halle in einem fast psychedelisch wirkenden Grün – “Spacig!“, wie ein Herr mit ergrautem Bart, ausgebeultem Trenchcoat und gelben Sneakers neben mir befindet.
Während Sister Bliss an den Keyboards kaum eine Auszeit vergönnt ist, schafft LSK mit seiner markanten Stimme einige Verschnaufpausen für den engagierten Maxi Jazz. “Love lives on my street“ singt LSK, während die Lichter einen warmen Sommertag zu kreieren scheinen. Das sein Beitrag prägend für das “No Roots“-Konzept war, zeigt sich auch darin, dass LSK während seiner Show aus der Position des Background-Sängers in die des Leadsängers wechselt und Maxi Jazz für kurze Zeit aus dem Rampenlicht tritt. Jedes Bandmitglied rückt durch Solos einmal für kurze Zeit in die Wahrnehmung des Publikums – und vor allem die Backgroundsängerin überzeugt mit ihren Vocals zum Titeltrack “No Roots“, bei dem sie Didos Gesangs-Part der Studioaufnahmen übernimmt.
Das “No Roots“-Konzert ist Inbegriff einer (fast) perfekten Show, bei der die Kombination aus dynamischer Performance und ausgefeilten Lichteffekte überzeugen. Und so schreitet das Publikum mit Faithless’ Message nach Hause: “Look out for each other. – We Come…One!”
"Wichtige Links zu diesem Text"
http://www.faithless.co.uk | We Come...One! | http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/musik/we-come-one/636245 |
lachicaqueescribe | 1,490,524,920 | 1,644,975 | fuehlen | http://www.neon.de/user/lachicaqueescribe | liebe | English translation of my first sensual poem.
Contains mistakes. But they are made by intention. | You & Me.
In London.
Rain.
We're walking.
Black Cabs & Red Buses.
Kisses & Hugs.
Love & Friendship.
Thrill.
We're running.
In the Hotel.
Tension.
We're lying.
Kisses & more.
Black Underwear & Red
Candlelight.
In the bathroom.
Splash.
We're standing.
Skin &
Nakedness.
Red Shower Gel & Black Tiles.
In the car.
Rattle.
We are sitting.
You & me.
Black Leather Seats & Red Lipstick.
Melodies.
We're listening to
"Red Roses" & "La
Camisa Negra."
At the restaurant.
Tinkle.
We're eating.
Black Oysters & Red Wine.
Words & Gazes.
At the amusement
park.
Wind.
We're racing.
Adrenaline & Euphoria.
Black Belts & Red Flashlights.
At
the sauna.
Steam.
We relax.
Lust & Abstention.
Red lights & Dark Starry Sky.
At the pool.
Splash.
We're freezing.
Nature & Wellness.
Black curls & Red Cheeks.
In the club.
Roar.
We're dancing.
Party & Shyness.
Red Dress & Dark Beats.
In the forest.
Snow.
We're hiking.
Adventure & Pain.
You are brave.
Black Sea Bath & Red Blankets.
At the cinema.
Play.
We're silent.
Red Curtains & Black Screens.
Dreams & Desire.
At the massage
parlour.
Release.
We're enjoying.
Expectations &Touches.
Tags: Ich, Freundschaft, Dates, Lyrik, Vergangenheit, Zukunft, Gegenwart, Heute, Morgen, Leben, Leidenschaft, Versuchung, Depression, Krankheit, Verlangen, Ungewissheit, Unsicherheit, Mut, Scheu, Besonders, Fantasie, Fiktion, Love, Adults | You & Me. Places. Feelings & Stories. | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/you-me-places-feelings-stories/1644975 |
Richard_at_Neon | 1,343,076,960 | 914,111 | fuehlen | http://www.neon.de/user/Richard_at_Neon | liebe | Dabei vergesse ich dann, was ich eigentlich vorhatte und ihr ist einfach nur egal, was sie vorhatte. | Manchmal wache ich nachts auf, weil sie so heiß ist, ich
aber trotzdem meine Finger nicht von ihr lassen kann und will, dass ihr nackter
Arsch meinen Schwanz berührt, wenn wir schlafen. Die Wörter „dauer geil“ haben durch
sie eine reale Bedeutung für mich bekommen.
Morgens schaue ich ihr gerne dabei zu, wie sie sich anzieht
und dabei denkt, dass ich in ihrem Rücken schlafe. Ab und zu dreht sie sich
ruckartig um, als würde sie bemerken, dass ich mich schon jetzt darauf freue,
jedes einzelne Kleidungsstück – vom Pulli bis zum schwarzen Spitzenslip –
wieder auszuziehen. Daraus haben wir unser eigenes, kleines Ritual an jedem
Abend, den wir miteinander verbringen, gemacht: Musik im Schlafzimmer
aufdrehen, ganz nah beieinander stehen und sich gegenseitig nackt machen.
Bevor sie geht, hinterlässt sie kleine Botschaften in der
Küche oder im Bad und weil ich von ihnen weiß, schlafe ich nicht mehr so lange,
wie ich eigentlich könnte, weil ich es kaum abwarten kann, zu lesen, was ihr
diesmal durch den Kopf ging, als sie meine Nachbarn von gegenüber vom Balkon
aus und mit Kaffee in der Hand und in dem roten Korbsessel sitzend beobachtet
hat.
Der Typ mit dem roten
Schlafzimmer braucht unbedingt Vorhänge. Und die Hände hat er sich auch nicht
gewaschen, bevor er sich das Brot geschmiert hat…
Von der Arbeit aus schickt sie mir langweilige Bilder. Was
sie isst, was sie sieht, wenn sie aus dem Bürofenster schaut, von den Menschen,
mit denen sie in ihrer Mittagspause die Straße überquert. Bei jedem Anderen
würde ich sagen, er solle den Schrott für sich behalten, aber wenn ich sehe,
dass sie mir ein neues Bild geschickt hat, gehen meine Mundwinkel unweigerlich
nach oben. Überhaupt muss ich vielmehr lächeln, seitdem sie aufgetaucht ist.
Für meine Freunde erfindet sie neue Namen, damit wir auch in
ihrer Gegenwart über sie lästern können und wenn sie von mir spricht, benutzt
sie immer Tiernamen mit Verniedlichung. Neulich begrüßte mich eine ihrer
Freundinnen mit
Äffchen
. Ich musste grinsen, als ich sie neben mir stehend anschaute,
sie verzog keine Miene.
Wenn wir uns zufällig tagsüber auf der Straße begegnen,
begrüßen wir uns mit nem Handshake, den sie sich für uns ausgedacht hat. Danach
ist ihr erster Satz:
„Ich habe keine
Zeit.“
Und ihr zweiter:
„Trinken wir
einen Kaffee zusammen?“
Dabei vergesse ich dann, was ich eigentlich
vorhatte und ihr ist einfach nur egal, was sie vorhatte. Und wenn wir dann im
Cafe nebeneinander sitzen, sprudelt es nur so aus ihr heraus. Wie ihr Tag war,
was der oder die gemacht hat, was sie jetzt und gleich machen will. Mein Leben
kommt mir im Vergleich zu ihrem so unspektakulär vor. Und wenn sie dann so
erzählt, lachen ihre Augen und ihre Sommersprossen tanzen auf ihrer Haut,
während sie wild gestikulierend ihren Worten noch mehr Ausdruck verleiht.
Aber ich bin froh, dass ich auch eine andere Seite an ihr
kennenlernen darf. Jeden Tag ein Stückchen mehr. Zum Beispiel mag sie ihre
Beine nicht, auch wenn sie das nie gesagt hat, weiß ich es. Sie trägt immer Strumpfhosen – im Winter dicke, im Sommer dünne.
Ob das nur mir auffällt? Wenn sie abends nochmal aufs Klo muss, wartet sie
solange bis sie es kaum noch aushält, weil sie weiß, dass ich ihr beim
Aufstehen auf ihre Beine starren werde oder primär auf ihren Arsch. Den mag
sie aber auch nicht. Ich finde die kleinen, fast schon feinen Dellen auf der
oberen Hälfte ihrer Schenkel gleich unter ihrem festen Arsch erwachsen.
Schließlich ist sie keine 15 mehr, geht straff auf die 30 zu.
Manchmal erzählt sie von früher. Von ihrem Vater, dem
Alkoholiker, und ihrer Mutter, der sie es nicht recht machen kann oder jemals
konnte. Von ihrer Oma, die viel zu früh gestorben ist, ebenso wie ihre
Schwester, die Ältere, keine von den vier Jüngeren. Selten auch von ihren
Ex-Freunden und dass sie sich nicht mehr daran erinnern kann, wann sie das
letzte Mal ein ernst gemeintes
Ich liebe
dich
gehört hat und ob überhaupt mal. In ihren Augen sehe ich dann so etwas
wie Sehnsucht und spüren kann ich diese auch, denn meine Hand drückt sie dann
ganz fest, um gegen die Tränen, die in ihren Augenwinkeln brennen, anzukämpfen.
Schmerzumleitung
nennt
sie das. | Schmerzumleitung nennt sie das | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/schmerzumleitung-nennt-sie-das/914111 |
huskeygirl | 1,344,095,520 | 918,970 | fuehlen | http://www.neon.de/user/huskeygirl | liebe | Über das Entblößen der Seele und das danach. | So oft war ich in deiner Gegenwart unbekleidet, doch nun steh ich zum ersten Mal nackt vor dir, mit Schamröte im Gesicht.
Es war wie ein Donnerschlag, als meine Mauern zusammenbrachen und meine letzten Hüllen fielen, als ich meine Seele entblößte und dich bat mich zu lieben.
Doch du liebst mich nicht.
Meine Hoffnung starb.
Ich starre fassungslos auf mein Herz in deiner Hand.
Es schlägt noch, weil du es pulssynchron zusammendrückst.
Mein Blick schweift auf die Blutlacke zu deinen Füßen.
So gerne würde ich mich jetzt darin ertränken.
Dann schläfst du mit mir, wie du es immer getan hast.
Ich will dich ganz tief in mir spüren, eins mit dir sein.
Du atmest mich ein und atmest mich aus und jeder deiner Atemzüge fühlt sich an wie ein Dolchstoß, scharfkantig und stumpf, mit dem du meine Seele in tausende Stücke zerteilst.
Ich liege da, blutend, verletzt.
War das nun unsere finale Schlacht?
Ich hoffe nicht. | Nackt. | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/nackt/918970 |
justanotherpicture | 1,350,643,740 | 944,279 | fuehlen | http://www.neon.de/user/justanotherpicture | liebe | Wie der Konjunktiv unser Denken beherrscht | Manchmal
sitzt du in der Uni und denkst, dass deine Sitznachbarin da vorne ein ganz
schön gutes Referat hält. Bewunderst ihr selbstsicheres Auftreten, ihre präzise Sprache. Mit Grausen erinnerst du dich dann an dein letztes Referat, eine schludrige Drei, weil du so nervös und schlecht vorbereitet warst
und die du nur bekommen hast, weil der Dozent dich ein bisschen mag. Aber
eigentlich stellt das kein Problem dar, denkst du, denn wenn es darauf ankäme,
wenn es so richtig wichtig wäre, dann könntest du dich auch konzentrieren und
recherchieren, dann wärst du mindestens genauso gut wie die da vorne - wenn du
nur wolltest.
Ab
und an sitzt du im Büro und staunst über den Erfolg deiner Kollegen. Mit welchem
Elan sie ihren Aufgaben nachgehen. Wie gut gelaunt und erholt sie jeden Tag aussehen. Sie werden befördert, ihnen werden verantwortungsvolle Aufgaben
aufgetragen - dir nicht. Alles gar kein Problem, denkst du, das könntest du
auch, die wichtigen Präsentationen, die Besprechungen mit dem Vorstand, die
Geschäftstermine im Ausland, gelegentlich etwas früher ins Bett gehen, morgens
eine Bahn früher nehmen – wenn du nur wolltest.
Von Zeit zu Zeit triffst du dich mit einem Freund und ihr
erzählt von vergangenen Tagen und alten Zeiten und ihr lacht und schwelgt in Erinnerungen und dann zündest
du dir eine Zigarette an und er nicht. Weil er aufgehört hat mit dem Rauchen.
Du würdest ihn ja bewundern, denkst du dir, aber so viel ist da auch nicht
dabei, du selbst hast
auch schon zweimal
aufgehört, das sagst du ihm, und dann ziehst du an deiner Zigarette und hustest,
aber der Husten kommt bestimmt von dem Herbstwetter und schließlich könntest du
auch jederzeit wieder aufhören – wenn du nur wolltest.
Hier und da ertappst du dich dabei, wie du alte Fotos von
S. anschaust. Von euch, von früher. Du blätterst durch Fotoalben und fährst mit
einem Finger behutsam über das Gesicht von S. und dann merkst du, was du gerade
getan hast und schüttelst den Kopf und musst über dich selbst lachen.
Manchmal
denkst du an S. und glaubst, es würde dein Herz zerreißen.
Dann fällt
dir wieder ein, dass du eure Geschichte damals beendet hast und du vergisst die
Monate seitdem und denkst, dass du sie jederzeit wieder fortsetzen könntest. Und
dann merkst du, dass du nichts auf der Welt mehr willst als das; dass eure
Geschichte weitergeht und dann willst du zum ersten Mal etwas so sehr und aufrichtig
und von ganzem Herzen, dass du an nichts anderes mehr denken kannst und du
fasst deinen ganzen Mut zusammen, deine ganze Kraft und überwindest deinen
Stolz und springst über deinen eigenen Schatten, der so groß und schwarz und
tief erscheint wie das Meer in einer mondlosen Nacht.
Und auf einmal willst du.
Aber S. will nicht mehr. | Wenn du nur wolltest | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/wenn-du-nur-wolltest/944279 |
Peter_Wagner | 1,085,151,840 | 634,143 | wissen | http://www.neon.de/user/Peter_Wagner | alltag | Wie sich die Unternehmensberatung McKinsey eine aufgeräumte WG vorstellt. | Ein Kicker, Chaosduldung und Gelassenheit sind vielleicht die Basis für eine funktionierende WG. Aber auch nur die Basis. Leben ein paar Leute zusammen, ist es mehr Wunsch als Wahrheit: Jeder gleiches Recht, gleiche Toleranzschwelle, gleich großes Kühlschrankfach, gleiche Putzfrequenz, jaja. Bei den 19 klappt es nicht, wird auch nicht die einzige WG sein, in der das Bad mal drei Wochen unbeschrubbt bleibt und die Schamhaare um die Schüssel tanzen. Aber prima findet das auch nicht jeder.
McKinsey wünschte sich so sehnlich einen Entscheider im Haus, einen Ansprechpartner, der seine Kollegen aus den Zimmern in die Küche kehrt und Tacheles redet und Worte an Taten knüpft. Das Dilemma lautet: Ideen zuhauf, Entscheider und Umsetzer zu wenig. Die Berater schlagen auf einer der 15 Folien wenigstens einen detailierten „standardisierten Entscheidungsprozeß“ vor, der, wenn schon nicht einer allein das Heft in die Hand nimmt, jedem das Recht gibt, Versammlungen einzuberufen: Wer nicht da ist, reicht zur Versammlung schriftlich eine Stellungnahme zum bekannt gegebenen Problem ein. Dann: Vorstellung des Problems, Abstimmung (einfache oder 2/3-Mehrheit) – entweder in normaler Abstimmung mit Vertretung Abwesender durch schriftliche Stimmabgabe oder Nominierung, eventuell auch schriftliches Votum jedes Einzelnen. Es folgt: Bestimmung der Verantwortlichen, Festlegung Terminplan, Erfolgscontrolling. Ergo ein Haushaltsparlament. Demokratie an Klo und Herd. Ein sauberes Entscheidungsmanagement – und allgemeingültige Regeln können geschrieben werden. Wie wunderbar einfach das doch wäre, nicht wahr? | Die McKinsey-WG | http://www.neon.de:80/artikel/wissen/alltag/die-mckinsey-wg/634143 |
FrauKopf | 1,345,487,220 | 923,912 | sehen | http://www.neon.de/user/FrauKopf | gesellschaft | Womöglich ist man aber nach Tausenden gehetzten und fressenden Kilometern einfach nur müde. | " Wie konnte sie nur?"
" Hätte man ihr nicht helfen können?"
" Wieso haben nur alle weggeschaut."
Dreierlei Phrasen von gefühlten Zehntausenden.
Frauke Ludowig starrt mir zutiefst betroffen entgegen und vermittelt mir natürlich
die wahre Aufrichtigkeit, das tiefe Beileid und das enorme Interesse an der Beantwortung jener Fragen.
Es braucht kein Exklusiv, keinen Enke, keine Seidel, keinen der Dutzenden gescheiterten Kinderstars, die sich
nicht anders zu helfen wussten, um zu realisieren, dass da was nicht stimmen kann.
Vor wenigen Tagen habe ich die Frage nach den Masken und deren auferlegte Zwänge gestellt.
Interessant, was sich daraus entsponnen hat.
Aufschlussreich, wie konditioniert und egal man mit eben diesen angezüchteten Gesellschaftshühneraugen umgeht.
Die Reaktionen machten wütend, schwach, traurig und ließen nicht selten hoffen.
Hilde, Inge, Thorben und Frank von umme Ecke haben davon nichts mehr.
Nichts von der Frage nach dem Warum, nichts von der schlecht blondierten und verlogenen Vorlagenfrauke
und erst recht nichts von den kläglichen Versuchen, aus einem viel zu kleinen Blickwinkel etwas erklären zu wollen,
dass gar niemand verstehen oder auch nur realisieren kann, der es nicht bereits durchgespielt hat.
Diagnose Selbstmord.
Warum tut man das?
Der oder die hatte doch alles!
Der oder die hat doch immer soviel gelacht.
Der oder die war doch stets dabei, wenn´s um wilde Partys, laute Diskussionen und ne Prise Liebe ging.
Echt jetzt?
War das so?
Keine Anstrengungen, die bis in die steten Alpträume verfolgten?
Kein "Du musst funktionieren"?
Keine Angst vor der Zukunft, dem Verlust, der Angst und dem immer größer werdenden Misstrauen?
Kein Selbsthass, der nur mit massivem Genuss diverser Stöffchen und Photoshop halbwegs zu ertragen war?
Vielleicht wollte man den On-Knopf einfach nicht mehr permanent gedrückt halten, das geht an die Substanz.
Vielleicht machten Geld, laute Musik, nasse Küsse und leeres Lachen schlicht nicht glücklich genug.
Vielleicht waren Wohnung, Kind, Partner und Job einfach nicht das, was antreibt.
Vielleicht aber auch, war man es Leid sein fremdes Gesicht immer verziehen zu müssen, es jeden Tag
im Spiegel sehen zu müssen und zu wissen, dass niemand es verstünde, würde man sich offenbaren.
Womöglich ist man aber nach Tausenden gehetzten und fressenden Kilometern einfach nur müde.
Such dir was aus!
Weisst du´s?
Ob Frauke es weiß? | Diagnose Suizid | http://www.neon.de:80/artikel/sehen/gesellschaft/diagnose-suizid/923912 |
Matesino | 1,363,781,160 | 1,001,606 | fuehlen | http://www.neon.de/user/Matesino | liebe | Ich glaube am Ende des Tages hatten die meisten von uns es doch ganz gut erwischt irgendwie. Der Rest war Schicksal und Einstellungssache. | Als wir neulich im Auto nach Hause fuhren, fragte mich meine Freundin:
„Glaubst du, die Menschen um uns herum sind glücklich?“ Keine leichte
Frage an einem verkaterten Sonntagnachmittag. Vor uns versperrten drei,
vier Krankenwagen die rechte Spur. Ein Unfall musste sich ereignet
haben.
„Ich weiß nicht!“, sagte ich und dachte darüber nach, welchen Eindruck meine Freunde und Familie auf mich machten.
Mein Cousin aus Kroatien kann wegen seinem Tinnitus nachts nicht
schlafen. Er hat Herzrasen und Zukunftsängste. Wenn er aufhört zu
arbeiten, fängt seine Familie an zu zittern. Am Telefon klingt er
verzweifelt, aber auch hoffnungsfroh. Er freut sich auf den Sommer, der
Winter drücke seine Stimmung.
Ein Freund und seine Freundin haben sich nach langer Beziehung
getrennt. Kurz davor sind sie zusammengezogen und haben sich verlobt.
Die Hochzeitsgäste standen auch schon fest. Als wir ein Bierchen
trinken, redet er recht sachlich darüber. „Wir haben uns auseinander
entwickelt, der Alltag war zum Schluss zu verwickelt. Mir geht es gut,
so ist es das Beste.“ Ich glaube ihm. Da draußen gibt es bestimmt eine
Andere, die besser zu ihm passt. Und ein Anderer zu ihr.
Ein Freund arbeitet gerade sehr viel. Er kommt jeden Abend als
letzter aus der Agentur und in der früh geht er als einer der Ersten
wieder rein. Wenn ich ihn frage, wie es ihm geht, sagt er, „passt
schon.“ Abends ist er oft müde, noch etwas zu unternehmen. Er ist seit
einem Jahr Single. Er liebt seine Arbeit, sonst würde er es nicht
machen. Aber langsam wäre er auch offen für etwas Neues.
Beziehungstechnisch gesehen.
Es gibt Paare, die verzweifelt versuchen, Eltern zu werden. Es klappt
bei ihnen nicht so leicht wie bei mir und meiner Freundin. Wenn ich
ihnen begegne, habe ich das Gefühl, dass sie uns unser Glück nicht
gönnen. Es ist aber auch schwer, sich für andere zu freuen, wenn man
selbst gerade leidet. Wir unternehmen lieber etwas ohne sie. Sie
unternehmen gern viel ohne uns.
Eine Bekannte hat neulich ihr Baby verloren. Es war plötzlich nicht
mehr in Ordnung. „Nichts war mehr in Ordnung“, schrieb sie in ihrem
Blog. Und sie fühle sich schuldig. Ihr Verlust kommt mir oft in den Sinn
die letzten Tage. Vielleicht weil ich empfinden kann, wie das wäre,
wenn. Den Gedanken denke ich nicht zu Ende.
Der Vater meiner Schwägerin hat vor ein paar Monaten einen
Schlaganfall erlitten. Seitdem ist er einfach nicht mehr so wie früher.
Nichts ist mehr so wie früher und es steht in den Sternen, ob es wieder
besser wird. So wie früher ist aber vorbei. Für immer.
Im Netz herrscht immer gute Laune. Instagramm-Fotos von strahlenden
Sommertagen, nackten Füßen auf Karibikstränden, tiefer gelegten Autos in
Tiefgaragen, das Mittagessen mit Steinpilzen zu Abend,
Pleiten-Pech-und-Pannen-Posts, Gute-Laune-Lieder,
Schlechte-Laune-Lieder, die gute Laune bringen, Parodien auf
Gute-und-schlechte-Laune-Lieder, die ein Like erzwingen.
Es gibt auch diese Selbstporträts mit komisch ernst schauenden
Gesichtern, bei denen du das Gefühl bekommst, da ist grad jemand sehr
mit sich selbst beschäftigt. Was gut ist, wenn am Ende was Gutes dabei
raus kommt. Bei manchen kommt nur das Ende dabei raus.
Manchmal wache ich auf in der früh und möchte am liebsten liegen bleiben. Es gibt keinen ersichtlichen Grund dafür.
Ich lebe mit einer Frau zusammen, die mich liebt und die ich liebe
und als Produkt unserer Liebe bekommen wir ein Baby, das wir hoffentlich
genauso lieben werden wie uns.
Das Kinderzimmer ist bereits rosa gestrichen, mit Yoga und Sport
bekomme ich meine Rückenschmerzen in den Griff und die meiste Zeit
beschäftige ich mich mit Sachen, die mich glücklich machen. Trotzdem ist
das Glück, was ich in einem Moment empfinde, im nächsten schon wieder
weg und über mein Gemüt legt sich eine Melancholie, die sich nicht in
Worte fassen lässt. Meist, wenn ich zu lange alleine bleibe.
Um zu den Trüffeln zu gelangen, muss das Schwein sich erst durch den
Dreck wühlen. So ist das wohl auch mit dem Glück. Oder sagen wir mal der
eigenen Zufriedenheit. Vielleicht muss das so sein, damit es spannend
bleibt. Das Leben ein ständiges Auf und Ab. Dauerhaftes Glück ist auf
Dauer eh langweilig und niemand möchte gern gelangweilt werden. Anders
herum ist Unglück, Leid und Unzufriedenheit auch nur ein Zustand, der
vorüber geht. Gehen sollte.
Ein Tal, das durchschritten werden muss.
Ein Tal, das wichtig ist, um die Aussicht auf dem Gipfel wieder genießen zu können.
Beide Autos liegen kopfüber und völlig demoliert am Straßenrand. Das Blech der Dächer bis zur Motorhaube eingedrückt.
Ich erinnere, wie ich mich damals auch überschlagen habe und kopfüber
in Scherben lag. Dachte, es sei vorbei. Meine Rettung war, dass ich
mich kurz vorher angeschnallt hatte. Davor fuhr ich ohne Gurt, aber der
Polizist bei der Verkehrskontrolle meinte, “Schnallen sie sich lieber
an, Herr Tabula.” Vielleicht musste das so sein, damit ich jetzt diese
Zeilen schreibe.
Ich habe keine Ahnung, ob ihr wirklich glücklich seid oder nicht.
„Ich weiß es wirklich nicht, Liebste.“, sage ich, „aber mir ist
aufgefallen, dass Menschen, die miteinander reden glücklicher sind als
solche, die alleine vor sich hin schweigen.“
Dann fuhren wir nach Hause, um die Katze zu streicheln und eine Runde
Sopranos zu schauen. Ich glaube am Ende des Tages hatten die meisten
von uns es doch ganz gut erwischt irgendwie. Der Rest war Schicksal und
Einstellungssache. | Besser ein Wort zu viel als Schweigen | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/besser-ein-wort-zu-viel-als-schweigen/1001606 |
berlin_bombay | 1,407,857,820 | 1,444,503 | fuehlen | http://www.neon.de/user/berlin_bombay | psychologie | Und als sich die Welt deinen kleinen eisigen Kosmos in einem Zischen einverleibte und die Uhren dennoch weiter schlugen, wussten wir wer du warst. | Irgendwann hast du mal
gedacht, du könntest über Wasser gehen. Immer weiter bis zu den
Sandbänken ein paar hundert Meter vor der Küste. Hinter dir
verschwanden erst die Muscheln im Schaum der Wellenlinien, dann
verschwanden die Trümmer der Sandburgen im verschwommenen Silberweiß
des abnehmenden Mondes. Kinderlachen verebbte und erstarb
schließlich, als die bunten Schirme am Strand von Böe um Böe
niedergerungen wurden. Der Geruch von Sonnenmilch und Zigaretten
konnte dir nicht mehr folgen, als der Wind stärker flüsterte und
dich an der Hand weiter über die glitzernde Oberfläche führte.
Jeder Blick zurück ließ
die Dünen schrumpfen. Der starre, winddurchflossene Strandhafer
erinnerte dich an Haare, die sich bei Gänsehaut auf deinen Armen
aufstellten und deine vom Salz ganz ausgetrocknete Haut fast
aufzubrechen vermochten. Nur gefroren hast du nie. Und deswegen hast
du dich umgedreht und bist weiter gelaufen. Unter deinen Füßen
glaubtest du die Wellen zu spüren; tosend und brausend meintest du
sie tief unter dir durch das unendliche Meer rollen zu hören. Dass
sich fern im Osten der Regen über der Welt zusammenbraute und am
Horizont die Blitze zuckten, sahst du nicht. Dein Sturm lag schon
immer tief vergraben, im Meer versenkt und gehütet von Abermillionen
Jahren zwischen Plankton und Schlamm. Keinen Gedanken hattest du je
an den grauen Himmel verschwendet, keinen an die Sonne und keinen an
den Mond, der dir auf deinem Weg in dieser Nacht doch so zuverlässig
den Weg leuchtete. Als du Sand unter deinen Füßen spürtest, waren
die Robben längst geflohen und in alle Winde ausgeschwärmt. Fast zu
spät hatten sie dein Kommen bemerkt und sich verwirrt und überhastet
in die Fluten stürzen wollen. Und du hast sie alle betrogen – du
hast sie alle betrogen. Einige konntest du noch sehen, die
Schwerfälligen, die Missgestalteten. Die Schwachen und die Kranken,
denen du beiläufig einen Blick über das Meer hinterher schicktest.
Einen Blick voller Desinteresse und Gleichgültigkeit, kalt wie die
Sohlen deiner Füße, hart wie das Eis an deiner Haut.
Und trotzdem hast du nie
gefroren. Donner umgab dich. Dumpf und weich. Schlang sich um dich
wie Seetang und umspielte deinen kleiner werdenden Körper mit
schmerzendem Willen. Und als Himmel und Meer für einen kurzen Moment
ihre Seiten tauschten überkam dich zum ersten Mal seit dem du die
Küste verlassen hattest ein Gefühl. Du hattest alles zurückgelassen
und den Weg vor dir ohne Mühe verbrannt. Und deswegen hast du nie
gefroren. Irgendwann hast du mal gedacht, du könntest über Wasser
gehen. Doch unter deinen Füßen brannte sich nur Eis in deine
vernarbte Haut. Und du hast dich umgeschaut und spürtest die Welt um
dich herum immer größer werden. Das Eis unter dir knackte und
zischte und versank am Horizont schon wieder in den warmen Fluten –
doch bis dahin trugen dich deine Muskeln nicht mehr. Kälte stieg in
dir auf und dein Zittern ließ den Strand zornig werden. Als deine
Knie nachgaben und du zwischen den Jahren und Welten und Gezeiten auf
den Boden zusammengesunken warst, es keine Hoffnung mehr auf ein
Zurück und Rettung gab, da streifte dein Blick den Strand, der wie
ein fahler, toter Strich hinter dir am Himmel gehangen hatten. Alle
Leuchtfeuer die wir entfacht hatten entzogen sich deinen glasigen
Augen, alle Rufe erstarben in der tosenden See, die auf dich zu kroch
– unaufhaltsam am Eis unter deinen Füßen zerrte. Die Welt um dich
herum war reduziert auf ein Wackeln und Kreischen, der Sturm über
dir war hungrig und unnachgiebig.
Und als sich die Welt
deinen kleinen eisigen Kosmos in einem Zischen einverleibte und die
Uhren dennoch weiter schlugen, wussten wir wer du warst. Du warst die
Panik. Der Witz und die Depression und das Leid. Das Fluchen, der
Schmerz. Muskelkrämpfe und Orgasmen. Die Trauer und das Weinen und
die Liebe. Die Angst und der Tod. Unser Lachen und der Magenschmerz
der Völlerei. Die Müdigkeit und die Faulheit. Das Leben und das
Trinken und das Tanzen und der Kopfschmerz. Und wir hatten dich
einfach gehen lassen, weg vom Strand, hinaus auf die Eisfläche über
einer unruhigen See. Und wir hatten dir nur hinterher gesehen. Du
wolltest zu den Sandbänken spazieren. Und wir hatten dich alle
betrogen.
Und irgendwann hast du
mal gelacht, du könntest über Wasser gehen. An einem längst
vergangenen Tag im Sonnenschein, am glitzernden Blau eines
Badebeckens mit einem Zauber im Gesicht, der uns zusammenhielt. Die
nassen Haare nach deinem Versuch belehrten dich eines Besseren.
Da warst du unsere
Menschlichkeit.
antonmila.de
Tags: sandbänke, berlin, meer, robbensindsuper | Sandbänke. | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/psychologie/sandbaenke/1444503 |
rubs_n_roll | 1,342,992,420 | 913,661 | sehen | http://www.neon.de/user/rubs_n_roll | gesellschaft | Dies ist ein Anschlusstext an... | ...DEN HIER
Ich weiß, es trifft nicht auf jeden zu, nichts desto
trotz möchte ich zu Beginn `Blackend` zitieren:
„Da wollen immer alle crazy und verrückt sein und nun
wiegeln alle ab, dass sie zu weit weg wohnen, es zu spontan sei, sie nicht das
geforderte Alter erfüllen und, und, und...Verrückt!“
Kurzfristig war leider niemand im Stande, dass Gesuch
aufzugreifen und wahrzunehmen. Schade. Doch die nächste Hochzeit steht bereits
an! In zwei Wochen ist es schon wieder so weit. Diesmal steigt die Sause im
schönen Vogtland. Mal sehen, was ich mir für diesen Tag überlege. Vielleicht
schau ich mal auf gesext.de vorbei.
Der große Zuspruch überraschte mich – ganz lieben Dank an
all die Pusher, Empfehler, Gutzuspruchleister und Kommentatoren. Allein das war
es schon wert und hat rießen Spaß gemacht! So wurde mir bereits die Zeit vor
der Hochzeit versüßt! Dickes Danke!!
Wie versprochen, gebe ich hiermit einen kurzen Überblick
zum besagten Tag.
Die Hochzeit begann nobel, was sich auch weiterhin durch den Tag und Abend zog. Es gab mal Zeiten, da gingen Heiratswillige zum Standesamt und
wurden dort im kleinen Kreise vor dem Gesetz zu Mann und Frau. Heutzutage ist
dies anscheinend anders. Bereits im Voraus wurde eine Homepage eingerichtet,
mit zugehörigem Hochzeitskonto und per Mail versandten die Trauzeugen
Einladungen und Infos, zu diversen Sammelaktionen und Abläufen. Immerhin gab es noch Trauzeugen – das
ist heutzutage auch nicht mehr Standard. Das Standesamt kam zum Traupaar –
denn dieses hatte beschlossen nicht im Amt, sondern im Schloss zu heiraten. Der
kleine Kreis wurde kurzer Hand auf etwas über einhundert Leute erweitert.
Diese wiederrum, standen kontinuierlich unter Beobachtung. Ein
professionelles Kamerateam ( SECHS LEUTE!!!) war beauftragt, alles festzuhalten.
Die Highsociety tummelte sich in allen Ecken, während ich von einer psychisch
sehr labilen Frau belagert wurde. Glücklicherweise kamen dann doch noch ein
paar bekannte Gesichter. Keine geladenen Gäste, aber immerhin bekannt. So war
es mir möglich, bis zu Beginn der Trauung, diesem ungewohnten Umfeld zu
entfliehen.
Nach der edlen, durch wirklich gute klassische Musik
untermalten, Trauung im Schlosssaal, ging es in die nächste Prunkhütte zur
Afterparty. Alles vom Feinsten hergerichtet und organisiert. Für meinen
Geschmack eine ganze Ecke zu distinguiert – und trotzdem irgendwie liebevoll.
Zu Kuchen und Kaffee setzte ich mich an den mir vorbestimmten Platz.
Nachdem ich jedem der anwesenden Gesichter am Tisch, einen Namen, die Herkunft
und die Verbindung zum Brautpaar zuordnen konnte, trudelten auch die frisch Vermählten
ein. Das traditionell gehaltene Programm startet mit Luftballons, Seifenblasen und Stammsägen, um anschließend seinen
typischen Lauf zu nehmen.
Persönliche Beiträge gab es leider kaum, begeisterungssprengende
Rahmenhighlights ebenfalls nicht
– dafür
einige wertvolle Menschen. Bis ein Uhr morgens durfte ich vier wundervolle
Individuen näher kennen lernen. Diese und die zwei glücklichen Hauptpersonen,
lassen mich die Hochzeit als gelungen in Erinnerung halten. Ein Fleckchen
Trauer jedoch bleibt trotzdem zurück, weil ich die Hochzeit, getrennt von
meinen Emotionen, als eher matt empfunden habe.
Im Verlauf des Abend zog ich folgendes Fazit:
Wer weiß, ob ich mit einer Frau an meiner Seite, diese
traumhaft schöne, junge Lady am Nebentisch angesprochen und kennen gelernt
hätte!?
Eine Begleitung ist nicht dringend erforderlich.
Die tollste Frau des Abends war knapp 40 Jahre alt.
Nur ihr Mann und die vier Kinder, haben mich davon abgehalten sie zu küssen.
Zusätzlich musste ich feststellen, dass ich der Feierkultur der zwanzig
Jährigen entwachsen bin.
Sollte ich mich dennoch wieder für Begleitgesuche
entscheiden, wird der Altersrahmen auf 23 – 40 erhöht.
Der DJ war lausig! Die Schuhe und der Anzug wie immer
ungemütlich! Das Rahmenprogramm streckenweise sehr ermüdend und der Trauzeuge,
glich dem Programm.
Sollte ich mal heiraten, gibt’s auf jeden Fall eine
Liveband + anschließendem Party-DJ (welcher es versteht aus allen Sparten passendes aufzulegen) und eventuell einen weniger traditionellen
Dresscode. Mein Trauzeuge wird kein Anwalt sein. Die Abendgestaltung wird meinen
Kumpels überlassen, welche mich mit „Fick dich!“ grüßen, und meiner absolut
abgefahrenen Mum.
Noch eine weitere Notiz an mich: "Es war gut, mich mit den Kindern anzufreunden, die den Pokerkoffer dabei hatten!"
Ich hoffe, dieser Kurzeinblick genügt!? Herzlichen Dank
nochmal für eure grandiose Mitarbeit!
Meine Bilder
von
rubs_n_roll
Tags: Das gleiche wie im Text davor! =) | Weibliche Hochzeitsbegleitung nicht gefunden! | http://www.neon.de:80/artikel/sehen/gesellschaft/weibliche-hochzeitsbegleitung-nicht-gefunden/913661 |
bella1sa | 1,418,229,600 | 1,465,850 | fuehlen | http://www.neon.de/user/bella1sa | liebe | „Man vergisst alles um sich herum, wenn man sich an diesen wunderschönen, verlassenen, überwältigenden Orten befindet.“ 26.02.14 | Irgendwo im Nirgendwo.
Irgendwo, verlassen, zwischen Wald,
hellgrasgrüner Hügellandschaft und wilder Westküste, findet man ‚
Wharariki Beach‘,
das sich im am
nördlichsten Punkt der Südinsel Neuseelands, dem ‚
Cape Farewell‘
, befindet.
Allbekannt
und berühmt ist jener Aussichtspunkt, der am nördlichsten Zipfel der Südinsel
liegt. Tagtäglich fahren Busse, vollgepackt mit Touristen aller Welt, zu genau
diesem Flecken der wunderschönen
‚Golden
Bay
‘. Das erste Bild das bei google erscheint, tippt man ‚Cape Farewell‘ in
seinen Computer ein, ist, wovon ich rede: Der in das unruhige Meer ragende
Felsen, mit dem Loch in der Mitte, das an einen Torbogen erinnert.
‚Was für ein wilder, verlassener und
ungestörter Ort‘
, denke ich erst, bis ich dann schon von dem
ersten Touristenbus überrumpelt werde.
‚Was
für ein hässlicher Bus in dieser traumhaften Landschaft‘
schießt mir als
nächstes in den Kopf. Raus drängen sich klischeehafte Bilder von Touristen: Überlebensausrüstung
mit 360° Sonnenschutz und einer Kamera, die sie selbst kaum tragen können. Eilen
dann hin zu der berüchtigten Attraktion
als gäbe es kein Morgen mehr und scheinen keinen einzigen Moment ihrem Auge zu
widmen, aber der Linse ihrer Kamera.
Sie
schießen ihre ersehnten Fotos und weiter gehts… Erste Attraktion abgehakt.
Da
frage ich mich, wie man denn überhaupt irgendetwas von einem Platz mitnehmen
kann, wenn man nicht einmal fünf Minuten aufbringen kann, weil man schon wieder
gleich zur nächsten Attraktion huschen muss…
Da
haben meine Reisetruppe und ich ein bisschen mehr Flexibilität mit unserem
eigenen Camper und so können wir uns dazu entschieden, ein paar Tage dort oben zu
verbringen.
Durch
puren Zufall landen wir am wohl traumhaftesten Ort der Erde. Inmitten der
unzähligen, grellgrünen, von den Schafen weiß befleckten Grashügeln Neuseelands-
wie am Ende der Welt, abgeschottet von dem Stress und Lärm der Stadt. Wohin der
Blick auch wandert, da ist nur das reine, beruhigende Grün, der scheinbar ‚kahl
geschorenen Hügel‘. Wir übernachten in einem Camp, das mich an die Villa
Kunterbunt der Pippi Langstrumpf erinnert-
wilde Pfauen und andere Arten wilder Vögel, hunderte von Schafe, und
Pferde, die unbekümmert frei über das Gelände marschieren. Oft einmal kommt es
da vor, dass man von dem ein oder anderen Tier überrascht wird- auf der Veranda
am Sonnen, in der Küche beim Kochen oder sogar beim Kaffee trinken, in dem
süßesten Café der Welt. Noch nie bin ich an so einem eigenartigen aber
wundervollen Platz gelandet. Das Café ist wie eine Art „Wichtelwald“- alles
klein, praktisch, süß! Das eigentliche Café ist in einem ausgebauten Camper
wagen und das Gelände herum ausgestattet mit einfachen Holztischchen, kleinen
Hockern und klassischer Musik, die aus dem kleinen Hausgärtchen schallt. Allgemein
mit wenig Aufwand betrieben, dafür aber umso mehr Herz!!
Von
dort aus starten dann verschiedenste Spazier- und Wanderwege ‚ins Ungewisse‘. Ohne
große Erwartungen stürzen wir uns in eins von den Abenteuern und werden von nichts
anderem als purer Schönheit der Natur erwartet. Der so gar nicht touristenausgerichtete
Weg verläuft über Hügel und Wiesen weidender Schafe, durch Busch über Stock und
Stein hin zu womit man dort am Wenigsten gerechnet hätte- riesige, weiße,
windige Sanddünen und dahinter wilde, raue Küstenlandschaft mit Klippen, Höhlen
und ‚gestrandeten‘ Felsinseln. Ein überwältigendes Bild. Die Landschaft sieht
so unwirklich schön und unberührt aus, dass man meinen könnte, sie wäre
‚ausgesetzt worden‘.
Die
Sanddünen haben Etwas, in dem man sich gerne Verlieren will; sie sehen nach
bedingungsloser Freiheit aus. Da ist keine Menschenseele weit und breit, nicht
einmal Fußspuren kann ich in dem feinen Sand erkennen, da ist nur der Wind, der
über die Dünen fegt wie ein Tornado und jegliche Klänge verstummen lässt. Ich
will alles einsaugen: die Luft, die Ruhe, den Sand, das Wasser, die Freiheit…
Ich lasse los- von allem; und renne. Kleinste Sandkörner fliegen um mich herum wie
Dunst und vernebeln die Traumlandschaft. Ich renne bis zum Wasser und beobachte
wie wuchtig die Wellen vom Wind an die Klippen peitschen. Es hat etwas
bedrohliches, und man will nicht unbedingt ins Wasser hüpfen, aber es hat auch
etwas Befreiendes.
Der
Strand sieht ein bisschen aus wie ein großes Labyrinth- so viele Felsbrocken,
Höhlen und Geheimwege, denen man folgen will. Es ist als lauere hinter jeder
Felswand ein anderes Geheimnis. Ich sehe seltsame Wischspuren im Sand, die mich
hin zu einer großen Pfütze vor einer Höhle führen. Was ich in der Pfütze sehe,
kann ich nicht glauben- Babyrobben, die friedlich vor sich hin planschen. Sie
sind nicht scheu, eher neugierig, und kommen erstaunlich nahe. Ich sitze da
Ewigkeiten und beobachte, wie die kleinen Kreaturen miteinander spielen und das
Leben genießen. Bis ich dann sehe, wie sich etwas Größeres anschleicht. Es ist
die Mutter und die ist ganz und gar nicht über den Besuch erfreut, und wird
gleich mal laut! Beschützerisch drängt sie sich vor ihre Babys und spricht böse
Worte mit mir. Ich will noch eine gute Aufnahme, aber dann lasse ich der
Familie lieber ihren Frieden und gehe weiter. Ich könnte noch Ewigkeiten damit
verbringen, auf einer Düne zu sitzen und das Meer zu beobachten, aber der Wind
peitscht auch mir um die Ohren und ich weiß es ist Zeit, mich von diesem
magischen Ort zu verabschieden. Mit unzähligen Blicken zurück auf dieses
Naturspektakel begebe ich mich auf den Weg, Richtung Realität. Und verstehe,
warum der Kapitän James Cook dieser Landzunge damals den Namen ‚Abschied‘ gab:
Cape Farewell ist ein Flecken, an dem man einsam sein möchte –und loslassen
will von sämtlichen Ballasten, die man mit sich rumträgt. Ich kann mir keinen
schöneren Ort vorstellen, um Abschied zu nehmen.
Tags: #reisen, #neuseeland, #auszeit, #abschied #herz | Ein magischer Abschied | http://www.neon.de/artikel/fuehlen/liebe/ein-magischer-abschied/1465850 |
Kathrin_Hartmann | 1,189,764,300 | 684,501 | kaufen | http://www.neon.de/user/Kathrin_Hartmann | reise | RUCKSACKTOURISTEN reisen für lau, um das zu sehen, was auch all die Neckermänner sehen. Eine Polemik gegen die dümmste Form des Massentourismus. | Das Backpacker-Pack | http://www.neon.de:80/artikel/kaufen/reise/das-backpacker-pack/684501 | |
seagull. | 1,341,246,480 | 902,198 | fuehlen | http://www.neon.de/user/seagull. | sex | Ein leichter Bluterguss auf der linken Brust, ein alter, aufgegangener Plan und doch keine psychische Befriedigung. | Man kann sich schon stundenlang so dreckige Blicke zuwerfen, bis man glaubt, das Gegenüber müsste eigentlich mittlerweile explodiert sein. Man kann auch über guten und schlechten Sex reden und nicht nur der Überzeugung sein, sondern tatsächlich wissen, dass man diese Terme identisch definiert. Man kann sich auch, sobald sich der Rest nach Hause aufgemacht hat, scheinbar momentan und nebenbei dazu entschließen, das Alibigespräch zu beenden und sich ein Stockwerk höher zu begeben, auf eine Art, die beinahe schon pervers leger ist.
Und selbst wenn sämtliche Nervosität und negative Spannung nach wochenlanger Anbahnungszeit längst verschwunden ist - auch, weil man ja schon zu wissen glaubt, was man erwarten kann - setzt der Drang nach Kontrolle schon nach der ersten nicht ganz perfekten Bewegung ein und manifestiert sich in nach außen hin beinahe schon übertriebener Lockerheit.
Der Körper funktioniert, aber die Psyche nicht mehr, und die Panik, die eigenen Vibes könnten für den Partner spürbar werden oder sich sogar übertragen, lässt jedes noch so winzige und vernachlässigbare Manko zu einem absoluten Fiasko werden.
Das überwältigende Verlangen, den anderen Teil von sich werden zu lassen und die Angst, sich dabei für ihn (zu sehr) zu öffnen, stehen sich im Weg und werden zu einem fatalen Paradoxon.
Rückblickend empfindet man dann zwar sofort den Drang nach Wiederholung und überragende Erregung, weil der Sex nach (soweit möglich) objektiven Gesichtspunkten betrachtet ja nichtsdestotrotz wirklich gut war, doch die Psyche wirft sofort alles wieder nieder mit dem Zweifel an der eigenen Leistung.
Und so kommt es, dass zwei sexuell theoretisch mehr als nur kompatible Menschen praktisch doch nicht so passen.
Die eigene Erwartungshaltung ist eine Hure und ich kann nicht anders, als mich zu fragen, ob das Gesicht unter der abgelegten Maske nicht doch auch ein Pokerface ist. | Strangers when we meet | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/sex/strangers-when-we-meet/902198 |
Liz89 | 1,208,191,320 | 657,710 | fuehlen | http://www.neon.de/user/Liz89 | liebe | In diesem Artikel geht es nicht um Liebe. Oder vielleicht doch… Es geht um die Liebe zu dem was ich tue. | Stell dir vor, du hast endlich etwas gefunden, das dir Spaß macht, was du unbedingt machen willst, wo du das Gefühl hast ‚Hey da gehör ich echt dazu’.
Als fiktives Beispiel könnte man die Mitarbeit an einem Schülermagazin nehmen. Eventuell ist das Beispiel von der Realität gar nicht so weit entfernt.
Also, nehmen wir an, du arbeitest bei diesem Schülermagazin. Das schreiben von Artikeln macht dir wahnsinnig viel Spaß und auch beim Entstehen dieser Zeitschrift dabei zu sein fasziniert dich immer wieder aufs Neue. Deshalb nimmst du es auch in Kauf hin und wieder Arbeiten zu übernehmen, die nicht wirklich spannend oder kreativ bzw. erfüllend, die aber notwenig sind, damit es irgendwie glatt läuft. Du machst sie auch ohne dich zu beschweren, weil du siehst, dass es der Sache dient. Du steckst viel Arbeit und Zeit in dieses Projekt und jedes Mal wenn du ein neues Magazin in den Händen hältst bist du richtig stolz. Stolz auf das Team, stolz auf die Zeitung selber und auch ein bisschen stolz auf dich. Die nächsten Tage und Wochen schwebst du wie auf Wolken. Dieses Schweben hilft dir auch darüber hinweg zusehen, dass nicht immer alles so läuft wie du es sich wünscht, weil das letzte Wort immer noch der Chef hat. Und auch die ein oder andere Enttäuschung lässt sich darüber schnell vergessen.
Irgendwann ist es so weit und du hegst den Wunsch nach deiner Schulzeit als Journalist(in) zu arbeiten. Du bist fast schon besessen von der Idee und beschließt dich nochmal richtig rein zuhängen um raus zu finden, ob es tatsächlich das ist was du willst. Du bittest deinen Chef, dir jede Art von Arbeit zu geben um dich in unterschiedlichen Bereichen auszuprobieren und davon zu profitieren. Für deinen Chef ist das kein Problem, denn die Arbeit die du erledigst, hat er schon nicht mehr am Hals. Du freust dich über jede neue Aufgabe, scheint sie auch noch so überflüssig oder klein zu sein. Du steckst noch mehr Zeit und Arbeit rein, bist du irgendwann fast schon fürchtest, dass du die Schule vernachlässigen würdest. Aber irgendwie wird es schon funktionieren.
Nun wird das Beispiel konkreter. Es ist mal wieder eine Photostory geplant. Und da niemand wirklich Ideen und Zeit hat, bittet dein Chef dich eine Geschichte auszuarbeiten. Endlich du witterst deine Chance! In letzter Zeit lief es sowieso gut. Du hast das Gefühl, du hättest ein bisschen was zu sagen bei dem ganzen Ding. Du machst dich also dran, überlegst dir Szenen, arbeitest Texte aus und malst in deinem Kopf schon die Photos. Du machst dir sogar Skizzen (obwohl du gar nicht zeichnen oder malen kannst), damit die Leute dann schneller wissen wie sie stehen sollen. Am Abend vor dem ‚großen’ Shooting bist du ganz aufgeregt und gehst, bevor du einschläfst, nochmal alles genau in deinem Kopf durch. Du weißt schon in und auswendig was wann, wie und wo sein soll! Dein Chef hat dir versichert er hätte Leute und Räume nach deinen Vorstellungen organisiert, du müsstest nur ganz dringen kommen, damit jeder weiß was er machen soll.
Als du am Morgen aufstehst, fühlst du dich sogar irgendwie wichtig. Freust dich auf den Nachmittag.
Dann: es ist Mittag. Alle treffen sich. Mit ca ner halben Stunde Verspätung. Davon lässt du dich aber noch nicht verunsichern, ist ja noch nichts schlimmes passiert. Misstrauisch wirst du erst, als der Chef dir offenbart, dass er jetzt erst noch schauen muss welche Räume frei sind. Wie frei?, denkst du dir. Ich hab doch schon seit Wochen gesagt, welche Räume ich vorschlagen würde und ich dachte das ginge in Ordnung. So wurde es dir zumindest suggeriert. Alors, mit einer inzwischen einstündigen Verzögerung, haben sich alle versammelt. Der Chef redet als hätte er nie was anderes getan. Irgendwann kommst endlich auch du zu Wort, wobei dir langsam dämmert, dass Mr. Oberredner keine Ahnung von deiner Story hat, obwohl er sie zuvor noch soooooo gelobt hat. Du versuchst allen dein Konzept darzulegen und bist dabei mächtig aufgeregt, weil es dir nicht so leicht fällt vor vielen anderen und zum Teil auch fremden Menschen zu reden. Als du fertig bist, bist du der Meinung du hast das alles ganz gut über die Bühne gebracht und aus der Story könnte echt was werden, weil du dich bemüht hast, die Story nicht so flach sein zu lassen wie es die zwei davor waren. Dann kommt wieder dein Chef. Er redet und redet und redet. Oben, unten, rechts, links. Gibt Anweisungen (die eigentlich du geben solltest), baut alles nach seinen Wünschen um und tut gerade so als müsse er sich alles aus den Fingern saugen. Dabei stünde dein Konzept. Und das schon seit über sechs Wochen. Du stehst nur noch dazwischen und versuchst irgendwie dich einzubringen, aber es hilft nix. Außer der Verantwotungsabgabe deines Chefs an dich, wenn er mal grad nicht weiter weiß (‚was kommt denn jetzt noch?’), bist du Luft. Aber bei dem was er sich zusammen geschustert hat, kannst du dein Urkonzept schon gar nicht mehr unterbringen. Du stehst da und dir ist nur noch zum heulen. Aber du versuchst so professionell wie möglich Lückenbüßer zu spielen. Hat ja schon immer funktioniert. Oder auch nicht. Irgendwann wird es dir echt zu blöd und bevor du deinen Chef vor versammelter Mannschaft anschreist - was sowieso nicht deine Art ist - und damit als Superzicke dastehst, bettelst du: ’Chef, wie lange brauchst du mich noch? Ich schreib morgen Deutsch!’(Was auch stimmt. Und du hattest auch noch nicht wirklich Zeit dich vorzubereiten, du hast ja fürs Magazin gearbeitet) Jaaaaaaa, ist die Antwort, wie soll des nochmal ausgehen. Du erwiderst ganz ruhig: ‚Dornröschen flieht vor ihrem schrecklichen Date und will lieber nochmal 500 Jahre schlafen.’ Zu blöd nur, dass die Szene in der das vorkam schon rigoros rausgekürzt wurde, denkst du dir dabei. Mmmmmhhhh, jaaaaaa, sagt dein Chef. Dann änder ich das noch um.
Umändern?? Du hast doch schon alles umgeändert, von meiner Story ist noch in etwa 0,000001% übrig! Willst du ihm entgegenschreien. Stattdessen gibst du ihm nur ein freundliches ‚Tschüss, bis morgen’ zur Antwort. Und verlässt die Schule. Nichts wie weg.
Und da wartest du dann wieder, weil die Person die dich da rausretten und nach Hause sollte, deine SMS verpasst hat. Du stehst da und wartest und wartest und wartest. Und frierst, weil du nicht mehr zurück kannst. Nochmal ne halbe Stunde.
Und da hageln die Gedanken auf dich ein. Wie könnte ich nur so blöd sein und glauben, ich hätte was zu sagen. Ich, die im Kindergarten schon ausgegrenzt wurde. Die, die sich noch nie wehren konnte. Gerade ich glaube, ich wäre da wichtig. LÄCHERLICH. Dummer, dummer, dummer, kleiner Mädchentraum!! Dir wird klar, dass du immer schon in der letzten Reihe standest und da wahrscheinlich auch nicht rauskommen wirst. Ein kleiner Junge läuft mit seinem Papa an dir vorbei und ist ganz aufgeregt vor Freude, weil er seinem Papi was erzählen kann. Und du denkst dir nur: Junge versprich mit bitte, dass du nie so ein Arschloch wirst. Warum dir dieser Gedanke kommt weißt du nicht. Und du denkst und denkst immer weiter. Du fühlst dich immer mehr wie das kleine Mädchen, dass einfach zu naiv und zu dumm ist um zu begreifen. Und obwohl es sich anfühlt wie Liebeskummer um eine unerfüllte Liebe, kannst du es nicht damit vergleichen, weil Liebeskummer und unterfüllte Lieben dagegen absolut nichtig sind. Du kämpfst mit den Tränen in den Augen. Aber jetzt loszuheulen, wäre noch das schlimmste, wegen sowas dann auch noch zu heulen… Unvorstellbar…
Dann kommt die Person, die dich retten soll. Aber du has(s)t sowieso das Gefühl, dass dich niemand retten kann, dass dich nie jemand gerettet hat und dass da auch nie jemand sein wird, der dich retten wird.
Es bricht einfach nur noch aus dir heraus. | Kleine Mädchenträume | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/kleine-maedchentraeume/657710 |
justanotherpicture | 1,397,472,780 | 1,134,643 | fuehlen | http://www.neon.de/user/justanotherpicture | liebe | Manchmal
lag ich in sternenklaren Vollmondnächten wach
und betrachtete Marie, wie sie neben mir lag. Die Bettdecke zerwühlt, meistens
auf der Seite oder dem Rücken, die Beine weit von sich gestreckt. Ihre Haare
komplett durcheinander von den geheimnisvollen Kämpfen, die sie nachts mit sich
selbst austrug. Das Mondlicht fiel auf ihre blasse Haut und verlieh ihr einen
fast magischen Glanz. Ich genoss die seltenen Momente, in denen sich ihr
Brustkorb gleichmäßig hob und senkte und sie ihren inneren Frieden für eine
Weile gefunden zu haben schien. Doch wenn ihre Träume sie zu sehr plagten, sie
ihren Körper schweißnass von der einen Seite des Bettes auf die andere warf,
weckte ich sie auf. Erst nach einigen Sekunden nahm sie dann wahr, wo sie
tatsächlich war. Dass alles nur ein böser Traum gewesen war.
Anfangs fragte ich
sie noch, was ihr so sehr zu schaffen machte, doch nach einiger Zeit verstand
ich, dass ich ihre schlimmsten Albträume nie verstehen würde. „Ich bin hier“, versuchte
ich sie dann zu beruhigen und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
Meistens entgegnete sie darauf nichts, sondern zog mich ganz nah zu sich heran
, so nah, dass ich ihren Atem
auf meiner Haut spüren konnte. Dann blickte sie mich an und das Licht des Mondes brach sich in ihren Augen. In diesen Momenten spürte ich, dass sie damals
recht hatte, als sie sagte, dass es nicht einfach werden würde. Dass unserem
Anfang schon immer eine Ende innewohnte. In diesen Momenten versuchte ich, mir
jedes Detail ihres Gesichts einzuprägen, damit ich nichts davon je vergessen
würde. Die Farbe ihrer Iris. Die kleine Unebenheit auf ihrem Nasenrücken. Die
feinen Linien um ihre Mundwinkel. Was ich in diesem Augenblick nicht sah, waren
die tiefen Narben an ihren Unterarmen. Aber ich wusste, dass sie da waren.
An
dem Morgen, als sie ging, war ich zu sehr in Eile und mit mir selbst
beschäftigt, um zu bemerken, dass irgendetwas an ihr anders war als sonst. Ich
drückte ihr zum Abschied nur einen flüchtigen Kuss auf die Wange und erinnerte sie
daran, dass wir abends zum Essen verabredet waren. Ihrer Bemerkung, dass sie
vielleicht nicht mitkommen können würde, maß ich keine große Bedeutung bei.
Erst ein Anruf ihrer Mutter führte mir vor Augen, dass sie
gegangen war. Zuhause auf dem Küchentisch fand ich nur einen Zettel.
Vergiss mich nicht.
In Liebe,
Marie
„Weißt du was?“, hatte Marie mich einmal in dem Frühling vor
drei Jahren gefragt, als wir uns kennenlernten. „Du darfst jetzt nicht traurig
sein, wenn du das hörst. Aber das zwischen uns gerade, das ist kein Anfang. Ich
bin nämlich schlecht in Anfängen. Was mir liegt, sind Enden. Alles, was
beginnt, wird irgendwann enden. Deswegen ist das kein Anfang. Sondern ein
Endfang.“ Ich verstand kein Wort und dann lachte sie, fast eine Minute lang und
ich dachte, gerade das schönste und seltsamste Mädchen der Stadt vor mir zu
haben.
Heute weiß ich, was sie meinte. | Endfang | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/endfang/1134643 | |
sommersprosse9214 | 1,417,026,960 | 1,463,393 | fuehlen | http://www.neon.de/user/sommersprosse9214 | liebe | Ich möchte vom Glück schreiben. Stattdessen schreibe ich wieder nur von dir. | Wir
haben uns immerzu angeschaut und den Anderen doch nicht gesehen.
Wir
haben uns berührt und doch nicht gefühlt.
Wir
haben dagesessen und einfach nichts getan. Wir konnten einfach nur
sein und der Raum war voll von uns.
Wir
haben uns unsere Wünsche erzählt. Und dabei verkannt, dass es doch
genau dieselben waren.
Du
warst nie wirklich da, bevor du plötzlich überall warst.
Du
warst so viele Zettel, bevor ich überhaupt Notiz von dir genommen
habe. Mehr noch, während andere nur ein Bleistiftstrich auf einem
vergilbten Klebezettel sind, sind von dir ganze Bücher
vollgeschrieben.
Du
warst nie wirklich viel, bevor du plötzlich alles warst.
Ich
möchte vom Glück schreiben. Von unbekümmertem Lachen, lauen
Sommernächten, leidenschaftlichen Küssen, einer Hand, die meine
festhält. Stattdessen
schreibe ich wieder nur von dir. Du, mein Hintergrundrauschen. Mein
Synapsenstandbild. Du, mein wunder Punkt. Mein Wunder. Punkt.
Ich
muss dich loslassen, mehr noch, ich muss dich aus meinen Gedanken
verbannen. Damit sich das alltägliche Kopfkarussell nicht mehr um
dich drehen kann.
Ich
weiß, dass ich zur Zeit alles andere als nett bin. Anders
ausgedrückt, ich weiß, dass ich dich zur Zeit vollkommen ignoriere.
So tue, als seist du nicht da. Selbst wenn du mir gegenüberstehst
und „Hallo“ sagst, tue ich so, als seist du nicht da.
Für
mich ist es einfacher, so zu tun, als wärst du nichts, denn
zuzugeben, dass du alles bist. Es ist einfacher sich einzureden,
dich zu hassen, als sich einzugestehen, dass ich dich vermisse. Dich
meiden ist einfacher, als dich in meiner Nähe zu wissen. Gemein über
dich zu reden ist einfacher, als naiv und peinlich berührt
zuzugeben, dass ich dich sogar jetzt noch, nachdem du von der breiten
Palette an unsäglichen Fehltritten und unfassbaren Aktionen in den
letzten Monaten so ziemlich alles abgedeckt hast, immer noch mag.
Dass ich dich einfach immer noch sehr gerne habe. Sehr.
Es
ist zwar alles einfacher, aber es macht die Sache mit dir nicht
einfach.
In
deiner Nähe halte ich mich fest. Ich bringe alle meine Kraft auf, um
mich zusammenzuhalten. Um sicher zu gehen, dass ich nicht in alle
meine Einzelteile zerspringe, wenn ich in deiner Gegenwart bin. Ich
würde wohl einige Stücke von mir bei dir verlieren, wenn ich Hals
über Kopf die Flucht ergreife um zu retten, was noch zu retten ist.
Ich würde sie bei dir liegen lassen, und das wäre nicht gut. Denn
sie wären bei dir nicht gut aufgehoben, nicht sicher. Es gab Zeiten,
da hätte ich die Hand für dich ins Feuer gelegt, da hätte ich dir
alles was mir lieb und teuer ist blind und ohne eine Sekunde darüber
nachzudenken anvertraut. Ich habe d i r vertraut. Aber ich habe mich
getäuscht. Du würdest die Stücke von mir achtlos liegen lassen, ja
im Vorübergehen vielleicht sogar (aus Versehen, würdest du sagen)
drauf treten. Du würdest dem Ganzen keinerlei Beachtung schenken.
Denn, bedenke, vielleicht findest du ja hinter der nächsten Ecke ein
schöneres Stück. Etwas Besseres.
Und
manchmal, wenn ich vergesse, gemein zu sein, wenn ich vergesse, dich
zu ignorieren und wenn ich vergesse, dass ich dich nicht vermissen
wollte, dann trifft es mich wieder. Dann triffst du mich. Es tut dann
da weh, wo es immer weh tut, wenn ich mich kurz nicht festhalte. Mein
Herz, das leider auch immer noch ein kleines bisschen dein Herz ist,
beschwert sich dann lauthals. Oder es weint. Je nach vorhandenen
Kraftreserven. Oder es schweigt. Ja. Manchmal schweigt es dann nur
und wartet darauf, dass sein Klopfen wieder in den Rhythmus dieser
Welt hineinpasst. In solchen Momenten, wenn der Damm bricht, kann man
nur noch versuchen zu schwimmen. Schwimmen, damit man nicht in den
Tränen, dieser Inkontinenz der Erinnerung, diesem Bettnässen der
Gefühle, untergeht. Vielleicht waren wir alles, was wir je sein sollten.
Vielleicht sollten wir nie mehr sein. Wir haben uns verloren. Irgendwo
auf dem Weg zwischen dem was wir waren und dem was wir hätten sein
können haben wir uns verloren.
Es
ist ein Versuch, alles loszulassen. Sich zu verabschieden. Sich
verabschieden ist gut, denn dann ist das Herz offen für Neues.
Ich
muss dich loslassen. | Synapsenstandbild. | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/synapsenstandbild/1463393 |
nottambula | 1,302,247,980 | 679,903 | - | http://www.neon.de/user/nottambula | - | Manchmal frag ich mich schon in welcher Welt wir eigentlich leben. | Keine Frage, ich bin froh, dass ich in Deutschland geboren bin und das Recht habe hier zu leben. Aber manchmal frage ich mich, ob ich das Recht auf all diese Luxusprobleme habe.
Darf ich mich beklagen, dass der Typ, von dem ich schon lange etwas will, sich nicht für mich interessiert? Müsste ich mich nicht eher freuen, dass ich mir meinen späteren Partner frei aussuchen darf und nicht zwangsverheiratet werde?
Darf ich mich darüber aufregen, dass die Erdbeeren im Supermarkt, die ich so gerne hätte, schweineteuer sind und dazu alle noch halb angeschimmelt, so dass ich mir 3-mal überlege sie wirklich zu kaufen? Sollte ich nicht lieber froh darüber sein, dass ich eine so große Auswahl an Lebensmitteln habe, wo die Hälfte der Welt verhungert oder immer nur Reis und Bohnen zu essen hat?
Darf ich mich über eine Regierung ärgern, die es nicht auf die Reihe bekommt, sich bei trivialen Themen einfach mal zu einigen? Sollte ich nicht lieber froh sein, dass ich nicht in Libyen lebe und gerade auf der Flucht vor einem diktatorischen Regime bin?
Und darf ich mich wirklich über das Uni- und Schulsystem aufregen, was so absolut unstrukturiert ist und einigen Verbesserungen unterzogen werden sollte?
Sollte ich nicht lieber froh sein, dass ich lesen und schreiben kann und damit zu den wenigen Prozent der Erdbevölkerung gehöre, die das Privileg haben eine solche Ausbildung zu genießen?
Warum fällt es uns so schwer diese absolut tollen Lebensumstände anzunehmen und uns daran zu freuen und uns stattdessen diesen ganzen ach so großen Luxusproblemen hinzugeben?
Wieso kann der deutsche Mensch nicht einfach mal damit zufrieden sein, was er hat? Warum müssen wir immer alles besser, größer und schöner haben?
Wäre es zu langweilig sich auf die tollen Sachen im Leben zu konzentrieren?
Oder warum verdammt nochmal machen wir uns immer dort Probleme, wo eigentlich überhaupt gar keine sind? | Luxusprobleme | http://www.neon.de:80/artikel/-/-/luxusprobleme/679903 |
der_arme_komoediant | 1,434,877,800 | 1,498,161 | freie-zeit | http://www.neon.de/user/der_arme_komoediant | literatur | Zu viele schlechte Nachrichten | Jeden
Sonntag,
nachdem die
Messe vorüber ist
und die
letzten Omas
aus der
Kirche trotten,
gehe ich
hinein.
Um diese
Jahreszeit
ist die
kühle Luft im Kirchenschiff
eine
willkommene Abwechslung.
Ich tauche
meine Finger
in das
Weihwasser
und bekreuzige
mich.
Meine
Schritte hallen
von den
kargen Steinwänden,
als ich
durch den Mittelgang
zur ersten
Reihe laufe.
Bevor ich
mich setze, knickse ich
vor dem
Kruzifix.
Für ein paar
Minuten
genieße ich
die Stille.
Dann knie
ich
auf das
Holzbrett vor der Bank.
Ich falte
meine Hände,
schließe
meine Augen,
senke meinen
Kopf
und bete,
dass es
keinen Gott gibt. | Sonntagsgebet | http://www.neon.de:80/artikel/freie-zeit/literatur/sonntagsgebet/1498161 |
stummekoenigin. | 1,380,488,640 | 1,070,200 | fuehlen | http://www.neon.de/user/stummekoenigin. | sex | "Erwarte nicht, dass ich mit dir eine Familie gründen möchte." | Eigentlich war alles schon vorbei. Eigentlich hattest du doch alles schon
beendet, bevor es überhaupt richtig anfangen konnte.
Beziehungen enden immer im Drama, hast
du gesagt.
Und jetzt steh ich hier. Genau da, wo
du mich haben wolltest.
Ein bisschen Sex. Ein bisschen
Zweisamkeit gegen die Einsamkeit. Keine großen Worte. Wein und
Zigaretten.
Nicht mehr und nicht weniger.
Wir bewegen uns nicht vom Fleck. Nicht
vorwärts. Nicht rückwärts.
Ich weiß nicht, ob ich das will. Ob
ich das kann:
Still stehen. Dich siegen lassen. Wissen, dass da
nichts mehr kommt. Dass genau das, das Ende vom Besen ist.
Nicht darüber nachzudenken. Keine Gefühle entstehen und wachsen zu
lassen. Nicht an das „Wir“ zu glauben.
Denn es gibt kein Wir. Und das wird es
nie geben.
Tags: Sexbeziehung | Gewisse Vorzüge ohne Freundschaft | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/sex/gewisse-vorzuege-ohne-freundschaft/1070200 |
DarenBRens | 1,323,082,140 | 801,351 | sehen | http://www.neon.de/user/DarenBRens | gesellschaft | „Du bist echt ne’ kleine Pussy.“ | Im Frühling meiner Jahre verbrachte ich den Sommer meines
Lebens.
Er hieß Atul und war indischer Student des Maschinenbaus.
Für mich der Lehrer der Liebe.
Atul war der erste Mann, in den ich mich verliebt hatte. Er
war der Junge, der mir an die Stirn geklopft und gesagt hatte: „Hallo?! Du bist
schwul.“ Aber er hatte es zärtlich getan. So zärtlich, dass ich den Großteil
des Sommers in seinen Armen verbracht hatte.
Eines Morgens, ich hatte einmal mehr für Frühstück im Bett
gesorgt, schlug er vor „Das Imperium schlägt zurück“ zu gucken. Das war
offenbar die Fortsetzung von „Star Wars“, den Film , den wir an unserem ersten
Tag als Paar zusammen geschaut hatten.
„Och nö,“ murrte ich. „Ich hasse Sequels.“
„Dann lass uns ins Freibad.“
Ich stieß ein langgezogenes „Hmmm...“ aus. Natürlich konnte
ich niemals ins Schwimmbad. Die Gefahr dort meine Freunde anzutreffen war
einfach zu groß. „Ich weiß nicht,“ sagte ich unentschlossen.
„Dann überleg’s dir schnell,“ meinte Atul, sprang vom Bett
auf und verschwand im Bad.
Wollte ich diesen Traummann der Welt vorstellen? Eigentlich
schon. Und mein Umfeld mit meinem neuen Lebenskonzept vertraut machen? Sich
outen? Eigentlich nicht.
„Du, ich geh heut zu meinen Eltern. Die hab ich lang nicht
mehr gesehen!“ rief ich vom Bett aus Richtung Bad. Atul kam mit nacktem,
kastanienbraunem Oberkörper in den Türeingang, in seinem Mundwinkel hing die
Zahnbürste. „Prima,“ antwortete er und schloss etwas an, das klang wie, „Ich
komm mit!“
Wie meine Freunde auf meine Neuigkeit reagieren würden,
konnte ich mir ungefähr vorstellen. Sie kannten den Begriff „schwul“: Es fängt gleich an zu regnen!.
-Schwul!- Und? Wie war der Film?
-Schwul!- Thomas hat sich das Bein gebrochen.
-Schwul!- Bayern hat wieder gewonnen!
-Schwul!-
Aber was würden meine Eltern sagen? Ich entschloss mich für
eine ehrliche Kommunikation mit Atul und warf ihm ein paar Phrasen vor die Füße
wie „mehr Zeit brauchen“, „den richtigen Augenblick abwarten“ und „meine Leute
nicht überfordern“.
„Du bist echt ne’ kleine Pussy,“ erklärte mir mein Lehrer
der Liebe. Peitsche. „Ich mein, du bist echt süß und so weiter...“ Zuckerbrot. „Aber
Hosen anhaben ist echt nicht dein Ding. Peitsche. „Wir ziehen das jetzt durch!“ Mein Lehrer.
Ein paar Stunden später saßen Atul und ich am Essenstisch
meiner Eltern. Es war Sonntag und meine Mutter stellte den Sauerbraten auf den
Tisch neben die Kartoffeln. Mein Vater hatte Atul eingangs als einen Freund von
mir begrüßt und saß nun zeitungslesend am Kopfende. Meine Mutter setzte sich,
und Atul stieß mich unterm Tisch an. „Ich bin schwul und Atul und ich sind zusammen“
erklang es urgewaltig aus meinem Mund.
Mein Vater stand direkt wortlos auf und ward an diesem Tag
nicht mehr gesehen. Wenig später stand Atul auf, um sich die Hände waschen zu
gehen. Meine Mutter schaute mich mit Augen, die seit meiner Geburt nichts als
Verständnis kannten, an und sagte ernst: „Schwulsein ist ja richtig hip
heutzutage – aber ein Ausländer?“
Dann stand auch ich auf, fing Atul in der Diele ab, und wir
verließen mit leeren Mägen meine Eltern.
Unten auf der Straße fragte ich Atul ob wir wieder zu ihm
gehen wollten. Er schüttelte den Kopf. „Du bist echt ne’ Pussy.“
„Was soll das heißen?“
„Dass ich mir ein bisschen mehr Authentizität von dir
wünschen würde.“
Ich fühlte mich verletzt. „Bin ich dir nicht schwul genug?“
Atul drehte sich um und ging.
Atul hatte Recht. Ich musste etwas finden, das mich sofort
als schwul erkenntlich machte. Ein Accessoire, bestimmte Gesten, eine tuntige
Eigenart, mein Gang, ein neuer Stil, vielleicht einen Ohrring, enge Klamotten,
Make-Up oder gar einen Rock? Irgend etwas, dass mein Schwulsein als gottgegeben
und selbstverständlich kennzeichnete. Naja, zumindest als selbstverständlich...
Ein paar Stunden später stand ich Zuhause vor dem Spiegel
und probierte ein paar Dinge aus. Ich versuchte es zunächst mit einem Ohrring,
den ich mir ans rechte Ohr klippte. War es rechts? Oder trugen Schwule ihren
Ohrring links? Hm. Als nächstes wagte ich mich ans Brow-Kit. Atul zog sich
nämlich gerne seine dunklen Augenbrauen nach – und generell machen ja viele
Schwule noch irgendwas mit ihrem Gesicht. Nach 10 Minuten vor dem Spiegel sah
ich aus wie Captain Jack Sparrow. Ich hob meinen linken Oberarm an und ließ das
Handgelenk gebrochen weg knicken.
Das war mein Startschuss!
Als nächstes warf ich die Metallica CD aus dem Player,
kramte „Like a Prayer“ aus den Untiefen meines verlogenen Heten-Daseins und
schmiss den Soundtrack meines neuen Lebensrhythmus an. Ich griff in die
Einkaufstüte, dem Ergebnis meines vorausgegangenen Shopping-Eklats, und holte
eine kleine, pinke Tasche mit knallbunter Sailor Moon Bestickung hervor. Fix
über die Schulter geworfen, noch einmal den Menschen da im Spiegel betrachtet
und Handgelenk weggebrochen. Atul wäre so stolz mich!
Zu Madonnas „Express Yourself“ trug ich dann bereits die
blaue Röhrenjeans und verteilte Luftküsschen. Dabei fiel mein Blick auf das
Venus Shaving Set und...
...ich schreckte auf. Schnell war klar: die Jeans, Brow-Kit
und die Ohrringe gehörten zum Traum. Der Streit mit Atul? Auch nur geträumt, wir
waren nie bei meinen Eltern! Es dauerte eine Weile, bis ich alles begriff und
ordnen konnte. Die Sonne schien durch ein Fenster. Meine Haut kribbelte, es war
warm. Ich drehte mich um, kuschelte mich an seinen seidenweichen Rücken und
flüsterte ihm ins Ohr: „Sollen wir heute ins Freibad?“
Und ich hoffte meine Freunde würden auch da sein. | Vom Schwulsein und anderen Katastrophen II | http://www.neon.de:80/artikel/sehen/gesellschaft/vom-schwulsein-und-anderen-katastrophen-ii/801351 |
unwirsch | 1,453,643,760 | 1,546,289 | fuehlen | http://www.neon.de/user/unwirsch | erwachsen-werden | Schon gar nicht dass 62 Einzelmenschen
so viel besitzen wie die halbe Welt | Dieses Land hat ganz andere Probleme (Derailing 1elf deluxe)
Nicht die orthographisch feinsinnig
ausgestellte Herzlosigkeit der Manchen
Nicht Stumpfsinn, Dummheit, blanker Neid
Schon gar nicht dass 62 Einzelmenschen
so viel besitzen wie die halbe Welt
Oder ob auch weibliche Muslime schwimmen
können und dabei rüde Frauen betatschen
Nicht die Obdachlosen,
Menschen, die am Bahnhof klatschen
Nicht die V-Männer in den rechten Kreisen
Nicht ein Verfassungsschutz,
der sich auf einem Auge blind stellt
Nicht: Was ist mit den Linken!!!!
Nicht die Manipulationsversuche der Medien
Nicht die Flüchtlingsunterkünfte,
die man ansteckt, bevor sie
noch aus allen Nähten platzen.
Dieses Land hat andere Probleme -
Ich frage euch: Zum Teufel, was,
was wurde aus Beate Zschäpes Katzen? | Dieses Land hat ganz andere Probleme (Derailing 1elf deluxe) | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/erwachsen-werden/dieses-land-hat-ganz-andere-probleme-derailing-1elf-deluxe/1546289 |
unnuetzeswissen | 1,355,159,100 | 964,386 | kaufen | http://www.neon.de/user/unnuetzeswissen | produkte | Männer, die so tiefe Stimmen haben wie der Soul Sänger Barry White, haben eine höhere Erfolgsrate bei der Partnersuche, laut einer Studie (...) | Frauen erinnern sich an Männer mit tiefen Stimmen eher als an Männer mit hohen Stimmen | http://www.neon.de:80/artikel/kaufen/produkte/frauen-erinnern-sich-an-maenner-mit-tiefen-stimmen-eher-als-an-maenner-mit-hohen-stimmen/964386 | |
volldeluxe | 1,364,127,840 | 1,002,998 | freie-zeit | http://www.neon.de/user/volldeluxe | computer-internet | Ich bin scheiße - online bei Facebook jedenfalls. | Ich bin scheiße - online jedenfalls. Online bin ich richtig scheiße, da bin ich
eine richtige, unerträgliche Nervensäge, poste allen möglichen Blödsinn. Weiß
der Himmel warum. Ich will keine Anerkennung, keine 5.000 Freunde und berühmt
werden will ich schon mal gar nicht.
Trotzdem nerve ich meine Freunde
mit haufenweise Kram, den eigentlich niemanden interessiert. Meine
Freundesliste umfasst um die 130 Personen, von denen ich grade mal die Hälfte
persönlich kenne, von dieser Hälfte habe ich mit einem Bruchteil regelmäßigen
Kontakt und von diesem Bruchteil kann ich grade mal an einer Hand meinen
engsten Freundeskreis abzählen. Und all diese Personen müssen sich dann
Einträge durchlesen, die dann irgendwie so aussehen:
―Ich bin schwimmen. ―Sauber
machen. ―Duschen. ―Songzitat 1#. ―Arbeiten. ―Video 1#. ―Pause. ―Feierabend. ―Songzitat
2#. ―Foto 1#. ―und so weiter. ―und so weiter.
Mittlerweile drängt Facebook ja
einen dazu sowas zu veröffentlichen. Dann steht da in dem kleinen Statuskasten
"
Und wie geht es dir
?" oder "
Was geht in deinem Kopf vor
?".
Ja, klar wenn mich jemand das fragt, dann antworte ich darauf auch! Aber ich
weiß, dass ist nicht so gut. Facebook macht einen in gewisser Weise krank. Mir
geht es jedenfalls so. Wenn ich keine Nachrichten bekomme, niemand mit mir über
Facebook kommuniziert, dann bekomme ich sofort ein Gefühl der Einsamkeit und
denke, dass ich völlig alleine auf der Welt bin. Für mich ist das ziemlich
schwer, weil ich eine Person bin, die ungern alleine ist. Ich möchte Menschen
um mich herum haben. Gefühlsvoll bin ich auch. Viel zu viel denke ich manchmal.
Wenn mich jemand auf der Straße oder im Zug seltsam anguckt, dann mache ich mir
sofort hunderte Gedanken, warum und weshalb dieser Mensch mich nicht mag, ob
ich hässlich bin oder er mir ansieht, dass ich schwul bin und er etwas dagegen
hat. Wenn mir jemand schreibt und kein Smiley in der Nachricht vorkommt, dann
fühle ich mich sofort persönlich angegriffen. Mein Kopf ist voll mit Sachen,
die eigentlich nicht da rein gehören. Und da ich vor einem halben Jahr
umgezogen bin, in die schöne Stadt Bielefeld, und hier so gut wie keinen kenne
ist das alles ziemlich unangenehm für mich. Meine Freunde, die hier in der
Umgebung gewohnt haben sind alle in ganz Deutschland verstreut, weil die
studieren gegangen sind. Ich ganz alleine in der großen Stadt vor meinem
Computer und einem Facebook, dass mich drängt Leute zu nerven. Ja, ich bin
scheiße. Ein Online-Wrack.
Ich muss was ändern. Ich könnte
mich von Facebook abmelden, das habe ich schon mal geschafft, ganze acht
Monate. Da war ich in einer Beziehung und habe viel Zeit mit meinem Freund
verbracht. Beziehung ging in die Brüche. Facebook: Neu Registrieren! Und da ich
in Kontakt bleiben möchte, mit den Freunden, die mir am Herzen liegen und
weiter weg wohnen, ist Facebook die beste Möglichkeit dafür. Also möchte ich
mich doch nicht so gerne abmelden.Ich muss was ändern! Ich weiß,
dass ich kein schlechter Mensch bin, auch wenn einige Leute aus meiner
Freundesliste wahrscheinlich genau das von mir denken, weil ich diesen ganzen
Müll poste. Aber von meinem echten Freundeskreis und durch meine
Selbsteinschätzung (das soll nicht überheblich klingen) weiß ich, dass ich ein
guter, netter und offener Mensch bin. Man darf mich nur nicht alleine lassen.
Und ich werde etwas ändern. Ich habe bereits damit angefangen. In den nächsten
Wochen möchte ich viel Sport machen - ohne es der ganzen Welt mitzuteilen.
Und öfter nach draußen in die Stadt will ich
gehen, alleine mit meiner Kamera. Vielleicht lerne ich dort Menschen kennen.
Ich weiß es nicht. Besser als abends alleine im Online-Sumpf zu ertrinken. Und
ich will wieder mehr schreiben und lesen. Ich werde sehen wohin mich das führt. Ich will ein guter Mensch sein.
Ich werde etwas ändern!
Tags: Freundschaft, Umzug, Freund verlieren, Selbstzerstörung | »Onlinestatus: Ich Bin Scheiße.« | http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/computer-internet/onlinestatus-ich-bin-scheisse/1002998 |
fraumucklas | 1,356,723,000 | 970,094 | fuehlen | http://www.neon.de/user/fraumucklas | liebe | Ich will, dass es vor Schmerzen aufschreit, sich windet und wimmernd zu Boden fällt. | Ein Gefühl steigt in mir hoch. Ich will es zerquetschen, darauf rumtrampeln, will es in tausend kleine Teile zerreißen, es verletzen. Ich will, dass es vor Schmerzen aufschreit, sich windet und wimmernd zu Boden fällt. Ich will, dass es sich in Luft auflöst, zerplatzt und nie wieder zurückkommt.
Es soll einfach aufhören.
Während es sich unaufhaltsam in meinem Körper ausbreitet, starre ich meine Hand an, die Knöchel sind so weiß wie Federwolken, mein Körper verkrampft sich immer mehr. Ich spüre, dass ich der Ohnmacht nahe bin, das viele Blut läuft über meine Finger, mir wird schwarz vor Augen.
Niemals wollte ich das Gefühl gewinnen lassen, ich wollte doch stark sein! Ich habe so fest zugedrückt wie ich nur konnte, das Gefühl ist auf einmal weg. Es ist endlich weg, der Druck, die Last, alles fällt von mir ab. Ich höre wieder meinen Atem, alles erscheint mir so klar und es ist trotzdem verschwommen. Die Schwermut will sich breit machen, die Melancholie will mich nach unten ziehen, die Ruhe will nicht einkehren. Ich spüre meinen Herzschlag und zum ersten Mal seit Wochen lächle ich. Gedanken schwirren umher, die Ruhe will immer noch nicht einkehren, aber es geht mir gut. Ich will es in die Welt hinaus schreien, jeder soll es wissen. Es geht mir gut- Für den Moment.
Diesmal hat das Gefühl gewonnen. Aber nochmal lasse ich es nicht zu.
Nochmal lasse ich die Wut nicht gewinnen! | Das Gefühl. | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/das-gefuehl/970094 |
Luciasic | 1,388,421,060 | 1,100,770 | wissen | http://www.neon.de/user/Luciasic | alltag | nicht unbedingt eine gedichtform, passt aber :) | ich reiche meinen rum rum,
wenn er die runde macht, glaubt niemand dran.
man könnte auch einen revolver zur brust nehmen
und jegliche schicksale beeinflussen.
wenn der wille da ist , so flößt man sich gerne etwas ein,
manche brauchen das nicht, sagt man.
jedoch lügen, dass man am ende länger ist,
ist so falsch.
ein einflößender, mit größerer vorsicht koennte im fußgaengerstraßenverkehr ebenso lange durchlaufen,
wie ein gruener, abstinenter mensch.
das reh, das vom auto überfahren wird,
berauscher oder grünes reh,
wird am ende leblos auf dem asphalt liegen.
es könnte dann im letzten augenblick den konsum gewisser substanzen bereuen. oder eben bereuen, nichts probiert zu haben.
aber niemand stellt ein schild auf, unter welchen verhältnissen es am ende unterm auto lag.
jedenfalls fällt einer nach dem anderen um, ob so oder so.
damit oder ohne.
Tags: legal, illegal, rummachen | reihum | http://www.neon.de:80/artikel/wissen/alltag/reihum/1100770 |
gedankenmeer. | 1,450,378,620 | 1,534,900 | fuehlen | http://www.neon.de/user/gedankenmeer. | liebe | Was uns bleibt ist nicht mal Freundschaft, ist ein übervorsichtiges miteinander Umgehen, ein "Mach ich nichts, mach ich auch nichts falsch". | Ich frag mich
manchmal, frag mich häufig, immer nachts frag ich mich, ob’s dir vielleicht,
ob’s dir unter Umständen genau so geht. Ob’s dir tatsächlich so gut geht wie du
vorzugeben scheinst und ob du mich vielleicht auch vermisst – so wie ich dich.
Wenn Schweigen unsere Sprache ist, kann ich nur erahnen wie's dir geht.
So
viel Ungesagtes liegt zwischen uns, so viele Dinge, über die wir nicht mehr
geredet haben. Es war ne blöde Idee zu glauben, wir könnten beste Freunde mit
Vorzügen sein und gleichzeitig unsere Gefühle ignorieren. Eigentlich habe ich
dir noch so viel zu sagen. Gleichzeitig habe ich Angst, dir zu nahe zu kommen.
Angst, du könnest denken, ich wolle von dir noch immer mehr als Freundschaft.
Schließlich soll’s auch für dich so aussehen, als käme ich ganz gut ohne dich
klar.
Ich
kann nur rätseln was du denkst. Es ist ein ewiges Warten darauf, dass etwas
passiert. Von dir kommt nichts. Von mir auch nicht. Es ist die Angst, sich
verletzlich zu zeigen. Du sollst denken, mir geht’s blendend. Die Wahrheit ist,
ich denke
dir
geht’s blendend.
Die Wahrheit ist auch,
ich vermisse dich. All die Gespräche mit dir, jeden Tag zu wissen, was du tust,
mit dir aufzustehen und mit dir ins Bett zu gehen, mit dir zu lachen, jede
Neuigkeit als erste Person zu erfahren und nicht durch Zufall. Ich forder das
doch gar nicht alles zurück - ein Kompromiss, quasi Second-Hand, Silber statt
Gold, echte Freundschaft statt Teilzeit-Beziehung, das wäre so mehr als okay.
Doch
das, was uns wirklich bleibt, ist nicht mal eine richtige Freundschaft, ist ein
übervorsichtiges miteinander Umgehen, ein „Mach ich nichts, mach ich auch
nichts falsch“. Ein ewiges Schweigen, obwohl das Herz so viel zu erzählen
hätte. Ein beabsichtigtes "unbeabsichtigtes" Aneinandervorbeilaufen
um einander bloß nicht zu nahe zu kommen.
Ich kann nur rätseln,
wie’s dir geht.
Tags: Freundschaft plus, Freunde mit Extras, Freunde mit gewissen Vorzügen, freundschaft plus plus liebe | Freundschaft Plus. | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/freundschaft-plus/1534900 |
MrsCoffee | 1,401,824,580 | 1,269,597 | fuehlen | http://www.neon.de/user/MrsCoffee | liebe | Über Mauern und Wände und Türen... | Du willst Alles oder
Nichts,
ganz oder gar nicht.
Willst lieber nicht
probieren
was dir eventuell
nicht schmeckt.
Du willst das Große
und Einmalige,
ein felsenfestes
Fundament.
Willst zweifellos
glücklich sein
und übersiehst,
dass die Zukunft immer
auf unsicherem Grund gebaut wird.
Also errichtest du
vorsichtshalber
Mauern
um dich herum,
dein Kopf setzt Stein
auf Stein.
Ich trommele gegen
diese Wände
und hoffe,
dass dein Herz mich
hört.
Vor mir eine kleine
Tür,
manchmal einen Spalt
geöffnet.
Aber nur bis das
Gefühl
zum wiederholten Mal
den Ringkampf
mit deinem Verstand
verliert.
Und ich stehe auf der
anderen Seite
dieser gut gemauerten Wand.
Immer Herz über Kopf
und Gefühl über
Verstand.
Die
Vernunft
hat schon längst
kampflos aufgegeben.
Meine Tür ist offen,
den Schlüssel habe
ich weg geworfen
und alle Mauern eingerissen.
Weil ich zwischen Entweder und Oder
dem Vielleicht einen Platz einräume.
Weil die Freude
ohne
den Schatten des Schmerzes
nur halb so schön
wäre.
Weil Hoffnung immer
stärker ist
als Angst.
Weil ein Ende immer
bedeutet,
dass es mal einen
Anfang gab.
Weil das Leben zu
kurz ist
für all die Wenns und
Abers.
Du sitzt in deinem
selbst gebauten Gefängnis
und wartest, dass das
Leben klopft.
Ich hole meinen
Vorschlaghammer,
denn Warten liegt mir
nicht.
Tags: verstand, Wände, Herz, liebe, Mauern | Warten liegt mir nicht | http://www.neon.de/artikel/fuehlen/liebe/warten-liegt-mir-nicht/1269597 |
Himbeerzuckerwatte | 1,459,362,480 | 1,573,011 | fuehlen | http://www.neon.de/user/Himbeerzuckerwatte | erwachsen-werden | [...] Und so tat sie es; steckte die Enttäuschung eines siebenjährigen Mädchens zur Seite und versuchte, das Beste daraus zu machen. [...] | Klein Merle musste schon immer Stärke zeigen, sie war zu Hause das einzige Mädchen. Allein zwischen drei großen Brüdern, doch Merle lernte, sich durchzusetzen, zu kämpfen - manchmal auch mit unfairen Mitteln. Dann wurde Mama wieder schwanger und die große, ja riesige Hoffnung keimte auf, vielleicht eine Schwester zu bekommen. Die kleine Merle war das einzige Familienmitglied, das aus dem großen blauen Buch mit den Vornamen nach Mädchennamen suchte -- die anderen behielten Recht. "Mund abputzen, weitermachen", würde Oliver Kahn nun zu ihr sagen.
Und so tat sie es; steckte die Enttäuschung eines siebenjährigen Mädchens zur Seite und versuchte, das Beste daraus zu machen.
Irgendwann wurde Papa wütend, Merle bekam Angst, in seiner kopflosen Wut rannte er in ihr Zimmer, schmiss alles um, riss die Spielsachen aus den Regalen und sagte Merle mit einem verachtenden Blick, sie müsse ihr Zimmer wieder aufräumen, es sei unordentlich. Merle schluckte, sie stand auf, ging in ihr Zimmer und machte Ordnung. Sie schwieg.
Merle spielte mit ihrem neuen kleinen Bruder, er war viel spannender als die Puppen. Sie streichelte ihm vorsichtig über den Kopf, nahm ihn liebevoll in den Arm und gab ihm mit tränennassen Lippen Küsse auf die Stirn. Papa mochte es nicht, sie mit dem kleinen Bruder zu sehen. Er wurde wütend, ja, er wurde rasend vor Wut. Und Merle?! Sie schwieg.
Er durfte nur ihrer kleinen Puppe nichts tun, diese musste Merle beschützen. Mit allen Mitteln. Aber sie versagte. Sie versagte schweigend. Papa schlug auf die Puppe ein, schubste sie, so dass sie zu Boden fiel. Merle weinte, zum ersten Mal gab sie einen Laut von sich. Aber das machte Papa noch wütender, er rannte auf die Puppe zu. Merle schwieg wieder.
Manchmal sah die kleine Merle hoffnungsvoll zu Mama oder ihren älteren Brüdern, doch auch sie schwiegen. Mama weinte. Das war der einzige Laut. Schweigen lernte man in dieser Familie von Kindesbeinen an. | Schweigen | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/erwachsen-werden/schweigen/1573011 |
Tyler.Durden | 1,331,389,500 | 852,668 | sehen | http://www.neon.de/user/Tyler.Durden | politik | That simple? | Ein
barbarischer Mann
übt über Jahrzehnte hinweg scheinbar ungehindert sein perfides Treiben in der Mitte von Afrika aus. Er wird vom internationalen Strafgerichtshof angeklagt. Präsident Obama und sein berüchtigter Vorgänger entsenden kleinere Teile an Militärs in das Zielgebiet, um bei der Festnahme des Tyranen zumindest theoretisch zu unterstützen. Der Mann, dem so unzählige Gräueltaten vorgeworfen und nachgewiesen werden können, ist dennoch weiterhin auf freiem Fuß. Er entkommt immer wieder, wenn auch teilweise nur knapp.
Eine Gruppe gründet eine sogenannte Hilfsorganisation: "Invisible Children". Über die Jahre werden immer wieder kleinere Internetvideos veröffentlicht, mit dem Ziel Aufmerksamkeit zu schaffen. Auf Kony? Auf seine Verbrechen?
Diese Woche ist dieser Vereinigung einer der größten Internethypes ever gelungen. Ein neues Video wurde zusammen gestellt. Simple Aussagen werden unterlegt mit bewegender Musik und schnellen Schnitten a la Hollywood. Schnell wird der Zuschauer eingenommen und natürlich zum Mitmachen animiert.
Appelliert wird an die Internetgemeinde. Die Faszination und Begeisterung, was die vernetzte Welt aktuell erreichen konnte, werden gezielt angesprochen.
Zahlreiche Diktatoren waren dem Druck der Masse nicht mehr gewachsen, so sehr sie auch versuchten sich dagegen zu wehren, am Ende mussten sie sich geschlagen geben.
Ein gemeinsames Ziel gegen das Böse, dass so stark verbinden kann, eine Gemeinschaft bildet. Schnell werden Flashmobs und Demos organisiert. Doch wer am Ende wirklich vor seinem Rechner hervor kriecht und seine müden Knochen auf die Straße bewegt, ist jedes mal aufs Neue fraglich. Zu neu ist dieses Phänomen.
Manchmal kommen eben doch ein paar zusammen, wie
unlängst auch Herr Wulff zu hören bekommen hat
.
Aber das Prinzip ist einfach:
teilen, teilen, teilen
! Ein Klick reicht.
Und damit wir es einfacher haben, bietet "IC" auch gleich die passende Ausstattung für die angehenden Protestler - T-Shirts, Poster, Fahnen, Bändchen usw. Alles zu einem geringen Preis im direkt angeschlossenem Shop zu ersteigern. Spenden sind natürlich auch erbeten. Damit es weiter gehen kann.
Und was machen die Leute? Sie teilen, teilen und teilen und das sicher im Groß der Fälle unreflektiert. Alle sollen mitmachen! Eine Zahl der Videoaufrufe zu nennen ist Irrsinn, da sie scheinbar alle Grenzen sprengen wird und weiterhin stetig steigt. Nur langsam und leise tauchen kritische Fragen auf. Die begeisterte Masse erreichen sie wohl kaum. Was passiert eigentlich mit den Geldern? Rund 30% wurden zuletzt zur eigentlichen Unterstützung in Afrika eingesetzt. Der Rest geht für die Gehälter und neue Videos drauf!
Warum?
Warum denkt niemand mehr nach? Warum hinterfragt niemand mehr? Das ärgert mich so sehr, ich könnte im Kreis hüpfen vor Wut. Das ist doch eines der elementarsten Dinge, die uns Menschen ausmachen. Die Möglichkeit etwas zu überdenken. Ursache und Wirkung abzuwägen. Neugierig zu sein. Zu Lernen. Darum bitte ich dich inständig:
beware of the hype! allways!
Hinterfrage alles und jeden!
Egal ob in der Schule, auf der Arbeit, in den Medien oder auf der Straße - danke!
note: Ich erhebe keinen Anspruch auf die Korrektheit und Vollständigkeit der Faktenlage! Dafür konnte ich mich aktuell nur zu eingeschränkt informieren. Auch ist mir bewusst, dass stilistische Ungereimtheiten diesem Text inne wohnen. Birnen mit Äpfeln verglichen werden, eine Menge Unterstellungen sind auch dabei usw.
[update]: eine Auswahl meiner Quellen
visiblechildren.tumblr.com
Spiegel.de - Aktivisten starten Kampagne gegen ....
Zeit Online - Mit Social Media gegen den Völkermörder?
Tags: Kony, 2012, YouTube, Gesellschaft | Kony 2012 | http://www.neon.de:80/artikel/sehen/politik/kony-2012/852668 |
superhero! | 1,338,227,280 | 887,267 | sehen | http://www.neon.de/user/superhero%21 | gesellschaft | Belangloser Sex ist eben doch kein Allheilmittel gegen gebrochene Herzen. Welcome back, liebe Erinnerung! | Der Mann neben mir dreht sich, der Arm, locker um meine Hüfte gelegt, rutscht
hoch bis zu meinen Brüsten. Langsam wache ich auf, vielleicht wegen seinem
gleichmäßigen, sanften Atmen irgendwo hinter meinem Hals, vielleicht auch weil
ich nicht mehr gut im Schlafen bin.
Verschlafen drehe ich mich, unser
Morgenritual, ich küsse dich in den Halbschlaf und koche Kaffee bis du wach
bist, Dornröschen für Emanzen, wenn man so will.
Und wieder einmal bin ich
schlagartig wach, weil du einfach nicht neben mir liegst.
Statt den
gewohnten dunkelbraunen Locken, die dir wirr in Stirn, Nacken und Augen hängen,
sehe ich heute blondes Strubbelhaar; die Skalps verschiedenster Eroberungen
reichen in letzter Zeit ganz schön weit, schwarz, braun, blond, sogar rot,
gelockt oder glatt, 2mm kurz oder schulterlang.
Ich fühle mich schmutzig.
Allein, trotz dem tollen Mann neben mir, den ich außerhalb dieser Krisenzeiten
wahrscheinlich als ebenjenen sehen könnte und nicht nur als ein 'Nicht-Du', als
wär' das ein Fehler. Ich stehe auf, Badezimmer, erbreche mich. Hab mal wieder
die Kontrolle verloren, kann deine blaugrauen Augen mit den langen, an den
Spitzen von der Sonne blond gebleichten Wimpern vor mir sehen und den
vorwurfsvollen, traurigen, besorgten Blick.
<<Es geht nicht mehr.
Sorry. Spatz, pass auf dich auf!>>
Als wär's vor 5 Minuten gewesen,
habe ich vor Augen, wie ich weggetaumelt bin, keinen Boden unter den Füßen, Kopf
leer, das Herz ein großer Klumpen Mett, keine Ahnung und kein Plan, Sicht erst
recht schlecht, wegen der Tränen und den zugepressten Augen. Was ich nicht sehe,
kann mir nicht wehtun. Mach die Augen zu, wenn du Angst hast, hat Daddy immer
gesagt, bevor auch Daddy sein kleines Mädchen sehr allein in einer viel zu
großen Welt zurückgelassen hat. Ich finde den Weg nicht mehr. Laufe blind, kenne
deine Straßen eigentlich besser als meine, taste mit den Händen voraus.
Wahrscheinlich habe ich meinen richtigen Weg noch immer nicht gefunden.
Glückliche Menschen wachen nicht ständig neben fremden Menschen auf,
Menschen für den Moment, betäuben ihre schmerzenden Herzen nicht mit Alkohol,
Gras und Nikotin, denken nicht soviel, weniger What-If, mehr Thats-It.
Ich
stehe auf, hefte meiner Fickbekanntschaft einen Zettel an die Zimmertür meines
kleinen WG-Kämmerleins.
<<Muss zur Uni, Vorlesung, mach dir Kaffee und
nimm dir was zu essen. War schön mit dir, M. >>
Der Gedanke, das mein
Morgenritual seit ein paar Wochen so aussieht, erschreckt mich.
Was du nur dazu sagen würdest, wahrscheinlich nichts. | Was du nur dazu sagen würdest. | http://www.neon.de:80/artikel/sehen/gesellschaft/was-du-nur-dazu-sagen-wuerdest/887267 |
OliviaTwist | 1,427,180,220 | 1,484,736 | sehen | http://www.neon.de/user/OliviaTwist | gesellschaft | Hören Sie auf zu träumen, wir müssen es ja auch! | Es ist doch immer wieder eine Freude Stellenausschreibungen
zu lesen. Ich frage mich immer, ob Sie dies wirklich ernst meinen. Sie suchen
die Besten der Besten. Das kann ich verstehen, aber hören Sie endlich auf zu träumen!
Wen Sie suchen? Eindeutig eine Person, die nicht älter als 30 Jahre ist, einen sehr guten Abschluss hat und dabei müssen wir noch 5 Sprachen
fließend sprechen. Wir sollen neben dem Studium noch Ehrenamtlich tätig sein,
am besten in so vielen Organisationen, wie nur möglich. Zudem haben wir
natürlich noch die verschiedensten Praktika im Ausland absolviert, die uns
natürlich schon Joberfahrungen gebracht haben. Und nicht zu vergessen, wir
müssen hoch motiviert sein! Wir sind hoch motiviert! Aber das sehen Sie nicht!
Wir wissen, dass ein Unternehmen schwarze Zahlen schreiben muss. Während unseres
Studiums haben wir zu oft rote gesehen und wollen das nie wieder. Keinen
interessiert es, dass wir während unseres Studiums arbeiten mussten, weil das
Bafög nicht gereicht hat und unsere Eltern uns nicht unterstützen konnten.
Keinen interessiert es, dass wir definitiv selbstständig sind, da wir seit mehr
als 3 Jahren unser Leben, unser Studium und unsere Finanzen im Griff haben.
Ihre Vorstellung und unsere Realität driften immer weiter auseinander. Aber
wissen Sie was? Wir bewerben uns trotzdem, denn wir sind motiviert. Bekommen
wir dann einmal keinen Brief oder eine E-Mail mit den Worten „ Es tut uns Leid,
dass wir Sie dieses Mal nicht berücksichtigen konnten…. Weiterhin viel Erfolg“,
laden Sie uns meist zu einem Telefoninterview ein. Wir bereiten uns vor, wissen
ganz genau was wir wollen. Sie bekunden Interesse und dann kommt es am Ende des
Interviews zu der Gehaltsvorstellung. Ja wir sind gewillt zu arbeiten, aber Sie
können uns doch nicht sagen, dass wir mit einem oder zwei Akademischen
Abschlüssen ein Gehalt erhalten sollen, was ich hinter einer Kasse in einem
Supermarkt verdiene.
Wir merken schnell, dass wir Ihnen nicht viel Wert sein
können. Vielleicht finden Sie ihr Angebot durchaus lukrativ, aber wir müssen
10000 Euro dem Bafög –Amt zahlen. Nicht weil wir Handy, Verträge, große
Fernseher oder teure Reisen bezahlt haben. NEIN! Wir müssen unser Darlehen
zurückzahlen.
Ich bin dankbar dafür und ich möchte das geliehene Geld
zurückzahlen, aber ich frage Sie einmal, wie das funktionieren soll? Wie sollen
wir das, wenn nicht einmal 1500 Euro netto raus springt?
Trotz dem niedrigen
Gehalt und den Druck schwarze Zahlen zu schreiben sind wir weiterhin
motiviert, weil wir im Gegensatz zu unseren Freunden einen Job haben.
Sie und
die Medien schimpfen auf uns die Generation Y. Aber wissen Sie wirklich wie wir
ticken? Ich glaube nicht. Angeblich sind wir egozentrisch, wollen ein
ausgedehntes Work-Life-Balance-Programm und wir hinterfragen natürlich alles.
Ja wir empfinden Feedbacks als wichtig und wir hinterfragen auch einiges, aber
warum? Weil es uns beigebracht wurde. In der Schule, im Studium,
selbst auf Ihren Internetseiten werden wir kurz angehalten, damit wir Ihnen und
Ihrer Internetseite ein Feedback geben. Und jetzt, da wir dies für uns einfordern
ist das ein Problem?
Sie wollen vollste Loyalität, Teamgeist und korrekte
Arbeitsweise. Wir wollen Ihnen auch all das geben, aber erklären Sie uns doch
bitte, wie dies gehen soll? Ständig diese Ellenbogenmentalität, ständige
Überstunden, unbezahlt versteht sich und gespielte Teamevents, die dazu da sind
dem Chef Honig ums Maul zu schmieren. Ich war motiviert! Ich habe Teamgeist,
ich wollte loyal sein, aber ich komme für Ihr Unternehmen nicht in Frage, denn
ich spreche nur drei Sprachen, habe einen guten Abschluss und mein soziales
Engagement galt meiner Familie, die krankheitsbedingt meine Unterstützung
gebraucht hat. Während Kommilitonen die Welt bereisten und in verschiedenen
Ländern Praktika absolviert haben, stand ich hinter einer Kasse im Einzelhandel,
denn meine Eltern konnten mich während meines Studiums nicht finanziell
unterstützen.
Das ewige Lied des Fachkräftemangels! Ich bin eine
Fachkraft, aber soll bezahlt werden, wie ein Hilfsarbeiter. Sie verheizen uns
in den ersten 5 Jahren. Kein Wunder, dass der Begriff Burn-Out mittlerweile
überall zu hören ist. Das ist keine Volkskrankheit, sondern ein
Unternehmensziel. Jeder ist ersetzbar, dass wissen wir und so agieren Sie. Wo
ist denn Ihre Loyalität? Wo ist denn Ihre Motivation? Ich sehe davon nicht
viel. Und so fragen sich viele Absolventen, warum habe ich überhaupt studiert?
Kettenverträge in der Wissenschaft, unterirdische Anfangsgehälter in einigen
Unternehmen oder die Wunschvorstellungen des perfekten Kandidaten einiger
Managementetagen.
Danke für nichts.
Tags: Job, Generation Y | An unsere zukünftigen Arbeitgeber! | http://www.neon.de:80/artikel/sehen/gesellschaft/an-unsere-zukuenftigen-arbeitgeber/1484736 |
CaraRuna | 0 | 1,655,342 | fuehlen | http://www.neon.de/user/CaraRuna | erwachsen-werden | Was war... Was bleibt. Was ist! Was wird? | Manchmal ist es
unerträglich,
zu akzeptieren,
dass Gestern schon
vergangen ist.
Wir schlagen morgens unsere
Augen auf,
und haben abends jeden Augenblick
gelebt.
Wir sammeln Erinnerungen im
Meer des Alltags.
Und wenn wir uns umdrehen,
ertrinken wir im Fluss
unserer Gefühle.
Wir denken an den Sommer.
Denken an den Winter.
Denken an kalte Tage und
heiße Nächte.
Wir erinnern uns an
Freuden, erinnern uns an Fehler.
Einige können wir nicht
mehr ändern –
Viele haben uns verändert.
Wir sind geflogen und
gefallen.
Wir waren Helden und
Banditen.
Wir entwickeln bunte
Bilder, und addieren sie zu den negativen.
Schmücken uns mit ihnen –
Stellen sie aus.
Manche entfallen uns aus
Scham.
Andere verdrängen wir aus
Wehmut.
Wir schwelgen und erzählen.
Wollen die Zeit zurück
drehen.
Noch einmal in dieselben
Spuren treten.
Noch einmal das Erlebte
leben.
Doch vor uns liegt schon
neuer Sand –
Unberührt und fein.
Spurenlos.
Verschwunden sind die
Erkenntnisse.
Erwartungen begleiten uns.
Wir wollen Träume ausmalen
und Sehnsüchte mit Endorphinen füllen.
Wir haben Chancen, die auf
uns warten.
Und Wünsche über die Maßen.
Alles liegt vor uns –
Wir heben es auf.
Dies behalten wir, und das
filtern wir heraus.
So schwärmen wir aus,
und schwärmen von Gestern.
Und morgen von Heute.
Tags: #melancholie #vergangenheit #sentimental | Meer sehen - Mehr sein. | http://www.neon.de/artikel/fuehlen/erwachsen-werden/meer-sehen-mehr-sein/1655342 |
samoainsel. | 1,243,188,720 | 667,315 | sehen | http://www.neon.de/user/samoainsel. | politik | In ihrer Ahnungslosigkeit, ihrer Boshaftigkeit, ihrer Haltlosigkeit.
Die Unsicherheit. Meine ewige Konstante. | Ein zartes Gemisch aus dunkelrosa und gelb gefärbten Wolken tüncht den Himmel in ein warmes Licht, und scheint vorsichtig durch die altbackenen Vorhänge.
Vorsichtig streicht deine kleine Hand über mein verschlafenes Gesicht. Meine Augen sind verklebt, der Schlafsand sitzt zwischen meinen Wimpern und fordert sie ahnungslos dazu auf, geschlossen zu bleiben.
Als sich meine nackten Füße ihren Weg zurück unter die Bettdecke bahnen, spüre ich das feste, schwarze Leder deiner klobigen Schuhe, die dich an den Boden der Realität fesseln, als hätte dir jemand deine Füße in Beton gegossen.
Auf deiner linken Schulter ist die Mütze mit einer Sicherheitsnadel befestigt, jeder Hemdknopf ist geschlossen, das helle Beige deiner Uniform leuchtet auch im Dunkel des Zimmers unaufgefordert in mein Gesicht.
Endlich öffne ich meine Augen. Traurig und müde siehst du mich an.
Von rechts und links höre ich leise Atemzüge, ein kleines Rascheln, ein dumpfes Husten. Wir sind nicht allein.
Du hältst mich, und sagst, dass du mich liebst.
Beharrlich und ungefragt tickt der Uhrzeiger gegen unsere Köpfe, und lässt die Sekunden aufprallen wie Zeitbomben, die jeden gemeinsamen Moment mit Wehmut, Angst und Hilflosigkeit infizieren.
Mein Herz hat meinem Kopf den Kampf angesagt. Eine Armee überdimensional großer Fragezeichen rast durch meinen Körper, als hätten sie ihr Ziel vergessen.
Unkontrolliert rennt die Vernunft gegen eine Wand der Gegensätze, hämmert auf Gefühle ein, als seien sie formbar wie ein Stück weiche Knete.
Du bist ein Gefangener im eigenen Land.
Irgendwie.
Mit gebundenen Händen verpflichtet, drei Jahre deines Lebens deinem jungen Staat zu widmen, während du Tag für Tag in einer Bibliothek verbringst, und deine Aufmerksamkeit Offizieren, Kommandanten und anderen Soldaten schenkst.
“The most unimportant Soldier in the Idf“ - Dass du dir selbst einen Orden für den wohl unwichtigsten Soldatenposten innerhalb der israelischen Armee gegeben hast, erwähnst du meist mit einem müden Lächeln und einem Funken Ironie in deinem zarten Gesicht.
2 ½ Jahre. Schrill und eindringlich wird dich der automatische Weckdienst deines nie ruhenden Mobiltelefons wecken, mit anderthalb Löffeln Neskaffee ohne Zucker und einem Schuss H-Milch wirst du den Tag überleben, und nach einer auslaugenden Woche mit einer großen Portion Schlafnachholbedarf in aller Regelmäßigkeit in das Wochenende übergehen. Zweieinhalb verbleibende Jahre lang.
3 Monate. Manchmal höre ich das nervtötende Geräusch der noch trockenen Cornflakes, die meine Mitbewohnerin in frühen Morgenstunden zwischen ihren Zähnen zermalmt. Meist jedoch weckt mich ein fröhliches Vogelzwitschern in den ersten Mittagsstunden, in denen ich mich gemütlich aus den Federn mache, um mir mit Zeit und Ruhe einen ersten Kaffee und eine heiße Dusche zu gönnen. Der Tag beginnt mit einem meist semi-appetitlichen Mittagessen und lässt mir in den verlaufenden Stunden viel Raum für mich. Stress, überfüllte Stundenpläne und Zeitdruck haben sich in den vergangenen 9 Monaten als Freiwillige in einem israelischen Internat eher zurückgehalten. In einer surrealen Wirklichkeit habe ich mich von Urlaub zu Urlaub, und Wochenende zu Wochenende gehangelt. Erfahrungen gesammelt wie andere Briefmarken, Bilder in Worte konvertiert, wie andere Musikstücke von Cd in Mp3.
Menschen, Sprache und Religion verstehen und missverstehen gelernt.
Deine Mitmenschen, deine Sprache, deine Religion.
Dein Land. Ein Jahr Israel.
Drei verbleibende Monate.
Während meine Gedanken rückwärts spulen hältst du mich, und sagst, dass du alles tun wirst, um mich nicht zu verlieren.
Dreitausend Kilometer. Während ich noch immer auf der vollgekrümelten Matratze unter der blauen Bettdecke liege und du bei mir bist, bahnt sich ein Gefühl der Distanz vorsichtig seinen Weg zu mir, um sich wie ein wärmender Schutzmantel um mich zu legen. Irgendwo, im Weitweitweg Land liegt meine Zukunft und wartet auf mich. Sehnsüchtig, wehmütig, neugierig.
Erfolgreich habe ich vor neun Monaten die Pausetaste gedrückt, mit der Absicht, meinen Mitmenschen, meiner Sprache, meiner Religion, meinem eigenen Land nach einem Jahr mit einem Neustart begegnen zu können.
Neue Stadt, neues Umfeld, neuer Abschnitt.
Mein Leben war schon immer gut darin, sich ganz von selbst in Kapitel zu gliedern.
Die unruhigen Wellen der Ablenkung werden mich schlagartig überfluten, Erinnerungen werden untergehen, und es sich am Grund meiner Gedanken gemütlich machen, in freudiger Erwartung auf die Ruhe nach dem Sturm, in der manche Bilder wieder auftauchen werden, um mir ein Lächeln ins Gesicht zu malen.
Wieder ein Mal werde ich auf einem Drahtseil balancieren, auf wackeligen Beinen über die eckigen Pflastersteine hüpfen, konzentriert darauf, nicht über die matschigen Herbstblätter zu stolpern, während ich die dreckige Pfütze links daneben übersehe.
Die Unsicherheit hat mich selten bedrängt. Sie war nichts als meine ständige Wegbegleiterin. Manchmal unfair, in ihrer Ahnungslosigkeit. Manchmal herrisch, in ihrem Geschick, mich an der Nase herumzuführen. Manchmal boshaft, wie sie mit der Freiheit und meinen inneren Grenzen jongliert, ohne mich in ihr Spiel einzubeziehen.
Den erhofften Boden unter den Füßen weggerissen, bevor er hätte Wurzeln schlagen können.
Und doch.
Anwesend. Präsent.
In ihrer Ahnungslosigkeit, ihrer Boshaftigkeit, ihrer Haltlosigkeit.
Die Unsicherheit. Meine ewige Konstante.
Mein Leben, ein einziger Kampf der Gegensätze.
Plötzlich strecke ich meine Hände nach ihr aus. Bedränge jene Unsicherheit, vor der ich einst die Flucht ergriff.
Du hältst mich, und sagst, dass du mich liebst.
Zeitweilige Geborgenheit, Zuflucht und Ruhe, die ich in deinen Armen finde.
In einem Land, umzingelt von Armeen der Unsicherheit, bewaffnet mit tonnenschwerer Unberechenbarkeit.
Du suchst nach einem Grund, der dir bleibt, wenn dir der Boden unter den Füßen weggezogen wird, fragst nach einem Halt, der dir bleibt, wenn uns dreitausend Kilometer voneinander trennen.
Spürst du nicht, dass die Unsicherheit am Rand der anderen Bettkante lauert, gespannt auf den Moment, in dem ich deinen routinierten Alltag und deine beständig unsichere Umgebung verlasse?
Dein Land der zerreißenden Gegensätze, die drohen, dich innerlich aufzufressen.
Wie kann ich dir die haltende Hand reichen, wenn ich zugleich nach der Unsicherheit greife, die mich zurück in den Strudel der Orientierungs- und Bedingungslosigkeit führen soll?
Die Geborgenheit und Sicherheit die du dir wünschst, droht, mich einzuengen.
Die schweren Stiefel, die deinen Körper auf den Boden deines Landes zwingen, die Pflicht, die von dir verlangt, dem Kampf zwischen täglicher Armeemonotonie und der angsteinflößend unsicheren Umgebung Stand zu halten, verwehrt dir den langfristigen Blick in die dreitausend Kilometer entfernte Nähe zu mir.
Du brauchst mich nicht. Du sollst mich nicht brauchen.
Standhaft sträube ich mich dagegen, unsere Verbindung in eine Abhängigkeit zu verwandeln.
Du bist nicht allein.
Infiziert von einer Leidenschaft zu mindestens 90 Minuten des grenzenlosen Enthusiasmus bewegst du dich von Woche zu Woche, von Sieg zu Niederlage, von Fußballspiel zu Fußballspiel.
Da ist sie wieder. Die sichere Unsicherheit.
Ganz egal, ob Gewinn oder Verlust. Ob Freuden- oder Trauertränen. Am Ende steht die Gewissheit der Wiederkehr, die Sicherheit, in der folgenden Woche am gleichen Ort zu stehen, Parolen zu schreien, gemeinsam mit Freunden zu trommeln, zu jubeln oder zu weinen.
Du hast etwas gefunden, das es Wert ist, zu teilen.
Noch immer ist es dunkel.
Die Verzweiflung steht dir ins Gesicht geschrieben. Sie scheint so unwiderruflich.
Ich will dich rufen, dir zuflüstern, dich anschreien, wach rütteln.
Wortlos.
Fühlst du nicht die Stolpersteine, die sich zwischen uns auf den Weg gelegt haben, und meine Zunge sprachlos machen?
Ich will dir sagen, wie glücklich ich bin, wenn du mich ohne große Worte verstehst.
Will dir zuflüstern, dass es wie Musik in meinen Ohren klingt, immer dann, wenn du Hebräisch sprichst.
Will dir erklären, wie gern ich eine Muttersprache mir dir teilen würde, um die dünne Wand der gefühlten Distanz zu zerschlagen.
Will dir sagen, wie dankbar du mich machst, wenn du mir sagst, dass du mich liebst.
Ich stehe zwischen den Stühlen. Falle auf den Boden der Tatsachen wie ein kleines Kind, das begonnen hat, die ersten Schritte zu gehen.
Was fühlst du, wenn du in die großen Augen eines kleinen Kindes blickst, das abwesend vor sich hin träumt, oder mitten im Leben steht und seine Umgebung mit Geschrei, lautem Lachen und einem fröhlichen Grinsen erfüllt?
Meist schmilzt du in Sekundenschnelle wie ein buntes Eis, das zu lang in der Sonne stand, und sich langsam in klebrige Flüssigkeit verwandelt.
Strahlt sie dich an, die Unschuld und unbeschwerte Leichtigkeit? Macht sie dich sehnsüchtig, und irgendwie - hoffnungsvoll?
Kurz bevor die Sonne den Himmel küsst, und die Strahlen aus dem verschwommenen Morgennebel auftauchen, lässt du mich los.
Stehst in der Tür zwischen mir und alltäglicher Wirklichkeit, als dir die ersten Tränen über die Wangen laufen.
Eilig schleichen meine Füße über den kalten Boden, haben die angewärmte Bettdecke in Windeseile verlassen, um dir die fließenden Tränen aus dem Gesicht zu streichen.
Weil ich dich halten will. Dein Gesicht in meinen Händen.
Die Sprachlosigkeit in ein fließendes Verständnis, die Distanz in eine ungeteilte Nähe zu verwandeln, ist es das, was ich mir wünsche?
Es ist das, wonach ich mich sehne, wonach ich mich orientierungslos umschaue, wonach ich greife, während ich nur ins Leere fasse.
Du hast gesagt, du wirst lieber abgelehnt, als abzulehnen.
Ich will dich nicht ablehnen.
Du hast gesagt, wir werden eine Lösung finden.
Du hast nicht gesagt, dass sie schmerzen wird.
Ich halte dich, und sage, dass ich dich liebe.
Ich meine, was ich sage, und fühle, dass du es wert bist, zu teilen. | Sicherheitsnadel. | http://www.neon.de/artikel/sehen/politik/sicherheitsnadel/667315 |
leaveitallbehind79 | 1,142,079,000 | 638,447 | fuehlen | http://www.neon.de/user/leaveitallbehind79 | sex | ... aus der Sicht einer Frau. Die den Kerl in ihr rauslässt. | Zwei Monate nach der Trennung registrierte ich mich. Nach sieben Jahren ehe-ähnlicher Beziehung, gegen Ende weniger Höhen als Tiefen und noch weniger Sex. Genau den wollte ich nun wieder haben. Und was ist dazu besser geeignet als eine Partnerbörse? Das Wort allein sagt schon alles, finde ich… Auf diesem Parkett wird knallhart gehandelt: Was suchst du? Bild her! Worauf stehst du? Ja, auch anal. Hast du am Wochenende Zeit?
Es dauerte nicht lange, bis ich das Spiel verstanden habe. Durchschaue die Männer und schlage sie mit ihren eigenen Waffen. Eine Textpassage, ein kleiner Satz nur, der das scheinbare Ende des Herumvögelns verkündet. Und binnen weniger Tage zig Mails von winselnden Kerlen, die alle eine letzte Ausnahme sein wollen – bitte, bitte, nur noch einen one-night-stand mit mir, du wirst es nicht bereuen… Sicher, aber ich wollte doch nicht mehr, ich suche jetzt was Festes… Bitte, Baby… Na gut…
Und du hast ihn in der Tasche. Du hast nicht nur Sex, sondern den Kerl für einen kleinen Moment glücklich gemacht. Er fühlt sich gut – hat er die Alte doch noch einmal rumgekriegt. Und du fühlst dich noch besser. Weil Du der wahre Macho von euch beiden bist…
Das geht über Monate. Ich lebe den Männertraum. Nur viel einfacher als Frau. Du kannst dir die Rosinen herauspicken aus dem großen geilen Klumpen. So sehr sie vorgeben, die Liebe ihres Lebens zu suchen, es hat keiner Nein gesagt. Nicht ein einziger.
Und dann kommt es – das perfekte Date. Unerwartet, das virtuelle Vorspiel war nicht allzu berauschend.
Ich bin überwältigt, bleibe aber cool, fast schon professionell. War ja alles vorher abgemacht – kein Wiedersehen, keine Anrufe.
Ich brauche fast zwei Wochen bis ich es begriffen habe. Und ich weiß bis heute nicht, ob ich ihn jemals angerufen hätte. Er hat. Gegen die Regeln. Zum Glück. | Re: ONS, ein Spiel... | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/sex/re-ons-ein-spiel/638447 |
justanotherpicture | 1,388,512,620 | 1,101,237 | fuehlen | http://www.neon.de/user/justanotherpicture | liebe | Es
ist wieder soweit. Die Tageszeitungen recyceln ihre Silvester-Artikel aus dem letzten Jahr, online ist nachzulesen, dass die Pazifikstaaten Kiribati und Samoa wie immer die Ersten sein werden, die das neue Jahr begrüßen. Facebook und WhatsApp brechen unter dem Ansturm der Neujahrsgrüße zusammen. Und wieder 365 Tage, um seine guten Vorsätze nicht in die Tat umzusetzen.
Während unsere Freunde nach unten auf die Straße gegangen sind, um billige Pyrotechnik vom Discounter abzufackeln und sich betrunken in den Armen liegen, sind wir über die Feuerleiter aufs Dach geklettert. Der Blick hier oben über die Stadt ist fantastisch, die Luft ist kalt und klar, über uns ein fast perfekter Vollmond, unter uns die Heerscharen berauschter Großstädter. Der Nachthimmel wird bereits vereinzelt von Feuerwerk erhellt, obwohl es noch wenige Minuten bis zum Jahreswechsel sind. Du bist an den Rand des Dachs gegangen, hast die Hände in deinen Manteltaschen vergraben und starrst in die Ferne. Vollkommen deplatziert thront ein winziger Partyhut auf deinem festlich zurechtgemachten Haar. Ich bin gerade dabei, auf dich zuzugehen, als du dich unwillkürlich umdrehst und mich mit bohrendem Blick anschaust.
„Also, was machen wir hier?“, fragst du.
Ich blicke zu Boden,
weil ich keine Antwort auf deine Frage weiß
.
„Keine Ahnung. Ich schätze, die Aussicht genießen. Ist doch besser, als auf der Straße zu stehen und das Gehör wegen irgendeines China-Böllers auf Polen zu verlieren oder?“
Du lächelst. „Ja, das mag sein.“ Dann drehst du dich abermals um und redest weiter. In diesem Moment kann ich nicht sagen, ob du mit dir selbst oder mit mir sprichst.
„
Das Leben fühlt sich oft so seltsam an. Es ist, als ob ich nicht dort bin, wo ich sein sollte
. Ich meine nicht diesen Augenblick, hier oben ist es schön. Sondern ganz generell. Ich bin glücklich und habe so viele gute Gründe dafür. Aber letzten Endes fühlt sich ein Teil von mir so leer an. Manchmal scheint es, als sei da ein tiefer Graben in mir, an dessen Rand ich balanciere und den ich doch stets ignoriere, weil ich nicht weiß, wie ich ihn umgehen oder ausfüllen soll. Und ich habe Angst, dass ich eines Tages vergesse, dass dieser Graben da ist und dass ich dann hineinfalle.“
Ich suche nach Worten in mir, um irgendetwas Sinnvolles darauf zu entgegnen. Stattdessen fällt mir nichts Besseres ein, als meine rechte Hand auf deine Schulter zu legen.
„Wenn ich nur wüsste, wie ich diesen Graben schließen kann“, fährst du fort, „denn es reicht nicht, ihn einfach zu überqueren. Weil er dann immer noch da ist. Es muss doch irgendetwas geben. Ein neuer Job, ein neuer Studiengang, ein neues Hobby. Ich habe so viel ausprobiert. Irgendeine neue Leidenschaft. Vielleicht ein neuer Mensch.“
Du wendest dich wieder mir zu. „Wenn ich eines sagen kann“, entgegne ich nach Sekunden der Stille, „dann, dass es kein Mensch sein wird, mit dem du die Leere in dir füllen kannst. Menschen ändern sich und verletzen einander, selbst wenn sie nur das Beste wollen. Ich glaube, dass du diesen Graben nicht weiter ignorieren darfst. Du musst dich ihm stellen und einen langen Blick in den Abgrund werfen.“
Ich merke, wie du etwas einwenden willst, gebe dir aber zu verstehen, dass ich noch nicht fertig bin.
„Ja, ich weiß. Bestimmt willst du jetzt auf Nietzsche anspielen“, – du nickst – „wenn man zu lange in den Abgrund blickt, blickt der Abgrund irgendwann auch in einen selbst hinein. Aber nur so kannst du herausfinden, was dir fehlt. Wir sind nun mal die Generation verwöhnter Mittelstandskinder, die mit all den Möglichkeiten, die uns die Welt bietet, heillos überfordert ist.“
Und im nächsten Atemzug ergießt sich ein gewaltiges Feuerwerk am nächtlichen Himmel. Null Uhr null, erster Januar Zweitausendvierzehn. Wie zwei begossene Pudel stehen wir da und schauen uns an. Irgendwie schaffe ich es zuerst, mich aus der beklemmenden Situation zu befreien und nehme dich einfach in den Arm. „Happy new year“, flüsterst du. Ich halte dich immer noch fest, mache einen Schritt zurück und schaue dir tief in die Augen, die mir plötzlich seltsam glasig erscheinen, sei es vom Alkohol oder durch Tränen. Für eine Sekunde fühle ich mich wahnsinnig zu dir hingezogen, denke an die vergangene Zeit und alles, was wir zusammen durchgemacht haben; dann verstreicht dieser Moment so schnell, wie er gekommen ist. „Dir auch ein frohes Jahr“, sage ich nur und drücke dich wieder fest an mich.
Und so stehen wir eine ganze Weile da, über uns explodieren Feuerwerksraketen in den leuchtendsten Farben und in uns Gedanken, die Luft riecht nach Schwefel und immer wieder dringt ausgelassener Jubel aus den Straßenzügen der Stadt auf unser einsames Dach.
„Okay“, sagst du schließlich und löst dich aus meiner Umarmung. „Zweitausendvierzehn. Wow.“
„Nur eine Jahreszahl“, antworte ich.
„Ja,
nur eine Jahreszahl
“, wiederholst du.
Und dann möchte ich noch sagen, dass ich dich immer noch liebe und diese Zerrissenheit das Normalste der Welt ist; dass es Tage gibt, an denen mein größter Erfolg ist, alle meine E-Mails gelesen oder in den Spam-Ordner verschoben zu haben und wir uns verdammt nochmal nicht immer alles so schwer machen sollten, denn eigentlich braucht der Mensch nur ganz wenige Dinge,
um glücklich zu sein.
Ich will dir gestehen, dass ich immer noch ein Foto von uns im Portemonnaie mit mir herumtrage und mich dieser Anblick so unglaublich traurig und glücklich zugleich macht, denn er ist wie das Sonnenlicht, das acht Minuten zur Erde braucht; und so glauben wir etwas zu sehen und blicken doch nur in die Vergangenheit. Und ich will sagen, dass ich so gerne einige deiner Fragezeichen durch Ausrufezeichen ersetzen würde oder zumindest Punkte; und wenn mir auch das nicht gelänge, dann wäre ich wenigstens ein Semikolon für dich.
Doch statt all dieser Worte werfe ich einen Blick auf die Uhr und sage:
„Wollen wir dann wieder runter zu den Anderen gehen?“
„Ja, das sollten wir wohl“, erwiderst du und machst dich an den Abstieg der Feuerleiter.
Ich halte kurz inne und frage dann: „Sollte ich nicht vorgehen?“, aber da bist du bereits die ersten Sprossen hinabgestiegen und schaust zu mir herauf.
„Ich habe nicht vor allen Abgründen Angst“, entgegnest du und zwinkerst mir zu, „dieses Jahr mache ich den ersten Schritt.“
Großstadtgeschichten auf Tumblr
Großstadtgeschichten auf Facebook | /restart | http://www.neon.de/artikel/fuehlen/liebe/restart/1101237 | |
nurluftundluegen | 1,336,146,840 | 872,961 | fuehlen | http://www.neon.de/user/nurluftundluegen | liebe | Wenn es die richtigen Worte nicht gibt, denken wir sie uns aus | Wir
tragen unsere Herzen, einsam durch die Dunkelheit dieser Nacht. Wir
streichen unsere Ängste fort, schieben unsere müden Körper in eine
fremde Welt. Halten unsere Hände fest.
Wenn
es noch ein Wunderland gibt, dann ist es nahe dir. Nahe deines
Herzens, und alles einnehmend. Ich kann mein Herzklopfen fast hören
und mit jedem Atemzug spüre ich dieses kleine Feuerwerk, welches in
meinem Herzen explodiert. Alles vibriert.
Wir
stehen im Wind und lassen uns treiben, ungeplant und ungefragt, zu
schnell und nicht geahnt, hast du mich geküsst. Hast du den Weg
gefunden. Den Weg, den ich lange Zeit schon gesucht habe.
Wenn
es die richtigen Worte nicht gibt, für das was wir fühlen, dann
denken wir sie uns einfach aus. Wir bemalen unsere Haut, zeichnen uns
die Wege auf, lachen, laufen, tragen uns durch die Welt. Verfallen in
Klischees, säuseln vor uns hin.
Ich
zweifle nicht.
Ich
fühle dich. Fühle dich und schließe meine Augen. Ich weiß, du
bist auch morgen noch hier. Und
weißt du das, ich werde bleiben. Ich werde einfach bleiben. Nichts
treibt mich fort von dir. | Nahe dir | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/nahe-dir/872961 |
JackBlack | 1,378,753,740 | 1,061,332 | fuehlen | http://www.neon.de/user/JackBlack | familie | Daddium vitae. Der Stumpfsinn selbst nahm mit ihnen an den Tischen Platz und trank ein Gläschen auf die Verderbtheit. | Im kleinsten Hinterzimmer von dreien schliefen die Babys.
Kein Gast hatte jemals Grund gehabt, sich über ihr Lärmen zu beschweren, denn das alte, verstimmte Klavier, das fast unsichtbar an der schmutzigsten Wand des Etablissements lehnte, spielte von früh bis spät.
Es fiel nicht auf, wenn sich eine der Damen, die in ihren kurzen Kleidchen auf den Schößen der Herren saßen und vornehm mit ihren Zigarettenspitzen und den langen Federn an ihrem Haarschmuck wippten, zwischen zwei Kartenrunden aus dem Saal schlich, um die winzigen Münder an die Brust zu nehmen. Ein hungriges Mäulchen nach dem anderen kam dran, damit aus dem zahnlosen Murren keine üble Rede werden konnte.
Das Haus war eines der wenigen, das warme Küche anbot. Es gab dunklen Fasan, dessen zähes Fleisch in Pflaumenschnaps ertrunken worden war, damit es nicht mehr tot schmeckte. Pilze gab es dazu, wenn welche im Wald standen, fleischige Maronenröhrlinge und Baumhallimasche, die nach Erde schmeckten, nach geklärtem Torf und gefallenen Sommern.
Die besondere Süße, sagte man, erhielte das Fleisch durch die Äpfel.
Die Herren spielten und tranken, bis sie schwitzten, Abend für Abend, jede Nacht. Wer zu vorgerückter Stunde nicht mehr laufen konnte, wurde von denen, die noch einen Fuß vor den anderen brachten, in das Hinterzimmer mit den niedrigen Decken gelegt.
Dort kümmerte man sich gut um sie. Den Schlafenden wurden die Stiefel ausgezogen und denen, die noch bei Laune waren, öffneten die Damen die Hosen.
Im Zimmer war es immer dunkel und der Gestank, der in der Luft stand, verschlug einem Gesunden den Atem.
Die Herren nannten es das Muschuszimmer, weil sich ihren vernebelten Sinnen nur noch das Süße und das Bittere erschloss.
Ihnen wurde der Verstand im Laufe der Nächte zum Fächer, der Stumpfsinn selbst nahm mit ihnen an den Tischen Platz und trank ein Gläschen auf die Verderbtheit, auf das Taedium vitae, die Krankheit Leben, an der alle litten, ohne sich dessen gewahr zu sein.
Im dritten Zimmer standen die Waschzuber aus Zinn.
In ihnen wurde alles Fleisch gesäubert und blank gerieben, die Damen wuschen sich ihre Häute mit Bürsten aus Draht, sogar den jüngsten unter ihnen wuchsen Wülste und Krater an Stellen des Körpers, die so zart sein sollten wie die Haut unter den Füßen der Säuglinge nebenan.
Die Frauen kümmerten sich um alles gut.
Sie trugen Puder auf, in lockeren Schichten und sie zogen dabei Grimassen, schöne und schreckliche. Es wurde alles bestäubt, was nicht zu trocken war, sie schlugen Hände und Quasten in Mehl, trugen es auf ihre langen Nasen auf und wälzten die Fasane darin, ob tot oder lebendig war ihnen egal.
Solange es schmeckte, beschwerte sich niemand und solange sich niemand beschwerte, spielte das Klavier und die Zimmer blieben sicher.
Die Herren überwarfen sich, mit ihren Freunden und mit Fremden und die Fremden lernten schnell. Sie streckten die Stiefel unter den Tischen aus und begannen zu grölen, sie lachten über die eigene Munterkeit, schlugen mit den Fäusten auf die Tische und hoben die Hände, um anzuzeigen, dass es an etwas fehlte. Und dann eilten die Damen herbei und schenkten nach, aus Karaffen und Mündern, sie bargen die Gesichter der Betrunkenen in ihren Ausschnitten und richteten immer wieder neue Platten an, von denen nichts übrig blieb als kalte Knochen und Zweige von Kiefer oder Rosmarin.
Auf Wunsch wurde getanzt. Die Mätressen zogen ihre Schuhe und Strümpfe aus oder ließen sie ausziehen und kämpften gegen den Kitzel der Zungen zwischen ihren Zehen, bevor sie aufsprangen und auf den stumpfen Dielen Hintern und Scham zum stets zu langsamen Klavierspiel entblößten.
Das waren gute Nächte, die laut genug waren, um nicht Obacht geben zu müssen und nichts zu fürchten. Keine der Damen weinte oder biss sich auf die Zunge. Es wurde aufgetischt und abgeräumt und in den stillen Zimmern blieb es leise. Jede Stunde stand eine auf, verschwand im kleinsten Zimmer und wenn sie wiederkam, war ihr Lächeln verklärt und die Männer hingen ihre Nasen nach ihr, warfen ihre mittelmäßigen Blätter in die Luft und ließen sich die Lust eine neue Runde kosten. Sie stellten die handwarmen Gläser beiseite und begossen das dampfende Fleisch in der Tischmitte und ihre eigenen Häupter mit billigem Wein. Knöpfe sprangen auf ihren Wänsten, sie kratzten sich den Schweiß von ihren Brusthaaren und schoben ihn ein in die weichen Münder der Frauen. Ihre Finger huben Wimpern ab und unter ihrem Lachen schüttelten sie sich, als hielte der Morgen einen letzten Rest Anstand für sie bereit.
Es gab aber nie einen Morgen in der Schenke, niemand wusste, wie das Klavier klang, wenn es schwieg.
Die Türen wurden hinter dem Letzten verschlossen, bevor das Piano verstummte und die Damen ließen ihr Haar aus und zogen die Nadeln aus dem Fleisch, als könnten sie mit dieser Geste alle Ausschweifungen verbannen. Wenn der letzte Gast gegangen war, holten sie Säcke und Eimer, es wurde gebürstet und geschrubbt, bis Teller und Tische wieder rein waren. Im Moschuszimmer ließ man die Fenster auf und aus den Damen wurden Mädchen mit weißen Miedern, knochigen Hüften, fetten Bäuchen und Brüsten, die so faserig und durchsetzt von Narben waren, dass jedes von ihnen schrie, wenn die anderen die Fasane brachten.
Die Babys waren an den Hinterläufen zusammengebunden und ihre Mäuler zuckten und zwickten wie Schnäbel, wenn die Mädchen sie anlegten. Selbst die toten bissen noch mit ihren Knochen und tranken am meisten aus dem grauen unmütterlichen Fleisch. Die Mädchen gaben sich den Wehen hin und schrien nicht mehr, wenn es zwischen ihren Beinen warm wurde.
In der Küche legte man neues Mehl aus, da kam herein, wer nichts mehr trinken wollte. Die Damen bestrichen die Bäuche ihrer Kinder mit Apfelkompott, das gab ihnen eine schöne Farbe und überall im Haus duftete es schon am nächsten Abend wieder nach reifem Obst und süßen frischgebratenen Vätern. | Fleischlauf | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/familie/fleischlauf/1061332 |
alexandra_buerger | 1,353,320,340 | 954,881 | fuehlen | http://www.neon.de/user/alexandra_buerger | psychologie | Bei welcher Beschäftigung tankt Ihr auf? | Nach einem langen, stressigen Tag habe ich
einfach nur den Wunsch mich aufs Sofa zu fläzen und eine meiner geliebten
Serien zu schauen – Friends zum Beispiel. Dabei kann man so wunderbar
abschalten und sich 45 Minuten (oder dann doch viel länger) einfach nur
berieseln lassen.
Eine
Studie
von US-Psychologen hat nun
gezeigt, dass die Beschäftigung mit bekannten Dingen, wie der Lieblingsserie,
einen hohen Entspannungswert hat und als Kraftquelle dient. Demnach geht es
Menschen besser, wenn sie sich nach einer Anstrengung ihre Lieblingsserie
schauen – sie können ihre ‚mentalen Batterien’ aufladen und gehen Probleme und Aufgaben
motivierter an.
Entspannt Ihr auch mit Eurer Lieblingsserie
nach einem langen Tag? Könnt Ihr die Ergebnisse der Studie bestätigen? Oder
habt Ihr doch ganz andere Entspannungstipps in petto? | The Big Flätz Theory | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/psychologie/the-big-flaetz-theory/954881 |
unnuetzeswissen | 1,416,564,180 | 1,462,464 | kaufen | http://www.neon.de/user/unnuetzeswissen | produkte | das einen laufenden Elch zeigt (...) | Im finnischen Reisepass sind die Seiten ein Daumenkino | http://www.neon.de:80/artikel/kaufen/produkte/im-finnischen-reisepass-sind-die-seiten-ein-daumenkino/1462464 | |
TextTrulla | 1,354,185,480 | 959,705 | wissen | http://www.neon.de/user/TextTrulla | koerper | Eine eventuell Wahre, immerhin denkbare Begebenheit, die sich unter Umständen in einem Schweinestall bei Bielefeld zugetragen hat. In Reimform. | Auf einem Hof bei Bielefeld
stand einst das dünnste Schwein der Welt.
Die Beinchen nur noch zollstockbreit
war ihm bereits sein Fell zu weit.
Der Bauch so flach wie Raabs Humor,
standen die Rippen schon hervor
und generell konnte bei diesem Schwein
von Schwarte keine Rede sein.
„Der Bauer lässt die Tiere fasten
um die Finanzen zu entlasten.“
begannen Nachbarn zu monieren.
„Man sollte PETA informieren.“
Doch was die Nachbarschaft nicht ahnte,
war dass der Bauer wie besessen
das dünnste Schwein der Welt ermahnte
endlich wieder was zu essen:
„Du ruinierst mich noch, du dummes Schwein!
Jetzt lass endlich das Hungern sein.
Ein Schwein ist deshalb doch auf Erden
um fetter Frühstücksspeck zu werden,
Hackfleisch, Schnitzel oder Braten!
Also, bitte, würdest du verraten:
Wem soll ich denn dich Knochenhaufen
als Sonntagsbraten noch verkaufen?“
Das Schwein hatte dazu nichts zu sagen,
es hatte den Vorwurf gar nicht gehört.
Viel zu laut knurrte ihm der Magen,
der Bauer war empört.
Ihr denkt jetzt sicher „Oh, wie schlau!
Das ist mal ne gewitzte Sau:
Statt sich dem Schicksal zu ergeben
und glücklich aber kurz zu leben,
verzichtet sie auf Speis und Trank,
bleibt unter Qualen rank und schlank
und drückt sich so um Schlachters Bank.“
Doch das dünnste Schwein der Welt
hatte nichts dergleichen im Sinn.
Die Wahrheit hat es mir erzählt
und sie ist wirklich schlimm:
„Einst sah ich den Bauer im Stall
er stand hinter seiner Frau
Er grunzte: ‚Du bist so drall und prall,
ich will dich du fette Sau’
Was dann geschah, mag ich nicht formulieren,
doch ich entschied: Das soll mir nie passieren!
Ich ließ für alle Zeit das Essen sein
und wurde so zum weltdünnsten Schwein.“
Auf einem Hof bei Bielefeld
stand einst das dünnste Schwein der Welt.
Und wenn es nicht gestorben ist,
dann ist diese Geschichte Mist. | Die unerträgliche Leichtigkeit des Schweins. | http://www.neon.de:80/artikel/wissen/koerper/die-unertraegliche-leichtigkeit-des-schweins/959705 |
Auris- | 1,296,292,200 | 678,417 | sehen | http://www.neon.de/user/Auris- | gesellschaft | Mitbewohner?! | Ich, 21, weiblich, Nichtraucher und auch sonst sehr pflegeleicht suche ein Zimmer in einer Wg!
Kann ja nicht so schwierig sein, dachte ich... denkt man ja auch. Jetzt mal ganz ehrlich es ist mitten im Semester, die Stadt ist gerade mal nicht von verrückten Ersties überflutet, da sollte sowas doch möglich sein.
Najaaaa, also Angebote gibt es ja auch genug, aber jetzt von Anfang an:
Im Moment wohne ich in der tollsten Wg der Welt (sorry an alle anderen tollen Wgs), nur haben sich meine beiden Besten leider in den Kopf gesetzt, dass sie ins Ausland wollen und dann zum Master auch in ne neue Stadt. Also sitze ich mit dem Schlamassel an!
Angebote gibts ja doch enorm viele, aber dann gehts los. Die Hälfte der Zimmer ist dann doch schon vergeben, die anderen hatten die Miete nicht angegeben (zu Recht, sonst ruft da ja keiner an). Aber dann gibts doch noch so die kleinen Perlen, 3 hatte ich gefunden. Also los aufs Fahrrad:
WG Nr1:
Der erste Eindruck stimmt schon mal, super Lage, einmal links aus der Tür torkeln und man steht schon fast vor der Uni. Das würde mir ja (Freitag) morgens sehr recht kommen. Eine 3- er- WG, cool! Mit 2 Jungs, kein Problem... bis die beiden die Tür aufmachen. Erster Eindruck: BWler oder Juristen, naja nicht so ganz mein Style. Aber auch unter einem Krokodil-Polo-Shirt kann ein Rocker-Herz schlagen.
Also rein in die gute Stube (ja es gibt ein Wohnzimmer), mit Flachbildschirm und einer Mega-Couch. Hier bleib ich, egal was die beiden sagen. Das ist perfekt um mit den Mädels vorzutrinken oder Germanys next Topmodel zu gucken (Pssst nicht weiter erzählen). Nur leider hatte ich noch nicht mal einen Fuß über die Schwelle gesetzt, da wurde ich schon zurückgepiffen. Also ganz schnell meine Chucks aus und neben die polierten Anzugeschuhe gestellt.
Im Laufe der weiteren Besichtigung wurde beiden Seiten dann doch schnell klar, dass es mit uns Dreien wohl nix wird. Manchmal stimmt der erste Eindruck doch, obwohl die beiden waren dann doch Mediziner...
Also schnell weiter zu WG Nr2:
Von der Lage her eher etwas uncool. Ist zwar ganz praktisch neben Ikea zu wohnen, aber sogar ich bin öfter in der Uni als bei Ikea und die ist dann doch recht weit weg. Aber vielleicht werde ich dieses Jahr ja super sportlich und durchtrainert, wenn ich jeden Tag so weit radel. Wäre auch mal gut. Mit dieser positiven Einstellung und dem Gefühl jetzt schon 5 kg schlanker zu sein, kam ich schließlich an.
Kurze Zusammenfassung: ich arme kleine Bio-Studentin, er war gerade etwa 1000 Jahre beim Bund (hab ich mir natürlich wieder nicht gemerkt) und will jetzt Sportlehrer werden. Ist ja fast das selbe sagt er.
Hmmm, eigentlich hab ich ja nicht so die Ahnung von Pädagogik, aber ich glaub das stimmt so nicht ganz. Hab ich natürlich nicht gesagt, wollte ja nicht gleich mit meinem Allwissen prahlen.
Also kurz und gut, war wohl wieder nichts.
Aller guten Dinge sind drei WG Nr3:
Joa, also war nicht schwer zu finden, hab vor der Tür gleich noch 2 andere Mädels getroffen, die sich genau das gleiche Zimmer angucken wollten. Schon mal komisch, aber eigentlich sind die ja keine Konkurrenz für mich, bin ja eine langerfahrene super Mitbewohnerin. In der Wohnung waren wir dann schließlich 5 Interessenten die dann nacheinander in das freie Zimmer (zum Angucken) und die Küche (zum Vorstellungsgespräch) gelotst wurden. Ich sag absichtlich Vorstellungsgespräch, denn natürlich gab es vorbereitete Fragen, auf die dann jeder möglichst klug. lustig und richtig antworten wollte. Denn in 5 Minuten ist es nicht ganz so leicht, möglichst gut rüber zu kommen.
DAS hasse ich sowieso, es gibt sich ja kein Interessent so wie er ist. Jeder will besonders cool sein und möglichst die richtigen Dinge sagen. Sowas kann ich gar nicht, ich rede schneller als ich denke. Ja, klar besonders klug ist es echt nicht, sofort rauszuhauen, dass ich in mir in dieser Straße schon mal ein Fahrrad "ausgeborgt" habe. (Auch ganz wirklich wieder zurückgebracht!!!) Also auf den ersten Eindruck und unter Stress versage ich anscheinend vollkommen. Kein Wunder, dass sie mir noch abends abgesagt haben...
Also was ist los? Stimmt mit mir irgendwas nicht oder sind alle Leute ein bisschen komisch? Wahrscheinlich hab ich zu hohe Ansprüche. Was solls, vielleicht ruf ich morgen noch mal den Soldaten an! | Wo sind all die netten, einfühlsamen, normalen.... | http://www.neon.de:80/artikel/sehen/gesellschaft/wo-sind-all-die-netten-einfuehlsamen-normalen/678417 |
MaasJan | 1,385,914,740 | 1,090,485 | sehen | http://www.neon.de/user/MaasJan | gesellschaft | Alle Jahre wieder.. | Wer kennt das nicht:
Da hat man schon einen Hamster erfolgreich gemopst und möchte diesen gerne unkompliziert in die Zukunft verschicken, aber der gute weigert sich beharrlich, durch die Toilette in eine ferne Zeit gespült zu werden?
Die Lösung liegt doch so, so nah:
Man friert den Hamster der Einfachheit halber ein und taut das Tier 200 Jahre später in einer Mikrowelle auf, steckt es in einen, jahrelang im Trockner geschrumpften, Pullover und setzt mit ihm auch noch zu guter Letzt einen Generator in Gang. So
einfach
wird aus einem nasskalten der knusprig warmer Hamster.
Ein überaus wichtiger Schritt, um die Weltherrschaft der Tentakel zu verhindern. Nicht ausdenken, wenn
Purpur
die Macht übernähme und dann vermutlich sogar Weihnachten abschaffen würde. Dabei ist die Zeit vor Weihnachten eine durchaus besinnliche Zeit, mit wenig Tageslicht und winterlichen Temperaturen, die sogar Schnee verheißen.
Kaum kündigt sich der 1. Advent auch nur leise an, werden all die eingemotteten Lichterbögen aus den Kisten im Keller gekramt,
Kekse
gebacken und schon mal heimlich der Christbaumschmuck sortiert (man glaubt ja gar nicht, wie schnell das Fest dann wirklich vor der Tür steht).
Bei mir gibt es noch eine andere Kiste, die in guter Tradition alljährlich geöffnet wird und allerlei Schätze und Kleinode beherbergt. Pünktlich zur Vorweihnachtszeit öffnet sich ein zeitfressender Mahlstrom und wünscht von mir, ein überaus ereignisreiches Piratenleben zu führen, den Dämon Baphomet vor der Beschwörung zu bewahren oder einfach die Weltherrschaft der überaus fiesen Tentakel zu verhindern. Kurzum: Ich spiele alte Adventures.
Der Bann, den krude Handlungen und Charaktere, abseits von graphischen Spektakel auf der Xbox haben, ist bei mir ungebrochen. Ich verweifle an ausgefeilt knackigen Rätseln, lache über grandiose Pointen und Seitenhiebe, bin ein leidenschaftlicher
Beleidigungsfechter
und würde den
roten Hamster
aus der Maniac Mansion jederzeit wieder versuchen, durch das Klo zu spülen. Adventures haben ihren ganz eigenen Rhythmus, Geschichten zu erzählen und das Lösen eines ganzen Spiels beschert ein unglaubliches Glücksgefühl, das passt für mich hervorragend in die besinnliche Zeit vor Weihnachten.
Behaglichkeit definiert sich für mich dann phasenweise über
gute
Musik
(nicht die klassisch groszartige
Musik
), eine
Drehscheibe
und einen Grog.
Womit verbringt ihr dir Vorweihnachtszeit? Hat das eine Bedeutung für euch oder haltet ihr das ganze Vorfestliche für überkommenen Kram? Habt ihr auch eine Träne vergossen, als von Disney die LucasArts Studios im April diesen Jahres geschlossen wurden? Und überhaupt, was sind sind eure liebsten Adventures? Seid ihr schonmal verzweifelt die Wände hochgegangen oder gibt es am Ende Rätsel, die ihr bis heute nicht lösen könnt? Fragen über Fragen.
Tags: NUT | Advent kommt von Adventures | http://www.neon.de:80/artikel/sehen/gesellschaft/advent-kommt-von-adventures/1090485 |
LauraKa | 1,314,950,400 | 682,797 | fuehlen | http://www.neon.de/user/LauraKa | erwachsen-werden | Ich bin kein Lämmchen mehr. Lämmchen sind doch unschuldig. Ich bin das nicht. Ich bin doch schon fast erwachsen. | Früher hatte ich ein Stofftier, es war ein Lämmchen. Ich nannte es Schnucki und es schlief jede Nacht neben mir. Von da an nannte meine Mutter mich auch Schnucki.
Ich war vier. Ging in den Kindergarten. Ich genoss die unbeschwerte Zeit des Lebens. Für meine Mutter war ich Schnucki.
Ich war sieben. Jetzt ein Schulkind. Stolz ging ich jeden Tag in die Schule. Für meine Mutter war ich Schnucki.
Ich war neun. Dachte, ich würde das Leben jetzt besser kennen. So stolz ging ich jetzt nicht mehr in die Schule. Für meine Mutter war ich Schnucki.
Ich war zwölf. Jetzt auf dem Gymnasium. Es war nicht immer einfach für mich. Für meine Mutter war ich Schnucki.
Ich war fünfzehn. Hatte jetzt andere Freunde. Ich war letzte Nacht betrunken nach Hause gekommen. Für meine Mutter war ich Schnucki.
Ich bin siebzehn. Will kein Schnucki mehr sein. Ich sitze in meinem Zimmer und weine. Was ist los Schnucki? Für meine Mutter bin ich Schnucki.
So vieles ist los, Mama. So vieles, das du nie verstehen würdest, wenn ich es dir erklären würde. Mama, ich bin kein Lämmchen mehr. Lämmchen sind doch unschuldig. Ich bin das nicht. Mama, ich bin doch schon fast erwachsen. Ich kann dir nichts erzählen. Ich muss schweigen.
Mama, wieso nennst du mich nach all dem immer noch Schnucki, wenn ich dir doch so wenig entgegenbringe. Wenn ich dich anschweige. Wenn ich dir überhaupt nicht mehr erzähle, was in meinem Leben so passiert. Mama, das alles nimmst du auf dich. Mama, wie schaffst du es, so stark zu bleiben und zu akzeptieren, dass deine Kinder jetzt eigentlich keine Kinder mehr sind? Und dass sie nicht mehr mit dir über alles reden? Dass du nicht mehr ihre engste Bezugsperson bist? Mama, nachts schläft Schnucki nicht mehr neben mir.
Ich bin siebzehn. Was ist los Schnucki? Für meine Mutter bin ich Schnucki. Immer noch.
Mama, ich will jetzt nicht reden. - Macht nichts, Schnucki.
Danke für alles, Mama. | Das Schweigen des Lämmchens | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/erwachsen-werden/das-schweigen-des-laemmchens/682797 |
DomBum | 1,531,904,820 | 1,710,691 | fuehlen | http://www.neon.de/user/DomBum | sex | Peinliche Erlebnisse mit Sexspielzeugen... | Ich bin sicher, wir sind nicht das einzige Paar, bei dem mit der Zeit die Luft raus ist, das Feuer fehlt oder nicht mehr so richtig die Puppen tanzen, wie immer ihr es auch nennen wollt. Ich bin mit meiner Freundin schon zusammen, seit wir beide 18 waren. Haben uns in der Schule kennengelernt und seitdem sind wir ein Paar.
Seit dieser Zeit sind jetzt schon 6 Jahre vergangen.
Keine Frage wir lieben uns auf jeden
Fall noch. Ich würde sogar sagen, dass die Liebe über die Jahre
stärker geworden ist.
Was ist unser Problem?
Ich will mich auch gar nicht beschweren, unsere Beziehung läuft ganz gut wie schon gesagt, nur im Bett fehlt mit in letzter Zeit etwas der Schwung. Meine Süße und ich habe bereits über das Thema geredet und sind zu dem Schluss gekommen, dass sich da auf jeden Fall was ändern muss. Aus diesem Grund sind wir zusammen zu einem
Sex-Shop
gegangen und haben uns da beraten lassen. Der Verkäufer schien mir etwas abgelenkt zu sein, hat uns dann aber nach der Schilderung von unserem Problem einen Paarv
i
brator empfohlen.
Das Ding war echt teuer und wurde in
einer so komischen Verpackung verkauft, ich hatte die ganze Zeit
Angst, dass jemand erkennen könnte, das ich und meine Freundin so
ein Ding benutzen und und dann auslachen. Ging aber zum Glück alles
gut.
Nicht das was wir erwartet hatten
Leider waren wir sehr enttäuscht von diesem Sex-Toy. Zuerst einmal was das Anlegen mehr als unbequem. Der Vibrator ist ja wie eine Zange aufgebaut und genauso quetscht das Ding auch mein bestes Stück ein. Keine Ahnung, ob das so sein soll, auf jeden Fall kann ich den nicht lange tragen, ohne Schmerzen zu bekommen. Hinzu kommt, dass das Teil eine unsinnige Form aufweist. Das obere Ende ist voll dick und stört somit beim Sex nur. Auch hier hält man nicht lange durch ohne Schmerzen. Also nach einer Verwendung gleich ab in die Tonne mit dem Ding.
Nach dem Desaster mit dem Vibrator versuchten wir noch einen Masturbator für Männer und einen
Druckwellenv
i
brator
für Frauen zu verwenden. Ich fand das Ding nicht so toll, wohingegen meine Freundin recht begeistert von dem Vibrator zu sein schien. Kann sein das Sie ihn immer noch benutzt.
Finde das ja auch nicht schlimm,
solange sie noch genug Zeit hat für mich. Naja unter Umständen
sollte ich ihr auch bei der Verwendung von dem Vibrator helfen, dann
haben wir unter Umständen auch beide etwas davon. Ich werde mir das
Mal überlegen.
Mehr Sexspielzeug für mehr Abwechslung? - Nicht mit uns!
Wenn ihr nun denkt, dass das mit dem Paarvibrator schon schlimm war, dann hört euch mal an, was als Nächstes passiert ist. Ältere Freunde von uns, die ein ähnliches Problem im Bett hatten, empfahlen uns die Nutzung von einer
Liebesschaukel
. Blauäugig, wie wir damals noch waren, haben wir gleich eine über das Internet gekauft. Kein so teures Exemplar aber immerhin auch kein Billigteil. Zu Hause angekommen, konnten wir es kaum erwarten und haben die Schaukel gleich montiert. Ich bin leider nicht der beste Handwerker, wie sich später noch schmerzlich bemerkbar machen sollte.
Das beste am Abend (Achtung Sakasmus!!)
Als das Ding meiner Meinung nach stabil an der Decke in meinem WG-Zimmer hing, ging es auch gleich zur Sache. Die ersten Minuten waren echt schön, dann musste sich aber wohl eine Schraube aus der Decke gelöst haben, denn meine Freundin landete mit einem lauten Schreckensschrei auf dem Boden. Und jetzt kommt das Beste ... Einer meiner Mitbewohner, der wohl den Schrei gehört hatte, machte sich Sorgen und kam in mein Zimmer. Dumm das ich die Tür nicht abgeschlossen hatte. Ihr könnt euch denken, was wir beide für einen Anblick darboten.
Ich habe versucht schnell die Tür
wieder zu zumachen, aber mein Mitbewohner hat sich fast totgelacht
und wollte einfach nicht weggehen.
Es war uns so peinlich, dass wir erst mal keinen Sex mehr bei mir in der WG haben wollten. Weiterhin habe ich jetzt ein schönes Loch in der Decke, mal sehen, wie ich das dem
Vermieter
erkläre.
Unser neuer Entschluss für ein besseres Liebesleben
Nach dem ganzen Ärger, den wir mit der L
i
ebesschaukel, den Masturbatoren, dem
Paarvibrator
und Druckwellenvibratoren hatten, haben wir uns dazu entschlossen erstmal komplett die Finger vom Sexspielzeug zu lassen. Kann durchaus sein, dass wir einfach kein Paar sind, dass Hilfsmittel braucht, sondern woanders Abwechslung suchen sollten.
Wenn ihr Tipps zu diesem Thema habt,
höre ich mir die gerne in den Kommentaren an. Wir sind offen, wollen
aber auch nicht alles ausprobieren, einfach mal so eine Auswahl zu
haben wäre aber schon ganz schön.
Unsere Lösung... vorerst
Da der Sommer dieses Jahr so schön zu werden scheint, beziehungsweise schon schön war, wäre unsere nächste Idee Sex im Freien zu haben oder etwas in dieser Art zu machen. Vielleicht gehen wir mal am Wochenende zusammen an den See campen und mal sehen, was da passiert. Der Wechsel von der Location wird uns sicher guttun. Keine Ahnung, ob je wieder das alte Feuer in unser Bett zurückkehren wird, aber so viel schlimmer als nach unserem Test mit den ganzen Sex-Toys kann es nicht mehr werden. Drückt mir gerne die Daumen.
Tags: Sexspielzeug, Sextoys, Erfahrung | Was tut man nicht alles für die Liebe: Druckwellenvibratoren, Liebesschaukel, Paarvibratoren und Co. - Meine Abrechnung! | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/sex/was-tut-man-nicht-alles-fuer-die-liebe-druckwellenvibratoren-liebesschaukel-paarvibratoren-und-co-meine-abrechnung/1710691 |
Solitudine | 1,478,429,880 | 1,630,936 | fuehlen | http://www.neon.de/user/Solitudine | liebe | Das Problem beim Lieben eines schlechten Menschen ist ja der ständige Kampf von Herz und Verstand. Habe ich mal gehört. | Vielleicht ist es aber auch Psychologie, dass wir nicht loslassen was wir nicht haben können und reden uns ein unser Herz zerbricht daran. Nicht etwa unser krankes Ego. So genau weiß das wohl keiner von uns.
Fakt ist, dass ich diesen Menschen abscheulich finde. Schockiert bin über die Kunst gewissenlos zu lügen. Immer und immer wieder. Es überkommt mich ein Ekel, dass dieser Mensch meine Haut berühren durfte, nein noch schlimmer, mein Herz. Bis ins letzte Detail gewusst wie. Ein Jahr lang die richtigen Schalter gedrückt, weil das immer so gut funktioniert hat. Diese Selbstverständlichkeit einen Menschen zu verletzen und es ohne Reue einfach noch ein zweite Mal zu tun. Gedankenlos, charakterlos.
Gedankenlos, charakterlos finde ich von mir, dass ich an einem 17 Stunden Tag 1020 Minuten an dich denke. Du in meinen Träumen auftauchst. Ich innerlich immer noch über deine Witze lache und ein kleiner dunkler Fleck in meinem Herzen dich liebt. Dich und deine Art. Und Moment mal… Naivität liegt mir fern. Das war schon immer so. Es ist nicht so, ich würde mir einreden du bist ein Arschloch, weil du beziehungsunfähig bist, du schlechte Erfahrungen gemacht hast oder weil warum auch immer Frauen sich Gründe überlegen, um sich dieses Verhalten zu erklären. Ich muss das gar nicht verstehen.
Ich möchte dich eigentlich nur aus meinem Herzen, aus meinem Verstand oder vielleicht auch aus meinem kranken Ego streichen. Einfach löschen. Es gibt 7 Milliarden Menschen. Es ist absurd, dass du meinen Kopf besetzt. Such dir einen anderen Kopf. Ich wäre gerne fähig zu hassen oder besser noch gleichgültig zu sein und glaube mir, das könnte ich. Wäre da eben nicht dieser dunkle kleine Fleck, der dir alles verzeiht und den Teufelskreis der Hassliebe aufrecht erhält. | Der Teufelskreis der Hassliebe | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/der-teufelskreis-der-hassliebe/1630936 |
helge_timmerberg | 1,265,891,460 | 685,618 | fuehlen | http://www.neon.de/user/helge_timmerberg | liebe | Nichts stellt die Liebe so sehr auf die Probe wie der erste URLAUB MIT DEM PARTNER. Das spricht nicht unbedingt gegen eine gemeinsame Reise. | Fernbeziehung | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/fernbeziehung/685618 | |
MrMelancholia | 1,442,299,740 | 1,512,606 | fuehlen | http://www.neon.de/user/MrMelancholia | liebe | Ohne Dich durch unsere Straßen gehen ist wie zu merken, dass ich vergessen habe, meine Schuhe anzuziehen. Ups, ich habe ja gar keine Schuhe mehr. | Heute ist der erste Tag, an dem ich aufgewacht bin mit der Gewissheit, dass Du nicht mehr da bist. Wir haben lange telefoniert gestern Abend, Du hast versucht es mir zu erklären, mir zu sagen, nach was Du gesucht hast, hast gesagt, seit ein paar Wochen schon hättest Du bemerkt, dass unsere Beziehung Dir nicht mehr alles gibt. Du hast gesagt, dass Du mich liebst.
Als ich an Deinem Computer war, und Du hattest es mir noch erlaubt, und ohne es zu ahnen Deine Nachrichtenfenster vor mir sehen musste, habe ich gelernt, wie in einer Sekunde eine Welt einstürzen kann. "Ich kann Dich nicht einfach nur sehen, dafür küsse ich Dich zu gerne." oder "Die Nacht mit Dir war unglaublich." - Wunderschöne Worte, aber das erste Mal seit langem war nicht ich es, dem Du sie geschrieben hast. Weißt Du, was mir wirklich wehtut? Dass ich Dich irgendwo verstehen kann. Du wolltest ausbrechen aus Deiner kleinen Welt, wolltest reisen und Menschen kennenlernen, durch die Welt fliegen wie eine Feder, die jedem Luftstrom nachgibt, der sie auf eine kleine Reise einlädt. Du wolltest frei sein und unabhängig, "die Tür hinter Dir zumachen können", völlig sorglos sein. Er war es, mit dem Du diese Gefühle erstmals wieder hattest, er ist bodenständig, nett, sympathisch und solide. Es war wahrscheinlich ein Wimpernschlag, in dem Du die Entscheidung getroffen hast, Dich dem Moment hinzugeben und Dich mal kurz fallen zu lassen. Das kann ich alles verstehen, sehr gut sogar.
Wir haben stundenlang geredet, über unsere Beziehungen, unsere Ängste und Erwartungen, aber eigentlich war es für mich immer nur der Versuch, meine Fassungslosigkeit und Traurigkeit zu kompensieren, die mich immer überkommen hat, als ich gesehen habe, dass dieses WIR, dieses unkaputtbare Band, für das ich lange Zeit gelebt habe, uns entgleitet und wir nichts, aber auch gar nichts dagegen tun können. Ich dachte, wenn wir reden, finden wir unseren Masterplan. Du bist für vier Wochen weggefahren, und ich habe nachgedacht, und vieles in Frage gestellt, aber nicht eins: Du bist die Eine, die nie wieder kommen wird. Deswegen müssen wir es schaffen, dachte ich.
Du kanntest meine latente Grundangst, dass Du mich eines Tages betrügen würdest. Die war mehr oder weniger immer in mir, weil ich so unendliche Angst davor hatte, was passieren würde, wenn Du nicht mehr in meinem Leben bist. Ich hab Dir sogar davon erzählt, so wie ich Dir so vieles erzählt habe, wofür ich mich sonst immer geschämt habe. Und Deine Antwort war, "Nein, Liebling, diese Männer sind nicht Du. Ich könnte das gar nicht, kann es mir nicht mal vorstellen." Das habe ich Dir so gerne geglaubt und glauben wollen. Aber irgendwann hat Dich die Angst eingeholt, die Angst, etwas zu verpassen, die Angst, nicht mehr frei zu sein. Nur ein kleiner Moment. Ich hatte mich entschlossen, Dir alle Freiheit zu geben, die Du brauchst und willst, ich hatte mich entschlossen, meine Vorstellungen von einer Beziehung ein bisschen anzupassen, Dich ein Stück weit gehen zu lassen, bis Du freiwillig wieder kommst, weil Du mich willst. Ich wollte keine Angst mehr haben, es könnte was mit uns passieren. So kurz davor war ich. Und dann lese ich Wort für Wort, wie meine Angst, Dich freizulassen, im echten Leben aussieht. Unglaublich war sie, die Nacht mit ihm. Soso.
Jetzt wird es Herbst, meine erste richtig große Liebe. Wie soll ich jetzt im Wald spazieren gehen, ohne dass jemand ständig stehen bleibt, um Kastanien zu sammeln? Wer dekoriert die Wohnung, unser Nestchen, wie wir immer gesagt haben, mit Kastanien, Nüssen und Kürbis? Wer geht mit mir auf den Wochenmarkt und wer geht mit mir in die Berge, nur um die ganze Zeit über die Anstrengung zu jammern? Wer geht an nebligen Herbstsamstagen mit mir in die Stadt in den Bücherladen, um auf dem Hin- und Rückweg die einsame Gans am Fluss zu besuchen? Wer bestellt sich abends mit mir Pizza bei Tom's, um sie dann zu einer amerikanischen Krimiserie zu essen und danach NäheNäheNähe...? Wer nimmt mich mit, wenn er mit seinen Hundesitting-Hunden am Fluss und in den Schrebergärten herumläuft? Wer versteht, wie es sich anfühlt, wenn ich meine Dienst-PC-Passwörter heute morgen alle ändern muss, weil sie alle Kosenamen für Dich waren? Wer versteht, dass ich mein Auto verkaufen will, nur weil dieses Scheißkennzeichen unsere Initialien hat? KV... Kieselchen, Vanillchen.
Mir hat niemand beigebracht, wie man damit umgeht, wenn einem die Seele abhanden gekommen ist.
Du warst meine Zärtlichkeit, meine Schwäche, mein Glück, meine Wut, meine Trägheit, meine Lust und meine Weichheit. Ich war stolz, wenn Du beeindruckt von meiner Arbeit warst oder von meinem Fahrstil. Ich war stolz, wenn ich die Blicke der Männer in der Stadt gespürt habe, und wusste, ja, die gehört zu mir. Ich habe einen Brief von Dir, in dem Du schreibst, dass Du Dein Leben mit mir verbringen willst, dass Du Kinder von mir willst. Wie unendlich glücklich war ich, wenn mir mein Glück bewusst wurde. Wie unendlich zuhause habe ich mich gefühlt, wenn ich zur Tür hereingekommen bin und Du eilig hergekommen bist, um Dich an meinem Hals zu vergraben. Mein Vanillemädchen, mein Erdbeerchen, mein Alles, Du wirst mir unendlich fehlen.
Vielleicht haben wir zu früh zu viel gewollt. Vielleicht hat Dich das so beengt, dass ein klitzekleiner Moment gereicht hat, dass Du alles eingerissen hast, in einem Atemzug.
Du hättest alle Freiheiten dieser Welt gehabt. Ich hätte gelernt, Dir blind zu vertrauen. Hättest Du mich nicht einen Tag vorher so unglaublich verletzt.
Jetzt kannst Du fliegen, Engelchen. So weit Dich die Flügel tragen. Vielleicht landest Du hin und wieder auf meinem Fensterbrett und schaust mal kurz rein. In einem Jahr oder so.
Ich liebe Dich.
Tags: Abschied, Trauer, Fremdgehen, Glück | Nach Dir | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/nach-dir/1512606 |
Cupcake112 | 1,334,883,840 | 867,745 | fuehlen | http://www.neon.de/user/Cupcake112 | familie | Manchmal fragte ich mich, ob es besser sei, wenn er tot wäre. | Ein Mann und ein Kind. Ein Mädchen. Es ist etwa 10 Jahre alt.
Sie tragen sommerliche Kleidung. Er hat eine beige, dünne Stoffhose und ein hellblaues
T-Shirt an, dazu beige Chucks.
Das Mädchen trägt ein gelb-orange kariertes Kleid mit
orangen Knöpfen daran. Schuhe hat sie keine an. Sie ist Barfuß.Die oberen Strähnen ihres Haares sind zu einem Zopf
zusammengebunden. Die restlichen, blonden Haare sind stark gelockt und scheinen
unbändig.
Der Mann steht hinter dem Mädchen.
Seine Arme sind schützend um sie gelegt. Beide sehen glücklich aus.
Im Hintergrund ist ein Garten. Groß und weitläufig. In der Ferne sieht man einen Kirchturm. Um ihn herum einige weiße Wolken am sonst klaren, blauen Himmel.
Die Sonne scheint. Scheint auf den Garten hinab. Blendet den Mann und das Mädchen. Ihre Augen sind leicht zusammengekniffen, als wollten sie
sich vor den Sonnenstrahlen schützen.
Die Schatten fallen hinter sie, wie schlechte Erinnerungen
der Vergangenheit.
Damals war die Welt noch in Ordnung.
Doch das änderte sich schlagartig. Oder stückchenweise, wie
man´s nimmt.
Ein Streit zwischen meinen Eltern war der Auslöser.
Die Leidtragende jedoch war ich. Aber dafür interessierte
sich damals keiner. Vor allem nicht die Schuldigen.
Auf einmal war mein Vater nicht mehr da. Er wohnte nicht mehr bei uns und war auch anderweitig nicht
mehr erreichbar. Die Wut war groß. Sie fraß mich innerlich auf.
Wie konnte man jemandem so etwas antun? So rücksichtslos
sein? Und das gegenüber seiner eigenen Tochter.
Ich hörte lange nichts von ihm und meldete mich selbst
ebenso wenig. Und das war auch mein gutes Recht, finde ich. Schließlich
war er derjenige, der auf einmal wie Rauch verblasste.
Ich gewann Abstand und lernte diesen Abstand zu schätzen,
denn es ging mir gut dabei. Ich lenkte mich ab, unternahm viel mit Freunden,
versuchte möglichst nicht an ihn zu denken. Mal gelang es mir, mal weniger.
Natürlich gab es auch Tage, die ich heulend im Bett
verbrachte und nie wieder aufstehen wollte. Ich war sauer. Vor allem auf ihn.
Aber auch auf mich, meine Sturheit und meine Verständnislosigkeit. Auf meine
Freunde, meine Umgebung, die ganze Welt.
Alles erinnerte mich an ihn. Bestimmte Lieder, die er damals
immer hörte. Das Buch, dass er mir zum Geburtstag geschenkt hatte und das
ich nicht weiter las. Aus Trotz. Väter, die mit ihren Kindern draußen spielten. Ich gönnte es ihnen nicht.
Warum sollten sie einen Papa haben, der sie liebt, wenn ich
keinen haben darf? Sie sollten nicht glücklich sein. Keiner sollte es. Am
wenigsten ich.
Glücksmomente wurden von der Trauer zerschlagen, wie
hauchdünnes Glas mit einem Baseballschläger. Glassplitter der Erinnerung lagen
herum und wenn ich nicht aufpasste schnitten sie tiefe Wunden in meine
Füße, meine Arme, meinen Kopf, mein
Herz. Mein Herz schlug nur noch leise. Keiner sollte es hören. Es schmerzte. Schmerzen die größer waren
als die eines Arm- oder eines Beinbruchs. Größer als ich es mir hätte
vorstellen können. Doch diese Schmerzen waren für andere unsichtbar. Für sie war ich das kleine, fröhliche Mädchen, das immer für
einen Spaß zu haben war. Niemand hätte gedacht, dass ich innerlich zerbreche.
Meine Maske saß perfekt, ich spielte meine Rolle gut.
Doch das alles änderte sich, als ich seine SMS bekam.
Klar, ich hab mich gefreut, als mein Handy klingelte. Doch
als ich seinen Namen las verschwand die Freude. Ich weiß nicht mehr, was ich
damals fühlte. Vermutlich nichts.
„
Ich werde mich total aus eurem Leben raushalten, damit du
nicht irgendwann zwischen den Stühlen stehst. Du wirst nix mehr von mir hören
und ich möchte auch nix mehr von dir hören. Lasst mich einfach für immer in
Ruhe
.“
Ich starrte auf das Handy, konnte nicht glauben, was meine Augen sahen. Eine Leere breitete sich in mir aus. Ich dachte nichts, ich fühlte nichts, stand einfach
regungslos da. Dass ich weinte, merkte ich erst, als Tränen auf meine Hand fielen.
Das sollte es also nun gewesen sein. War das alles, was er mir noch zu sagen hatte? Die 19 Cent hätte er sich schenken können. Ich war nicht mehr informiert, als bereits vor der SMS.
Doch ich wurde erneut an ihn erinnert. Und es tat weh.
Es tat weh zu spüren, wie unsere Familie zerbrach, wenn sie nicht bereits längst zerbrochen war.
Okay, wenn er es so will, ich werde mich nicht mehr bei ihm
melden. Ganz bestimmt nicht.
Erneut versuchte ich mich abzulenken, von meinen Gedanken
und Gefühlen Abstand zu gewinnen und sie dennoch zu akzeptieren.
Manchmal fragte ich mich, ob es besser sei, wenn er tot
wäre.
Einerseits schämte ich mich für den Gedanken, aber
andererseits war es das, was ich ihm gewünscht hatte. Ich hätte zwar keine Möglichkeit mehr gehabt, Kontakt zu ihm
aufzunehmen, aber das hatte ich eh nicht vor. Und so hätte ich die Möglichkeit gehabt, mit ihm
abzuschließen, denn mir wäre nichts anderes übrig geblieben.
Doch er war nicht tot. Zum Glück, oder auch nicht.
Ansichtssache. Er lebte. Und das bei einer anderen Frau.
Hass und Abneigung ihm gegenüber stiegen. Er machte es mir leicht, ihn nicht mehr zu lieben. Nicht aber, ihn zu vergessen. Schließlich war er immernoch
mein Vater, ein Teil meiner Familie.
Doch mein Entschluss stand fest. Wenn er schon nicht tot war, dann sollte er dennoch für mich
gestorben sein. Er war eh nie für mich da, als ich ihn gebraucht hätte. Ich
machte demnach keinen großen Verlust.
Und trotzdem starb ein Teil von mir mit.
So gegensätzlich wie meine Gedanken und Gefühle zu ihm war
auch seine Willkür gegenüber mir. Monate später erhielt ich erneut eine Nachricht von ihm. Diesmal fühlte ich was. Und es war nicht positiv. Ich war
wütend, sauer, aufgelöst, enttäuscht. Und all das gleichzeitig. Er hatte doch damals den Kontakt abgebrochen, wollte nichts
mehr von mir hören und vor allem sich selbst nicht mehr melden.
Ich hatte mich an die Abmachung gehalten. Hatte ihn unter meinen Gefühlen begraben. Und nun? Nun kam alles anders.
„
Es tut mir sehr Leid, dass ich mich so lange nicht bei dir gemeldet habe. Ich weiß, das ist unverzeihlich, aber ich hoffe, du kannst es irgendwann mal. Ich liebe dich.
"
Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich war immernoch sauer,
dass er sich an unsere Abmachung nicht gehalten hatte, denn er platzte schon wieder
in meine Gedanken, ohne dass ich es wollte oder bereit dazu war.
Vor allem aber war ich überrascht, dass er sich
entschuldigte. Das machte die ganze Sache zwar nicht wieder gut, aber
immerhin sah er ein, dass er Mist gebaut hat.
Doch das änderte nichts mehr an meiner Einstellung.
Wie er bereits richtig erkannt hat, ist es unverzeihlich,
was er mir angetan hat. Es ist nicht nur wie ein Sturz, nach dem man aufsteht
und weitergeht. Es ist vielmehr ein Stolpern auf steinigem Weg, der nie endet. Nach jedem Stein muss man sich erneut regenerieren und schon
nach dem nächsten Ausschau halten.
Er bekam darauf keine Antwort von mir. Und wird vermutlich
auch nie eine bekommen.
Ja, wir waren mal eine glückliche Familie. | Ein Abschied auf Umwegen | http://www.neon.de/artikel/fuehlen/familie/ein-abschied-auf-umwegen/867745 |
Okapiposter | 1,318,429,740 | 772,947 | fuehlen | http://www.neon.de/user/Okapiposter | sex | Galber's Rührboden | Brechendes Rohr, der Ofen ruht
Baustellenfahrzeug ohne Hirn
Mann, Frau ... sein Saft entgleist
Haufenweise, wieder fährt er Getreide
Traumatisch tanzend, Ohren betäubend
Akustik wie Glut
Schweiß perlt, Sekt perlt, Eiweiß.
Kleber sticht Möse, Pinselgetöse.
Fehler im Sarg
Hebel, ja ... auf ein Wort: Holz in der
Kammer
Tagessatz, subdermal, zweieinhalb.
Blüh auf mein Leben! Sonne, Sonne,
sonderbar.
Es ergießt sich, Owei!
Tags: ficken, Liebeskummer | Was hat dich bloß so ruiniert? | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/sex/was-hat-dich-bloss-so-ruiniert/772947 |
picassu | 1,496,609,580 | 1,654,836 | sehen | http://www.neon.de/user/picassu | politik | Der Kaffeebecher ist übrigens nicht widerverwertbar, genauso wenig wie dein Biofairtradeveganer Riegel aus Südafrika umweltfreundlich ist. | Langsam kann ich es nicht mehr hören, das Gejammer darüber,
wie alles immer schlimmer wird. Trump richtet doch Amerika zugrunde, in der
Türkei wird gerade die Demokratie abgebaut und wer weiß, was passiert, wenn
England aus der EU austritt.
Aber warum erzählst du mir das? Ich schaue auch Nachrichten
und lese Zeitung. Diesen Stand der Dinge hab ich auch schon mitbekommen.
Was ist jetzt deine Lösung?
In Amerika gibt es immerhin eine mutige Staatsanwältin, die
für ihre Entscheidung gegen Rassismus gefeuert wird, in der Türkei sitzen
tausende Journalisten hinter Gittern und in England wird eine Petition gegen
Trumps Staatsbesuch unterschrieben. Die Menschen gehen auf die Straße, sie
schreiben Leserbriefe, sie beteiligen sich aktiv an Politik und Nachrichten.
Du wirfst mir vor, ich bin zu unkritisch, wenn ich mich
nicht ständig mit dir darüber aufrege, wie schlecht das Schicksal dieser Welt
ist, aber weißt du was: Reden hat noch niemand geholfen.
Was wird denn besser, wenn wir hier sitzen und uns beklagen?
Hast du schon einen Brief an Trump geschrieben hab ich dich
gefragt. Du hast natürlich nein gesagt.
Bei welcher Menschenrechtsorganisation bist du? Wo ist deine
Petitionsunterschrift?
Ja, ja, das sollte mal. Aber wo soll man denn da anfangen?
sagst du.
Du schaust in deinen Kaffeebecher und wirfst deine zu Ende
gerauchte Zigarette in den kleinen Grünstreifen. Der Kaffeebecher ist übrigens
nicht widerverwertbar, genauso wenig wie dein Biofairtradeveganer Riegel aus
Südafrika umweltfreundlich und dein neuer Holister Pulli amerikakritisch.
Tags: Gutmenschentum, Wohlfühlkultur, Hauptsache-ich-geb-meinen-Senf-dazu | Reden hat noch nie genutzt | http://www.neon.de/artikel/sehen/politik/reden-hat-noch-nie-genutzt/1654836 |
Lorjoh | 0 | 1,695,161 | fuehlen | http://www.neon.de/user/Lorjoh | erwachsen-werden | Das Licht kommt immer durch Risse | Letztes Wochenende war glaub ich der Untergang.
Das Ende vom Ende.
Obwohl es nicht wirklich ein Ende geben kann, weil wir nie einen Anfang hatten.
Klar kann ich sagen, an welchem Tag wir das erste Mal miteinander geschlafen haben, weil ich das in meine Zyklus-App eingetragen habe, aber das war nicht wirkrlich ein Anfang.
Dann war es erstmal für eine Woche voll gut.
Dann nicht mehr so wirklich. Von außen kamen die ganze Zeit Aussagen wie: Du hängst noch deiner Ex nach, machst all das nur mit Frauen um ihr eins reinzuwürgen. Du hast ja noch was mit ner Anderen und von der willst du eigentlich mehr. Du hast 5 Frauen an jedem Finger.
Frauen, wie sie sind ignorieren so etwas weg, sagt das Klischee.
Ich nicht. Ich bin nicht blöd. Ich hab dich nur gebeten, dass, falls andere Frauen im Spiel sind, du es mir ehrlich sagen sollst. Das hat mit Respekt zu tun. Bisher kam nur einmal etwas und da wusste ich es schon vorher. Und es war in Ordnung für mich. Wir waren ja nicht zusammen.
Dann war es länger ziemlich ok. Wir verbrachten oft die Abende zusammen, übernacht blieb ich nie. Das mach ich nur bei einem Partner. Waren wir ja nicht.
Für mich kam eine Beziehung nicht in Frage. Versteh mich nicht falsch, ich mag es unglaublich geren mit dir Zeit zu verbringen, in deinen Armen zu liegen, mit dir zu lachen oder einfach nur mit dir zu schlafen. Aber eine Beziehung wäre schief gegagen. Das kann ich einfach nicht, das haben mir die letzten 8 Jahre gezeigt. Ich bin so ein Monster, dass zwar die Vorzüge einer Beziehung gerne hätte, aber ohne den Stress. Egoist durch und durch.
Und dann kam der letzte Samstag. Ich war mit einer Freundin auf einer Party, ich hab viel an Erinnerungen eingebüst. Gin sei Dank. Ich erinnere mich, dass du spät am Abend plötzlich auch da warst. Dann ist alles im Nebel. Das nächste, was ich weiß, dass ich auf einem Sofa gelegen bin und nicht du neben mir warst und ich einen deiner Freunde geküsst habe. Ich dachte, dass du es warst, desto erschrockener war ich, das du plötzlich raus gestürmt bist und mich angeschrien hast. Ich hab es nicht verstanden, ich kann mich bis heute nicht erinnern, was genau passiert ist. Nur, dass ich dich nicht so einfach gehen lassen konnte. Also hab ich gekämpft. Du sagtest, dass es dich nervt, wenn ich mit anderen Typen was mache, nur, dass mit denen nichts lief, hast du mir nicht geglaubt.
Dann kommt wieder Nebel, irgendwann bin ich aufgewacht und du lagst neben mir, wir haben uns an der Hand gehalten, haben uns geküsst. Miteinander geschlafen. Zweimal. Am Tag darauf war ich bei dir, von nachmittags bis nach Mitternacht. Und ich weiß nicht, ob es das letzte Mal war oder nicht. Über das, was in der Nacht passiert ist, haben wir nüchtern noch nicht gesprochen. Ich weiß aber, dass wir es sollten. Einfach weil es mich auffrisst. Ich will wissen, wo wir stehen. Ob wir uns verabschieden müssen oder ob wir uns weiter auf diese Achterbahnfahrt stürzen und schauen, was passiert.
Ich weiß nicht mehr, was Wahrheit ist und was nicht. Wir sind Beide zu gut im verstecken von dem, was wirklich ist. Und das wird uns noch zerstören.
Tags: sexfreund, Alkohol, beziehungsunfähig | Blackout bringt Erleuchtung | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/erwachsen-werden/blackout-bringt-erleuchtung/1695161 |
AliceD | 1,309,846,020 | 681,632 | wissen | http://www.neon.de/user/AliceD | job | Jeder Mücke ihren Elefanten - jedem Arbeitsplatz seine Stereotypen. | Zugegeben, so ein Büroalltag besticht nicht gerade durch das Abenteuer einer Safari, den Nervenkitzel einer Gletscherwanderung oder die Exotik eines Südseetraums. Nein Büroalltag ist genau das – Alltag. Der gleiche Weg, die gleichen Räume, die gleichen Menschen. Routinen und Gewohnheiten drücken sich die Klinke in die Hand. Und kaum hat man nicht aufgepasst, ist wieder ein Jahr vergangen und es ist noch immer alles beim Alten. Eben dies ist der Grund warum im Büro so viel getrascht und geklatscht wird. Wo jeder Blick etwas zu bedeuten hat, jede Berührung eine heimliche Affäre offenbart und jedes Kopfnicken geheime Bündnisse beschließt. Gerüchte machen das triste und graue Büroleben ein wenig farbenfroher, wenn nicht gar neon-gelb. Sollte mein Freund mich noch einmal eine Dramaqueen nennen, dann sperre ich ihn für nur einen Tag in unser geliebtes Großraum-Büro, mal sehen wie lange er es schafft, die Mücke Mücke sein zu lassen.
Während in der „wahren Welt“ zwei Tage später kein Hahn mehr danach kräht, bin ich auch noch nächsten Monat Lachnummer No. One, nachdem letzte Woche mein Stuhl unter mir zusammenbrach. Der Haarschnitt von Sabine aus dem zweiten Stock würde mich normalerweise herzlich wenig interessieren, aber wenn gerade nichts anderes zum Lästern parat steht, dann greift man nunmal nach jedem Strohhalm. Auf die gleiche Art lässt sich ebenso das Paarungsverhalten in Büros erklären, oder bezeichnenderweise auch als Landschulheim-Phänomen betiteln.
Ist man neu in einer Firma, egal ob verheiratet, Single oder streng katholisch, man checkt nebenbei seine Kollegen ab (und steckt sie in Schubladen). Der ist zu jung, der zu alt. Der hat schöne Augen, aber sein Hintern verrät er arbeitet schon zu lange hier. Ob Mann oder Frau, man begutachtet die Kollegen und sortiert sie nach der Attraktivitätsskala. Ein paar Wochen ziehen ins Land und die Skala ist vergessen, man unterscheidet höchstenfalls noch zwischen Raucher und Nichtraucher oder Pest und Cholera. Im Büro verschwimmt alles zu Brei. Jeder erscheint grau und fad und unattraktiv.
Bis SIE den Raum betritt: Die Neue. Eine neue Kollegen, die neue Chefin, vielleicht eine Praktikantin oder lediglich eine Bewerberin, die sich zwecks Vorstellungstermin in der Etage geirrt hat. Wenn sie sich nur ein wenig vom Einheitsbrei des Bekannten unterscheidet, dann ist es ganz egal wer sie ist. Da wird ein Herpes schonmal zu "etwas Besonderes" oder eine lange Nase zum markanten Attribut von Einzigartigkeit. Nennt es wie ihr wollt, denn ab heute taufen wir dich auf den Namen: Frischfleisch.
Insbesondere bei schönen Frauen tritt ein immer wiederkehrendes Phänomen zutage: Die Rückkehr zu den Urinstinkten. Frauen, egal welchen Stands, welchen Alters und mit welchem Bildungshintergrund – sie alle fühlen sich bedroht. Eifersucht und Neid erfüllt den Raum und bevor die Neue es überhaupt geschafft hat ihren Namen zu nennen, tummeln sich bereits erste Gerüchte über ihre Vergangenheit als Pornodarstellerin, die Schweizer Bankkonten ihrer Eltern und die unausweichlichen Besenkammern-Geschichten vom Hausmeister bis zum Vorstand. Wir Frauen fühlen uns sofort bedroht, vor allem wenn die Neue nicht mit Leistung glänzt, sondern mit Ausstrahlung, Schönheit und Sexappeal. Dann macht das Lästern auch gleich doppelt Spaß – und uns noch unattraktiver…
Männer gehen damit ganz anders um. Nicht weniger typisch und clichéhaft, nur anders. Erwachsene, hochintelligente, erfolgreiche und smarte Männer beginnen urplötzlich zu sabbern. Betritt eine hochgewachsene Blondine den Raum, sind Akademiker nicht mehr in der Lage einen vollständigen Satz zu bilden. Sie grinsen und kichern, sie greifen sich machomäßig in den Schritt und übertrumpfen sich gegenseitig mit nichtssagendem Kopfnicken, Augenzwinkern, Zungeschnalzen, oder in Perfektion natürlich in der Kombination aus all den prolletigen Gesten und Grimassen. Als hätten sie überhaupt noch nie ein weibliches Wesen zu Gesicht bekommen, können sie ihre stieren Blicke nicht mehr von ihr wenden. Der professionellste Chef wird plötzlich zum Schuljungen, der Kaffe holt und aus Nervosität schwitzt. Selten bekommt diese Frau den Job nicht und hat sie sich nur im Gebäude geirrt, dann wird ihr spätestens jetzt für sie eine Stelle geschaffen.
Nach zwei Wochen ist auch ihr Glanz verflogen und die Kollegen widmen sich wieder dem Gelächter über den Zusammenbruch meines Stuhls. Auch eine Art der Aufmerksamkeit. So ist das eben im Büroalltag. Man nimmt, was man kriegen kann. | Von Landschulheimen und Sahneschnitten | http://www.neon.de:80/artikel/wissen/job/von-landschulheimen-und-sahneschnitten/681632 |
EngineDriver | 0 | 652,898 | wissen | http://www.neon.de/user/EngineDriver | alltag | Zutaten: Flasche Mineralwasser x 2 (Cascada, grün);
Tetrapack Orangensaft x 1 (K-Classic) | Man postiere sich vor einem Computer und stelle die Zutaten neben sich ab. Wichtig: Der Wille sich eine Orangensaft-Schorle zu mischen. Während man nun liest und versucht eine Magisterarbeit zu schreiben, versuche man aus den Ingredenzien sein Wunschgetränk zu erstellen, et voilà: Fertig.
Nach Belieben mit Eiswürfeln abschmecken und sofort servieren (sich selbst). | Rezept: Wasserschorle | http://www.neon.de/artikel/wissen/alltag/rezept-wasserschorle/652898 |
fluegelfrei | 1,418,844,240 | 1,467,034 | fuehlen | http://www.neon.de/user/fluegelfrei | erwachsen-werden | “Das passt doch gar nicht zu dir." Ein Satz, der harmlos erscheint und doch die Fähigkeit in sich birgt eine Lawine an diversen Emotionen loszutreten. | “Das passt doch gar nicht zu dir.” – ein Satz, der so harmlos
erscheint und doch die Fähigkeit in sich birgt eine Lawine an diversen
Emotionen loszutreten. Menschen fällen schnell und manchmal auch
unüberlegt Urteile. Schließen aus dem, was sie sehen Dinge und das, was
sie nicht sehen, wird im Dunkeln stehen gelassen. Einfach ignoriert und
beiseite geschoben. Manchmal ist es vielleicht okay so zu handeln.
Selbst ich ertappe mich ab und an dabei, wie ich in meinem Köpfchen die
Welt aus meiner eigenen Perspektive heraus erschließe, während die
Offensichtlichkeit der Existenz anderer Meinung mit einem Plopp zur
Nebensache wird.
Umso mehr wird die Macht des schnellen Urteilens einem wieder gewahr,
wenn es einem selber betrifft. Mit einer gedanklichen Veränderung,
folgt meist’ auch der Wunsch nach einer Veränderung im Außen. Nicht nur
was das Umfeld angeht, sondern auch der eigene Körper wird zum Geschehen
einer Umgestaltung, welche den Start in einen neuen Lebensabschnitts
auszudrücken vermag. Eine Art ‘Selbstausdruck’, der nicht nur dem Umfeld
den Kurswechsel signalisieren soll, sondern eventuell auch bei der
Betrachtung der eigenen Person im Spiegel als eine Art ‘Erinnerung’
verstanden werden kann. Ein sichtbares Versprechen dafür, den neuen Weg
anzustreben und sich nicht mehr auf dem ausgetretenen Pfad der
Vergangenheit zu verirren.
Und dann kommt der Satz: “Das passt doch gar nicht zu dir.” Ein
Urteil, welches so gar nicht zu dem Thema ‘Neuorientierung’ passen
möchte. Ein Puzzleteil, welches in einem Ganzen seinen Platz zu finden
versucht, obwohl es noch gar kein vollständiges Puzzle gibt. Wie soll
jemand solch’ eine Meinung haben, wenn man selbst noch keine Ahnung hat?
Vielleicht wäre ein Piercing doch ein passendes Schmuckstück oder ein
Tatto die genialste Idee überhaupt.
So, wie sich die Welt verändert, bleiben auch die Menschen nicht
dieselben. Man stößt sich an Kanten, wird von Momenten geformt, von
Schicksalsschlägen heimgesucht und macht Erfahrungen, die das Herz und
die Seele auf verschiedene Arten berühren. Niemand bleibt so, wie er
ist. Diejenigen, die versuchen sich gegen die Welle der Veränderung zu
stemmen, ertrinken. Nur die, die mit dem Lauf der Zeit gehen und sich
von den daraus entstehenden Herausforderungen nicht kleinkriegen lassen,
gehen am Ende mit erhobenen Haupte aus dem Leben.
“Das passt doch gar nicht zu dir.” Oh, doch. Lass es alle sehen, wie sehr es doch letztendlich zu dir passt. | Unpassende Passungsversuche | http://www.neon.de/artikel/fuehlen/erwachsen-werden/unpassende-passungsversuche/1467034 |
Deutschfluesterer | 1,319,641,320 | 780,043 | sehen | http://www.neon.de/user/Deutschfluesterer | politik | Soldaten garantieren selbst zu Friedenszeiten eine Menge Geschepper... | Scheinbar ist es mit Krieg und Feindbild besser bestellt, als ohne das furchterregende Säbelrasseln. Infrastrukturen brechen regional zusammen, wenn die eine oder andere Kaserne schließt, weil sie überflüssig geworden ist oder einfach nicht mehr ins Weltbild passt. Doch das darf nicht sein. Der Maler- und der Bäcker-, der Maurerbetrieb und die Brauerei haben so sehr auf die uniformierten Vaterlandsbeschützer gesetzt.
Nun fällt die Schranke für immer und das soll bundesweit so gehen. Krieg ist demnach erwünscht und sei es moralisch noch so bedenklich. Lieber regen wir uns über gehabte verlorene, wie auch über gewonnene Kriege, Revolutionen, Revolten und sonstige Krisen mit Todesfolge auf, als dass wir begreifen, dass man auch in Frieden zu Geld und Umsatz kommen kann.
Nein, das will niemand. Wer hätte jemals damit gerechnet, dass eine Kaserne schließt und ortsansässige Betriebe, welche sich in wirtschaftliche Abhängigkeit begeben haben, plötzlich in „Schwulitäten“ geraten. Offensichtlich ist eine Kaserne mehr, als nur die temporäre Behausung einiger Hunderter Soldaten. Es ist ebenso ein wirtschaftlicher Standort, ein Arbeitgeber und ein Betriebsmagnet. Aber es ist eine Kaserne.
Auf ihn mit Gebrüll…
Bundesweit wird nun die Bereitstellung und die Präsenz der Gänze aller Soldaten infrage gestellt. Krieg wird diskutiert, als ginge es um die Bestellung von Tapetenrollen. Hier meldet sich ein Verein, dort ist es eine Vereinigung und woanders krakelt ein Verband. Wenn die Soldaten wegfallen (fallen ist wohl des Soldaten Geschick…) dann fehlt es bundesweit gleichsam an Zivildienstleistenden, das kann nicht sein.
Das kostet eine Stange Geld und wer soll das bezahlen, wenn nicht der Staat, also der Bürger mit seinem Scherflein an Steuern. Wollte der Staat nicht hinsichtlich seiner Verpflichtungen (Schulden…) abspecken? Doch schon, aber irgendwie ist es wohl preiswerter eine Armee anzuschaffen und zu diese zu unterhalten, als sie ggf. wieder loszuwerden. Das begriffen schon viele Leute vorher und man dokumentierte dies auf Zelluloid mit Ton.
Die Formel scheint sich nicht geändert zu haben. Die Meinung ist offensichtlich nach wie vor pro „Gewehr bei Fuß“. Es nennt sich jetzt Verteidigungsarmee. Das klingt erheblich defensiver und kuscheliger. Krieg klingt so dramatisch, stachelig und brutal. Es würde unzählige Unternehmer recht glücklich machen, gäbe es mal wieder ordentlich Krieg.
Dann wäre wieder richtig was zu tun, die Auftragsbücher wären randvoll und jeder Beschäftigte innerhalb eines solchen Betriebes stünde nicht nutzlos in der Ecke. Frieden ist demnach vom Pleitegeier gesäugt worden. | Wollt ihr den totalen Krieg? | http://www.neon.de:80/artikel/sehen/politik/wollt-ihr-den-totalen-krieg/780043 |
Jimmy_D. | 1,380,536,760 | 1,070,359 | sehen | http://www.neon.de/user/Jimmy_D. | gesellschaft | NEON User täglich | Schmelzende Gletscher, geflutete Inseln und Küstenabschnitte sowie Hitzewellen – wenn es nach
dem neusten Bericht
des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) geht, steht uns das in noch heftigeren Ausmaßen bevor, als bislang vermutet. Der menschengemachte Klimawandel beschere uns einen um gut ein Drittel höheren Anstieg des Meeresspiegels als bislang prognostiziert. Dem Bericht zufolge soll sich bis zum Ende dieses Jahrhunderts der Meeresspiegel um rund 82 Zentimeter heben. Und auch wenn man ab jetzt den Klimaschutz erheblich verstärken würde, ständen wir zur selben Zeit mit immerhin noch 26 Zentimetern mehr Meer da. Außerdem: Auch das
Zwei-Grad-Ziel
, das zur Debatte steht, ist laut den IPCC-Experten wohl kaum noch erreichbar. Trotz der alarmierenden Zahlen herrscht eine seltsame Stille, es sind kaum Stellungnahmen zu diesen neusten Fakten verlautet worden. Und auch sonst zeigt sich beim Thema Klimawandel bspw. die Politik gern sehr laut beim Reden schwingen, dafür recht zurückhaltend in konkreten Handlungen.
Lassen wir die
Kritik
und eine gewisse Fehlerquote (bis zu 5 Prozent) der Forschungen mal beiseite und nehmen die neusten Untersuchungen als Grundlage zur Diskussion: Angesichts solcher Ergebnisse und der Tatsache, dass es hier um eindeutig als „menschengemacht“ ausgewiesene Probleme geht (Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent), ist die Frage, was der Einzelne noch tun kann, um am Ende dieses Jahrhunderts noch so positiv wie möglich dazustehen. Sollte jedes Individuum…
- mehr Bäume pflanzen?
- weniger Strom einsetzen?
- weniger Milch- und Fleischprodukte konsumieren?
- fleißiger recyclen?
- weniger Flugreisen buchen?
Oder ist das zu naiv gedacht und ihr denkt, dass das im Grunde genommen kaum etwas bringt und hier viel eher die großen Player (Industrie) gefragt sind. Außerdem: Was meint ihr zu den neusten Klimastudienergebnissen? Ist die Kritik gerechtfertigt? Oder gehört der ein oder andere unter euch gar zur besonderen Kaste der
Klimawandelleugner
?
Ich freue mich auf eure Beiträge.
Tags: NEON User täglich | Land unter – der neuste Weltklimabericht zwischen Politik und Physik | http://www.neon.de:80/artikel/sehen/gesellschaft/land-unter-der-neuste-weltklimabericht-zwischen-politik-und-physik/1070359 |
fantatierchen | 1,337,420,280 | 882,300 | sehen | http://www.neon.de/user/fantatierchen | gesellschaft | Mach's gut. Mach's besser... | ...is' das so, ja? Könnte es nicht auch anders sein?
Hm, ne, sorry, Frage war dumm, ich geb's zu. Ist schon immer so gewesen. Wird sich nie ändern, hast Recht. Zeitverschwendung, danach zu fragen.
Und sonst so? Was machste?
Das übliche. Ah, ja. Genau. Gibt viel zu tun, stimmt. Morgen is' schließlich auch noch ein Tag, an den heute gedacht werden muss. Hätte ich fast vergessen! Oh, man! Das hätte wirklich übel ausgehen können, wenn du mich nicht dran erinnert hättest!
Aber jetzt ist ja alles gut. Ich mach' mich wieder an die Arbeit, klar. Massenweise gibt's zu tun! Echt jetzt, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll! Alle anderen sind auch nur faule Säcke, scheiße, ich muss den ganzen Kram von denen miterledigen - aber hab' ja schon immer gewusst, der einzig rechtschaffende Mensch hier, der bin ich!
Haha, genau. Eigenlob stinkt. Aber seien wir doch mal ehrlich, kennste doch bestimmt selber... immer bleibt alles nur auf dir lasten. Früher war's besser. Und als wir noch zur Schule gingen, man, das waren Zeiten! So viel frei! Ich kapier gar nicht, wie Lehrer sich beklagen können, die sind doch eh total überbezahlt und haben so viel Ferien; da können andere nur von träumen. Und dann dieses Burnout-Geschwafel! Die sollten mal einen Tag mit mir tauschen, dann sehen wir weiter.
Ja, uns geht's gut. Und euch? Ah, Einbauküche. Und wann kommen die Kinder? - Nee, ehrlich jetzt? Mir reichen die Blagen meiner Verwandten, wenn ich sie zu Weihnachten sehe. Aber ich dachte, läuft nicht so gut bei euch im Bett? Wie wollt'n ihr dann Kinder zeugen? Achso, ihr "probiert es". Hm. Was soll ich jetzt dazu sagen, wünscht man da "viel Erfolg"?
Sorry. Ja. Den Sarkasmus kann ich mir sparen. Kann ich doch nichts für, wenn's niemand lange mit mir aushält... ich habe eben eine Beziehung mit mir selber. Letztens, da habe ich mich auf ein Date eingeladen. War gut! Keine dummen Fragen; wer bezahlt, war von vornherein klar (ich mal wieder). Sah bildschön aus, das Kleid war genau mein Fall. Und so sexy! Konnte es kaum erwarten, mich danach abzufüllen und flachzulegen. Der beste Sex meines Lebens... nur ein bisschen einsam.
Hm, ja, stimmt, irgendwie is' immer bisschen einsam. Schon komisch, dass man bei so einer Sache einsam ist, oder? Aber is' ja doch jeder für sich, dabei. Ekliger Gedanke. Hast du dich mal gefragt...? Nee. Nee, passt schon. Vergiss es.
Vergiss es einfach! Verdammt, ich will halt nicht drüber reden. Muss man immer über alles reden können? Alles totquatschen? Gibt nix, was nicht zur Sprache gebracht wird, über alles muss andauernd gelabert werden. Die Roche schreibt ja sogar über Haare, die man sich beim Duschen in der Poritze einklemmt, derweil will das nun wirklich niemand wissen. Muss ich da jetzt auch noch mitmischen? Nee, ehrlich. Son Quatsch.
Wie jetzt, zu elitär...?! Hat doch damit nischt zu tun. Die Schlimmsten sind doch immer die Klugen! - damit wollte ich jetzt nicht sagen... oh, man. Du legst aber auch alles auf die Goldwaage. Weißte, wenn du so überempfindlich reagierst, brauche ich auch gar nicht mit dir zu reden. Fuck.
Fuck! Meine Spaghetti brennen an. Ey, nichtmal das kann ich kochen! Mit Ketchup, wieso? Geld reicht nicht. Ach, ihr habt euch grad'n neuen Fernseher gekauft. Krasse Bildweite. Ja. Ja. Du... ich muss jetzt, wirklich. Geht hier schlecht, mit einer Hand und halbem Hirn. Nix Multitasking! Alles Lüge!
Mach's gut.
Mach's besser... | Ist so. | http://www.neon.de/artikel/sehen/gesellschaft/ist-so/882300 |
Mrs.McH | 1,332,071,640 | 855,332 | sehen | http://www.neon.de/user/Mrs.McH | gesellschaft | Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe…
Oder Russisches Roulette? Peng! Du bist tot! Oder? Klick! Du musst weiterleben... | Er
kommt mit schmerzverzerrtem Gesicht aus der Apotheke. Er geht absichtlich
langsam. Auch von hinten soll man ihm seine vermeintlich sehr starken Schmerzen
ansehen können. Er spielt immer, bis er außer Reichweite ist. Als er weit genug
gelaufen ist, tauscht er das Gesicht aus. Äußerlich unauffällig und
unbeteiligt. Innerlich erleichtert, dass es mal wieder problemlos funktioniert
hat. Zu problemlos, wie er findet. Fast wünscht er sich, einmal ertappt zu
werden. Vielleicht hätte dann alles endlich ein Ende...
Er
hat keine körperlichen Schmerzen, schon lange nicht mehr. Es ist sein Kopf, der
ihn krank gemacht hat. Die echten Schmerzen gingen irgendwann vorbei.
’Geheilt!’ Ihm wurde das Leben zurück geschenkt, doch er tritt es mit Füßen.
Der Übergang war schleichend. Was ihn seitdem plagt, das nennt er Leid.
Lebensleid. Er schämt sich, weil er insgeheim weiß, dass es ein Luxusproblem
ist.
Er bereut den Tag an dem er falsch abgebogen ist. Die Kreuzung an der er
sich entscheiden musste. Leben oder gelebt werden? Er war sich damals nicht
bewusst, dass er sein zukünftiges Leben programmiert hatte. Jetzt fühlt er sich
wie ferngesteuert von der eigenen Unzulänglichkeit. Und von der Unfähigkeit
sich selbst bewusst zu sein. Er hat es versaut. Er hadert mit sich. Er hadert
mit dem Schicksal, dass er sich unwissentlich selbst ausgesucht hat. Er weiß,
er könnte es schaffen einen anderen Weg einzuschlagen, er sieht ihn sogar vor
sich. Er müsste ihn nur betreten. Ein kleiner Schritt in ein anderes Leben.
Aber er ist verunsichert. Er glaubt, er hat vergessen wie leben geht. Er kennt
seit Jahren nur noch das Gefühl gelebt zu werden. Wie machen die anderen
Menschen das? Warum fehlt ihnen scheinbar nichts? Er beneidet sie für ihre
Normalität. An manchen Tagen hasst er sie dafür. Für ihre Leichtigkeit und wie
sie damit klar kommen. Es sieht so einfach aus. Er stattdessen ist gefangen in
seiner Routine, sich selbst zu manipulieren. Es fällt ihm schwer sich
vorzustellen, dass auch er einmal so normal gelebt hat. Unbefangen in den Tag
hinein...
Er
will dieses getriebene Leben nicht mehr führen. Warum ist er so schwach? Warum
lässt er es nicht einfach bleiben? Nichts sollte einfacher sein, als etwas
nicht zu tun.
Stattdessen
quält er sich weiter, hält die Show, die andere Leben nennen, am Laufen. Doch
irgendwann fällt der Vorhang. Der Vorhang fällt immer. Doch es schaut niemand
dahinter. Wird jemals irgendjemand dahinter schauen? Er ist verwundert,
eigentlich sogar fassungslos, wie überzeugend er offensichtlich spielt. Es
scheint nicht der Ansatz eines Zweifels zu bestehen, dass er nicht der ist, der
er zu sein vorgibt. Jedenfalls ist nichts zu ihm durchgedrungen. Kein
Getuschel, keine Gerüchte. Manchmal, wenn sein kleiner Wahnsinn übermächtig
wird und er es übertrieben hat, glaubt er, alle wissen Bescheid. Aber, denkt
er, sie lassen ihm in dem Glauben, dass sein Geheimnis noch gut gehütet sei.
Ein Leben im Stil der
Truman-Show
. ‘Er ist sicher noch mit der Aufarbeitung
seiner überwundenen Krankheit beschäftigt.’
Ein Ein-Personen-Kammerspiel, doch
der Schauspieler merkt nicht immer, wenn der Saal sich bereits geleert hat. Er
nimmt nicht wahr, wenn die Reinigungskräfte zeitweise sein einziges Publikum
sind. Er spielt weiter. Bis zur nächsten Vorstellung. Immer weiter. Manchmal
hat er Aussetzer. Vielleicht nicht intensiv genug, denn keiner reagiert.
Entweder bemerkt es niemand oder sie übersehen es absichtlich, genauso wie er
es überspielt. Vielleicht denken sie, es gehört dazu. Fehlgeleitetes
Verständnis. Er ist unschlüssig. Er tendiert dazu, dass es höchstens ein paar
Menschen gibt, die kurze Verdachtsmomente hegen, aber dann davon Abstand
nehmen, weil es so verdammt unvorstellbar ist. Und weil die Show einfach nur
gut ist. Zu gut. Er will nicht glauben, dass es Desinteresse der anderen ist, aber
sicher ist er nicht. Sind die Menschen wirklich so kalt und gefühllos?
Kann keiner seine verzweifelten Zwischentöne
hören? Wie kann es sein, dass er niemanden so viel bedeutet, dass sich nicht
wenigstens einer die Mühe macht, hinter die Fassade zu schauen? Haben sie
selbst Angst, die Wahrheit zu erkennen und handeln zu müssen? Bequemlichkeit?
‘Ach, es läuft doch so gut!’ Keine Hand, die ihm gereicht wird, er fühlt sich
alleine. Würde er denn Hilfe annehmen? Sicher, er weiß insgeheim, nur er selbst
kann sich wirklich helfen, er muss es wollen um den Absprung schaffen zu
können. Aber dass es tatsächlich keiner versucht, das erschüttert ihn schon
sehr.
Manchmal
denkt er, gut, er macht dann einfach so weiter, bis zum Schluss. Warum auch
nicht? Er schadet nur sich selbst. Er liegt niemanden auf der Tasche, er
missbraucht weder das Gesundheitssystem, noch nimmt er anderen etwas weg. Alles
was er braucht, knappt er sich von seinem
Lebensunterhalt
ab. Für seinen sogenannten
Lebenserhalt
.
Nicht ganz legal, aber er begeht schließlich auch kein Verbrechen. Nur an sich
selbst. Er erhält sich selbst mit Mitteln, die ihn zerstören. Zerfressen.
Er
hat viel über seine Situation nachgedacht. Er tut es noch immer, ständige
Selbstanalyse. Sagt man nicht, Selbsterkenntnis sei der erste Weg zur
Besserung? Warum stellt sich dann bei ihm nichts ein? Er weiß doch genau, warum
es so weit gekommen ist. Er weiß, dass er sich nur betäubt. Sein Leben ist ein
Dauerrauschlauf, unermüdlich läuft er vor sich selbst davon. Unerträglich
bereitwillig lässt er sich lenken und steuert doch zugleich selbst den Teufel,
der ihn am Haken hat. Hat er ihn schon erreicht oder lange überschritten? Den
“point of no return”? Die Krankheit gab ihm im Rückblick doch nur eine willkommene Ausrede für
die Gesellschaft. Er hat sie regelrecht genossen, die Aufmerksamkeit, die Wärme
und Anteilnahme der anderen. Das war kein Schauspiel, niemand hat gespielt. Alle
Gefühle waren echt.
Als
dann seine zweite Zukunft begann, war er schon längst eingestiegen. In die
Spirale, die ihn nach unten zog. Die ihn ausgesaugt hat und ihm fast alles
geraubt hat, was einen Menschen ausmacht. Nur die Hülle ist geblieben, die er
jetzt mit ehemals vertrauten Gesichtern bestückt, je nach Situation das passende.
Doch es fällt ihm immer schwerer sich daran zu erinnern, wie sein glückliches
Gesicht einmal aussah. Noch schlimmer findet er, dass er nicht mehr trauern
kann. Weinen. Er hat vergessen, wie sich Tränen anfühlen.
Wird
er jemals wieder richtig fühlen können? Glück und Unglück verspüren? Alles
fühlt sich gleich an, Gleichgültigkeit ist sein Lebensgefühl. Sein
Lebensentwurf sah einmal anders aus. Nur wenn er schläft und träumt empfindet
er manchmal so etwas wie einen Ansatz von Emotionen. Es sind dann die extremen
Gefühle. Leidenschaft oder Angst. Im wachen Zustand kennt er das schon lange
nicht mehr. Es gibt sehr seltene Momente, da bringt ihn etwas oder jemand zum
Lachen. Zu einem herzhaften Lachen, spontan und tief aus dem Inneren heraus.
Das überrascht ihn dann immer und er denkt, dass es dann doch nicht so schlimm
um ihn stehen kann, wenn er dazu fähig ist und für eine kurze Zeit sein Problem
vergisst. Doch diese Momente sind zu selten, als dass er sie wirklich genießen
oder daran ansetzen könnte.
Er
versucht manchmal sie herauf zu beschwören. Er betrachtet dann alte Fotos von
sich, von seinem ersten unbeschwerten Leben. Momentaufnahmen. Lichtblicke der
Vergangenheit. Weit weg von seinem heutigen Dasein. Doch mit Gewalt geht gar
nichts.
Soll,
muss, kann das jetzt wirklich immer so weitergehen? Er ist noch keine vierzig
und alle in seiner Familie sind immer sehr alt geworden. Unvorstellbar. Er
fühlt sich festgefahren. Ausweglos.
Wie
ein Käfer, der auf den Rücken gefallen ist. Er strampelt und strampelt und
kommt doch nie wieder hoch? Muss erst etwas sehr schlimmes passieren, dass ihn
aufweckt? Aufschreckt aus seiner Lethargie? Es ist nicht so, dass in der
Vergangenheit nichts Schlimmes passiert wäre, was ihn hätte läutern können.
Doch welche Katastrophe könnte noch passieren, wenn selbst der Tod ihn nicht
beeindrucken konnte? Oder ist es nur sein eigener Tod, der ihn erlösen kann?
Wird er dann auf sein Leben zurückschauen und bereuen, dass er den Absprung
nicht geschafft hat? Dass er es noch nicht einmal ernsthaft probiert hat?
Er
dachte bisher nur einziges Mal an Selbstmord. Doch ihm fiel ein, dass keiner
die Gründe verstehen würde. Diesen Gedanken konnte er nicht ertragen. Er müsste
Abschiedsbriefe schreiben, in denen er alles erklärt. Er wäre tot und seine
Lieben verzweifelt. Wem wäre damit geholfen? Der Tod ist nur für die
Gestorbenen einfach. Oder was wäre, wenn es schief geht? Wenn er ein zweites
Mal gerettet würde? Die Worte wären ausgesprochen, es gäbe kein Zurück mehr. Er
müsste sich stellen. Sollte er auf diese Weise das Schicksal entscheiden
lassen? Russisches Roulette einmal anders. Peng, Glückwunsch! Du bist tot! Oder Klick, Pech
gehabt! Du musst weiterleben und Dich um Dein Problem kümmern!
Nein,
Selbstmord ist keine Option. Er ist ohnehin sicher, dass er nicht scheitern
würde. Was er macht, macht er richtig. Er ist der Ganz-oder-Gar-nicht-Typ.
Ja,
müsste er sich zwischen Leben und Tod entscheiden, würde er tatsächlich das
Leben wählen. Der Gedanke irritiert ihn. Wie kann man leben wollen, wenn man
innerlich wie abgestorben ist. Doch er lebt nun schon eine ganze Weile genau
so. Bis zum Lebensende? Er fragt sich, welches Ende ihm zugedacht ist. Wird er
an den Folgen seiner Selbstzerstörung sterben oder, zur falschen Zeit am
falschen Ort, Opfer eines Unfalls sein?
Er
stellt sich vor, tot zu sein.
Er sieht sich verkümmert in einer Art Zwischenwelt
gefangen, nicht Himmel und nicht Hölle. Wie er dort vor dem letzten Gericht
Rede und Antwort stehen muss, was er aus seinem Leben gemacht hat. Es wird eine
Pattsituation sein, den die eine Hälfte der Geschworenen urteilt, dass er sein
Leben verschenkt hat und dafür in die Hölle muss. Die andere Hälfte wird
dagegenhalten, dass er dabei niemanden verletzt und nur sich selbst Schaden
zugefügt hat. Er sei kein schlechter Mensch. Er sei nur schlecht mit sich
umgegangen. Die Verhandlung wird vertagt. Vereinzelte Geschworene ändern ihre
Meinung, jedoch auf beiden Seiten. So kommt es am Ende immer zum gleichen Ergebnis.
Kein Urteil möglich. Im Zweifel für den Angeklagten. Er darf selbst
entscheiden. Sie lassen ihn an der Kreuzung raus, an der es nur nach unten oder
nach oben geht.
Da sitzt er dann. Mal wieder hat er eine Wahl, mal wieder liegt
es in seiner eigenen Hand. Diesmal ist ihm das sehr bewusst. Er wartet und
überlegt. Oder sollte er besser intuitiv entscheiden? Doch er fühlt nichts Greifbares.
Er ist leer. Er fühlt sich wie die Umgebung, die ihm keine Orientierung
anbietet. Es ist weder kalt, noch warm. Es ist nicht hell und auch nicht
dunkel. Er beobachtet, wie sie andere Verurteilte raus lassen und in die eine
oder andere Richtung schicken. Er beneidet sie alle, denn sie wissen, wohin sie
gehen müssen. Sie haben das one-way-ticket erhalten und das Ziel vorgegeben
bekommen. Keine Revision.
Wieder schlägt der Neid in Hass auf sie um, der Hass in Wut
auf sich selbst. Er weiß nicht, wer er war, er weiß nicht, wer ist und welche
Gestalt er annehmen soll. Es ist ihm egal, was er hier oder dort zu erwarten
hat. Er will das, was er verdient hat. Doch wohin gehört er, wohin soll er
gehen? Er ist ratlos und fühlt sich erbärmlich. Ist das die makabere
Fortsetzung seines zweiten Lebens? Ist
das
seine Bestrafung? Hat er den
Urteilsspruch überhört?
Im Namen der Toten ergeht folgendes Urteil: Der Angeklagte
hat sich keiner elementaren Straftat schuldig gemacht. Er muss jedoch vor sich
selbst geschützt werden. Er wird sein restliches Dasein im Jenseits in Isolationshaft
verbringen. Abgekapselt von sich selbst.
Er
kann sich dann noch nicht einmal wünschen tot zu sein.
Denn
das ist er ja schon. | Kreuzung | http://www.neon.de:80/artikel/sehen/gesellschaft/kreuzung/855332 |
Patrick_Bauer | 1,268,302,260 | 685,644 | wissen | http://www.neon.de/user/Patrick_Bauer | job | In COWORKING-SPACES für Freiberufler arbeiten alle zusammen und doch für sich. Ist das die Zukunft der
Jobwelt? Oder nur die Sehnsucht nach dem guten, alten Arbeitsplatz? | Zukunft der Arbeit | http://www.neon.de:80/artikel/wissen/job/zukunft-der-arbeit/685644 | |
herzschmerz | 1,424,039,100 | 1,478,264 | fuehlen | http://www.neon.de/user/herzschmerz | sex | Diskretion gehört definitiv nicht zu deinen Stärken | Zugegeben, ich musste kurz inne halten, als man mich auf dich ansprach. Damit hatte ich wohl wirklich nicht gerechnet. Eine Bekannte sprach mich frech-grinsend an und wollte wissen, ob ich dich kenne. Nein, denke ich. Kenne ich nicht. Und die ersten Sekunden dieses Small-Talks weiß ich ernsthaft nicht, von welchem Martin
die Rede sein soll. Irgendwann dämmert es mir dann doch- der Name Martin sagt mir was. Aber das hier, in aller Runde, Kund zu geben--- Niemals. Und von "Kennen" kann auch keine Rede sein.
Ich lasse meinen Rucksack auf den PVC-Boden meiner 1Raumwohnung fallen und setze mich. Alles, was ich sorgfältig vergraben und verdrängt habe, kommt nun wieder hoch. Dabei war es ein hartes Stück Arbeit, die
Zeit mit dir und die Erinnerungen von der Oberfläche verschwinden zu lassen. Danke hierfür.
Es ist nun über vier Wochen her, dass man mich auf dich ansprach und mir fehlt die Kraft, um alles wieder neu zu verbuddeln, sodass es nicht nochmal hochsickern könnte. Es will mir einfach nicht gelingen.
Subtile Persiflage, nennen es die einen. Ich kann es keinem verübeln. Ich habe mit dir geschlafen, obwohl ich wusste, dass da wenig Hoffnung ist. Du hattest zu dem Zeitpunkt eine Freundin und ich wusste
von Anfang an, woran ich war. Und ich habe mich trotzdem auf dich eingelassen- schande über mein Haupt.
Deine arrogante Art, dein sicherer Umgang mit meinen
Wortwitzen- verdammt, ich fing an, dich zu mögen. Unabhängigkeit, Humor und Leidenschaft prägten unsere Bekanntschaft.
Diskretion war uns beiden wichtig, mir vielleicht eher noch als Dir. Aber es sei ein Muss, und du kennst es ja als Bankbetriebswirt nicht anders, fügst du hinzu. Diskret sein, das kannst du.
In der Tat war ich etwas verwundert, dass du dann doch so schnell mein Leben mit einem Schweigen verlassen wolltest. Aber Reisende soll man ja nicht aufhalten. Und so habe ich mir die Blöße erspart und es bei einem Schweigen belassen.
Als mich dann die Bekannte auf dich ansprach, die wohl daher kommt, wo auch du deine Wurzeln verankert hast, war ich schon dezent verärgert. Ich habe niemandem erzählt, dass der feine Banker fremdvögelt und seine sauberen Hände nicht bei sich behalten kann. Mein Niveau sank schon beachtlich, als ich mich auf dich einließ,
trotz der anderen Frau. Ich denke, das hat mir gereicht.
Aber eins weiß ich, lieber Martin: du magst viele Stärken gehabt haben. Diskretion war definitiv keine davon. | Diskrepanz, Martin. | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/sex/diskrepanz-martin/1478264 |
Kwak | 1,322,855,160 | 800,251 | fuehlen | http://www.neon.de/user/Kwak | liebe | "Der Al-Qaida-Terror nahm Europa ins Visier."
Deine Augen werden von kleinen Lachfalten verziert.. | Du liegst links neben
mir. Wunderschön und unschuldig.
Durch die großen Fenster
gegenüber unserem Bett scheint die weiche Morgensonne herein, das zarte gelbe
Licht schmeichelt deiner Haut. Das Zimmer, getaucht in warmes gelbes Licht,
durchflutet alles, hält die Zeit an.
Deine Wimpern werfen
kleine Schatten auf deine Lieder. Du hast deine Wimpern immer geliebt, hast
dich darüber gefreut, dass sie so lang sind. Sie lassen deine tiefblauen Augen
so groß erscheinen. Deine Augen sind wie ein Ozean, in dem man sich verlieren
möchte, so wunderschön.
Deine Augen werden von
kleinen Lachfalten verziert, sie machen deine
weichen Gesichtszüge sympathischer als sie so schon sind. Du regst dich
immer herrlich über Frauen auf, die sich diese entfernen lassen. Nein, meine
Alex stand über solchen Dingen. Als ich sie das erste Mal sah, wusste ich, dass
ich sie eines Tages heiraten würde. Zugegeben, sie präsentierte sich nicht
gerade sexy oder anziehend, um genauer zu sein spie sie gerade das Bier quer
durch den Raum, welches sie gerade mit einem Kumpel trinken wollte, als er ihr
kräftig auf den Rücken klopfte.
Ich stand wie unter
Betäubung mitten in der Kneipe, hatte nur Augen für dich. Ich konnte nicht
fassen, wie etwas so Schönes wie du gerade mir über den laufen konnte. Dies war
also die Situation, die immer von glücklichen Paaren beschrieben wurde. Die
vielzitierte Liebe auf den ersten Blick.
In einer unserer vielen
Urlaubsreisen an die Ostseeküste machte ich dir einen Antrag.
Ich fand einen kleinen
Weiher, ließ kleine Papierschiffchen ins Wasser, die mit Teelichtern bestückt
waren. Führte dich mit verbunden Augen auf den schon etwas klapprigen Steg und
fragte dich, ob du meine Frau werden willst. Du trugst ein leichtes Kleid, man
konnte deine schönen Beine bis über die Kniee bewundern. Es schmeichelte ihren
Beinen, legte sich wie Seide um ihren schlanken Oberkörper und ließ ihre
schwarzen Haare noch kräftiger leuchten. Nach einem kleinen Moment, in dem ihr
Gesicht keinerlei Regung zeigte, befiel mich die Angst etwas Falsches getan zu
haben.
Doch kurz darauf begann
sich ihr spitzbübisches Lachen von einem zum anderen Ohr auszubreiten. Ich
hatte mich schon zu Beginn in ihr Lächeln verliebt. Wenn sie begann zu lachen,
sah man in ihren Augen die Sonne aufgehen. Die pure Lebenslust sprang einem
förmlich entgegen. Es gibt nur wenige Menschen, die solch ein schönes Lächeln
haben, wenn man es zum ersten Mal sieht, weiß man wovon ich spreche.
Sie sprang mir in die Arme,
der arme Steg fand das spätestens
nicht
mehr so lustig , als wir samt ihm zusammen ins warme Wasser brachen.
Im Bett lagen noch die
Socken. Sie hatte die Angewohnheit ihre Socken erst nach dem Schlafengehen
auszuziehen, an sich eine drollige Sache. Nur frage ich mich bis zum heutigen Tag,
wie diese kleinen Söckchen es schafften, den langen Weg vom Fußende bis in mein
Gesicht zu finden.
Sie griff im Schlaf nach
meiner Hand, drückte sie an sich. Ich weiß bis heute nicht, wie sie das
zustande brachte. Sie griff immer nach ihr,
wenn sie schlecht schlief.
Das letzte Mal war das,
als ihre Mutter bei einem Autounfall ums Leben kam. Nach einem undeutlichen
Anruf von ihr, in der sie mich förmlich anflehte nach Hause zu kommen, fand ich
sie mit roten Augen und in einem Meer von Erdbeerstielen liegen auf dem Sofa.
Immer wenn es ihr schlecht ging, konnte sie ganze LKW Ladungen von Erdbeeren
verdrücken. Irgendwie konnte ich sie beruhigen, sie schlief danach in meinem
Arm auf der Couch ein und griff nach meiner Hand.
„Schock in Spanien: Die
Anschläge in Madrid
23.03.2004
·
Der
Al-Qaida-Terror nahm Europa ins Visier: Bei den Anschlägen am 11. März auf vier
Madrider Vorortzüge wurden 191 Menschen getötet und über 1.500 verletzt. Das
Drama beeinflußte auch die spanische Wahl.“
Wieder einmal ein
Albtraum, wie so oft in den letzten 5 Jahren.
Als sie aufwachte, hatte
sie ihre Hand fest an sich gedrückt. Es fehlte nur seine Hand.
Die Bettseite neben ihr
war unberührt und kalt, ihre Hand hatte ins Leere gegriffen.
Seit ihrem gemeinsamen
Urlaub 2004 in Madrid fehlte er. Sie hatte genau neben ihm gesessen, dennoch
hatten sie ihn erwischt. Er war neben ihr verblutet, sie hatte dagegen nur eine
Platzwunde am Kopf. Seit
5 Jahren schon
griff ihre Hand ins Leere. | Salam Aleikum | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/salam-aleikum/800251 |
littlelioneye | 1,383,011,760 | 1,079,749 | fuehlen | http://www.neon.de/user/littlelioneye | liebe | Mit dir war es einfach. Mit dir war die Welt einfach. Mit dir was das Atmen einfach. Mit dir konnte ich das Mädchen sein, das ich sein wollte. | Es hat sicher wieder normal angefühlt. Alles schien, als wäre es wieder an Ort und Stelle. Es schien, als ob der ewige Kampf mit mir selbst vorbei wäre. Du hast das gemacht. Du hast mich dazu gebracht wieder zu lächeln. Du hast mich dazu gebracht die Welt wieder als etwas Schönes zu betrachten. Mit dir war der Kampf vorbei gegen mir selbst, gegen die Welt und gegen alles, an das ich versucht habe anzukämpfen. Mit dir war es einfach. Mit dir war die Welt einfach. Mit dir war das Atmen einfach. Mit dir konnte ich einfach ausbrechen aus dem ganzen Chaos, das um mich herum war. Mit dir war ich das Mädchen, das ich sein wollte. Mit dir konnte ich Frieden mit der Welt schließen. Wie wir wie zwei Landstreicher die Welt entdeckt haben, Tage und Nächte am Strand verbracht haben und uns den ganzen Tag nur mit uns beschäftigt haben, uns gegenseitig Geschichten erzählt haben, und wie fasziniert wir voneinander waren, obwohl wir zwei Fremde waren. Zusammen haben wir alles geschafft. Zusammen waren wir unschlagbar. Zusammen waren wir immer ein Team. Wie sehr es mich zerbrochen hat, als du entfernt von mir warst. Wie oft ich an dich gedacht habe in dieser Zeit und mir gewünscht habe, ich könnte bei dir sein. Wie oft ich mir gewünscht habe einfach nur neben dir aufzuwachen. Und eines Tages hast du mir diesen Wunsch erfüllt. Wie wundervoll diese Zeit doch war. All diese Erinnerungen wollten nicht mehr aus meinem Kopf verschwinden. Ich habe in dieser Zeit gelebt. Das war es. Seit langer Zeit habe ich wieder gelebt. Ich konnte wieder fühlen. Ich konnte wieder lachen. Ich konnte wieder ein normales Mädchen sein. Ich konnte dein Mädchen sein. Aber manchmal hat mich die Vergangenheit eingeholt. Auch in schweren Zeiten warst du da, hast meine Hand gehalten und mich gedrückt, auch wenn du nicht verstehen konntest, warum ich so war. Du warst da. Und wie auch heute, kannst du nicht verstehen, warum ich so fühle, so denke und so bin, wie ich bin. Du hast es einfach ignoriert, dass da etwas war, was mächtig war. Du hast versucht das Mädchen, dass du so sehr liebtest, aufrechtzuerhalten. Du hast versucht es aufrechtzuerhalten. Du hast versucht mächtiger zu sein. Aber den Kampf hast du verloren.
Und meiner hat nun begonnen. Ich wünschte ich könnte die Zeit zurückdrehen, ich wünschte ich könnte alles ungeschehen machen, ich wünschte das wäre nie passiert. Und umso mehr wünschte ich, ich könnte aufwachen und es wäre noch immer derselbe Morgen, an dem die Welt noch in Ordnung war. Der selbe Morgen, an dem wir uns in die Augen geblickt haben und uns geliebt haben. Der selbe Morgen, an dem ich mich wie das Mädchen gefühlt habe, das ich immer sein wollte.
Ich wollte dir nie wehtun, ich wollte dich nie zu dem machen, der du jetzt bist. Es tut so weh zu sehen, was ich aus dir gemacht hab. Es tut weh nicht mehr dein Mädchen zu sein. Es tut weh nicht mehr das Mädchen zu sein.
Du hast den Kampf verloren, aber ich werde weiterkämpfen. Für dich.
Tags: liebe, Trennung, Schmerz, Leid, Trauer, Kampf, zeug | Das Mädchen. | http://www.neon.de/artikel/fuehlen/liebe/das-maedchen/1079749 |
bratapfel-suess-sauer | 1,415,090,340 | 1,459,364 | freie-zeit | http://www.neon.de/user/bratapfel-suess-sauer | musik | 3plusss | Langweilt mich!
(Part 1)
Dein Leben richtet sich nach Regeln und
Pflichten
Aber lebst du wie jeder, was willst du später
berichten, hä?
"Ich habe niemals was besonderes erlebt
Und
jetzt muss ich leider auch schon los, sonst komm ich noch zu
spät!"
SHIIIIT, eines Tages merkst du dann "Du bist gar
nicht cool!"
Drölfmillionen Leute haben das gleiche
Schicksal wie du
Gleiche Wohnung, gleiche Frau und genau den
gleichen Job, verdammt
Ein Großteil von euch Lappen hat sogar die
gleichen Socken an!
Manchmal sitz ich in der Ubahn, kuck euch zu
beim Zugfahrn
Dauernd schauen was die Uhr sagt weil ihr noch so
viel zu tun habt
Jeden Tag der gleiche Trott aus Hektik und
Stress
Und so kaputt, dass man am freien Tag das Bett nicht
verlässt
[Bridge:]
SORRY! Hast du was gesagt? Ich bin grad
eingeschlafen
Du hast mir irgendwas erzählt, von deinem Plan
Wie
du irgendwie irgendwas hast in ein paar Jahrn
Ich mach mir noch
nen Kaffee.. Willst du auch ein' haben?
[Hook
x2]:
Bausparvertrag?
LANGWEILTMICH
Haus
mit nem Garten? LANGWEILTMICH
Ein dickes Auto zu fahren?
LANGWEILTMICH
Dies und das auch noch bezahlen?
LANGWEILTMICH
[Part 2:]
Bist du jung, hast du alle Freiheit
der Welt
Aber leider kein Geld, du bist auf dich alleine gestellt
und
Eh du dich versiehst, bist du einfach so erwachsen
Du hast
Kohle und Energie, aber keine Zeit für Faxen
Mit 70 darfst du
dein Leben gestalten wie du willst
Yeeah geieeel, wenn du eh schon
alt bist und nur chillst
Kommt es ganz mies, gehst du dann als
Pflegefall ins Grab
Und was lernen wir daraus? DU BIST DEIN LEBEN
LANG AM ARSCH!
Und was hast du die letzten Jahre gemacht?
Du
hast sie mit arbeiten oder warten verbracht
Und ich hab'
Augenränder, von wenig Schlaf in der Nacht
Denn ich hatte die
ganze Zeit Spaß und hab mir den Arsch abgelacht
[Bridge]
[Hook
2x]
[Part 3:]
Und
ich mein damit nicht "Mach nur was du willst"
Das klappt
doch nicht du Trottel! Such dir das, was dich erfüllt
Doch
ich sag dir ganz ehrlich: wenn du da krass hinterher bist
Dann
hol' raus, was es dir hergibt, bevor 'n Spast dich beerdigt
Wenn
es dir das alles wert ist, aber steckst du irgendwann
In einem
langweiligen Leben weil du immer auf deine Eltern
Lehre,
Professoren, Chefs oder irgendein Arschloch aus dem
Fernsehn
gehört hast - verdienst du das, als Sache der Fairness
Und du
sagst:
[Hook x2]:
Bausparvertrag?
LANGWEILTMICH
Haus
mit nem Garten? LANGWEILTMICH
Ein dickes Auto zu fahren?
LANGWEILTMICH
Dies und das auch noch bezahlen? LANGWEILTMICH
vielen dank an 3plusss für diesen
großartigen song! Hört ihn euch bei youtube doch einfach mal an.
danke | langweilt mich | http://www.neon.de:80/artikel/freie-zeit/musik/langweilt-mich/1459364 |
BlackDiamond | 1,271,098,620 | 673,093 | fuehlen | http://www.neon.de/user/BlackDiamond | liebe | Einige Jahre sind wir nun getrennt. Nach Jahren stehst du jetzt vor mir und sagst, dass du mich zurück haben willst. | Gerade bist du die Tür reingekommen und sagst wir müssen reden. Reden? Wir? Warum? Du fühlst dich wohl wie zuhause, denn ohne das ich es dir anbiete setzt du dich auf die Couch und rufst mich zu dir. Du nimmst meine Hand. Früher sagtest du, ich hätte schöne Hände. Dann fängst du an zu reden. Ich unterbreche dich nicht. Mir fällt es schwer dir zu zuhören. In meinem Kopf sind hundert Fragen, die du mir nicht beantwortest, indem du von deinen Ex-Freundinnen erzählst. Sie waren nicht wie ich, sagst du. Jetzt nimmst du auch meine andere Hand, schaust mir tief in die Augen und sagst genau das, was ich vor Jahren von dir hören wollte. ,,Schatz, ich will keine andere Frau. Ich will keine andere Frau wenn du es nicht bist, die an meiner Seite ist’’. Noch bevor ich irgendwas sagen kann, drückst du deine Lippen auf meine.
Ich habe bereits vergessen das es schon so lange her ist das wir ein Paar waren. Es fühlt sich an als wären wir nie getrennt gewesen. Aber wir waren es. Wie stellst du dir das alles vor? Du kannst kommen und gehen wann du willst, denkst du? Wie gerne würde ich dich jetzt wegdrücken und dich auffordern zu gehen. Jetzt schaust du mich wieder an. Bitte hör doch auf damit. Es war schwer genug nach der Trennung für mich. Ich musste ohne dich leben, obwohl ich nicht wollte. Diese ganzen Gedanken machen mich schwindelig und meine Tränen lassen sich nicht mehr zurückhalten.
Gerade fällt mir wieder ein wie die ersten Monate nach unserer Trennung war. Jeden Tag wenn ich in dein Gesicht blickte und du mich nicht mehr so ansahst wie früher. Das Glänzen in deinen Augen war verschwunden. Erst jetzt sehe ich es wieder. Du nimmst mich in deine Arme, als wüsstest du genau was ich gerade denke. ,,Jetzt wird alles wie früher meine Frau’’, sagst du. Ich setze mich aufrecht hin und bitte dich zu gehen. Du schaust mich fragend an. Du verwirrst mich so. Bitte geh doch endlich.
Doch du gehst nicht. Hier sitzen wir beide und die kurze Stille im Raum wird erst durch dein Reden unterbrochen. ,,Du willst nicht das ich gehe und ich werde nicht gehen. Die Zeit ohne dich war auch für mich nicht leicht, du hast mir gefehlt. Jede Minute die du nicht bei mir warst. Ich hatte nie den Mut um dich um Vergebung zu bitten. Erst als ich durch Zufall mein Armband wiederfand, das du mir damals geschenkt hast, merkte ich, dass du die einzige Frau bist mit der ich mir den Rest meines Lebens vorstellen kann. Wer sonst könnte mit unserer kleinen Prinzessin im Garten sitzen und Jamal und mir beim Fußball spielen zu gucken? Lass mich alles wieder gut machen.’’
Hier sitzen wir beide und ich schaue dich an und weiß das du der einzige Mann bist, mit dem ich mir den Rest meines Lebens vorstellen kann und trotzdem kann ich dir das nicht sagen. Woher soll ich wissen das du mich nicht wieder alleine lässt?
Die Tür meiner Wohnung geht auf und da betretet er den Raum - mein Freund. Sein strahlendes Lächeln verschwindet, als er sieht wie vertraut wir nebeneinander sitzen. Er weiß wer du bist. Er weiß, wer du für mich bist.
Er fragt mich nur ob er wieder gehen soll, denn er weiß zu wem ich gehöre. | Lass mich alles wieder gut machen | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/lass-mich-alles-wieder-gut-machen/673093 |
ZuckerResa | 1,433,165,820 | 1,494,387 | fuehlen | http://www.neon.de/user/ZuckerResa | liebe | Was verabschieden wir, wenn es immer wieder ein Wiedersehen gibt? | Es gibt Orte in dieser Stadt, in meiner Wohnung, die sind
immer gleich und bekommen jedes Mal eine neue Bedeutung. Hier liefen wir lang,
hier saßen wir und diskutierten, dort trafen wir uns zufällig, da saßen wir und
tranken ein kühles Bier auf flaue Herzen. Die Stadt, die Wohnung, mein flaues
Herz, sie sind gefüllt mit dir. Wie kann etwas so Kompliziertes, so leicht
beginnen und so fest auf die Straße gepflastert sein? Als wir uns das erste Mal
begegneten, wolltest du mir nachts einfach einen Abschiedskuss geben – ich wünsche
mir heute, wir hätten es dabei belassen. Seit dem machtest du die Regeln, ich
befolgte sie. Dies ist falsch, das dürfen wir nicht, dich verwirrt es zu sehr.
Du willst jemanden an deiner Seite, einfach so Spaß haben kannst du nicht mehr.
Hand auf, Hand zu. Finger hin, Finger weg. Monate ein Trampelpfad und es fühlte
sich gut an, weit ab von festen Straßen zu gehen. Wenn man das Gefühl hat, man
kann einem Menschen alles sagen, alles anvertrauen, man will in ihn
hineinkriechen und es gibt kein Nah genug, kann man ihn dann einfach ziehen
lassen?
Ich mache dir die Tür auf, wir sind beide krank, weil wir
das Feiern übertrieben haben, du läufst wortlos die Treppe hoch, ziehst dir
deine Jogginghose an, legst dich in mein Bett, ich mache Tee und lege mich dazu.
Gesprochen haben wir bei unserer ersten Begegnung genug. Ich war die
Prinzessin, du der Pokemontrainer. Jetzt bin ich ich und du liegst neben mir.
Wir schauen einen Film, liegen eng beieinander. Wir kennen uns so gut wie kein
bisschen. Alles was wir uns erzählt haben, schwimmt noch zwischen Fastnacht und
dem Tag danach. Aber da liegen wir. Du schläfst die ganze Nacht bei mir. Als du
am nächsten Tag gehst, weiß ich nicht mehr was normal ist, weiß nicht wo oben
und wo unten, sowas gab’s hier auch noch nie. Zwei Wochen jeden Tag hin- und
hergeschreibe.
Ich laufe auf die Tanzfläche, ich kann dich sehen und du
kommst zu mir. Wir umarmen uns, sind uns irgendwie vertraut und wissen nichts
und scheinbar viel. Wir tanzen, küssen uns, es fühlt sich ziemlich gut an,
jetzt weiß ich, wieso es nicht bei dem Abschiedskuss geblieben ist. Da gibt es
noch nichts zu verabschieden.
Ich komme auf Pizza und einen Actionfilm vorbei. Es ist, als
hätten wir noch nie was anderes gemacht. Dass du mir Socken, einen Pulli oder
eine Jogginghose gibst, mir eine Decke hinlegst und wir nebeneinander auf dem
Sofa liegen ist ein Gefühl von Daheimsein.
Du kommst nachts um 4 zu mir gefahren, ich kann nicht
einschlafen, du kommst, ziehst deine Jacke und deine Hose aus, legst dich neben
mich und nimmst mich in den Arm. Wir schlafen ein, wachen auf und es gibt immer
noch keinen Abschiedskuss.
Wir stehen mitten auf der Tanzfläche. Völlig ineinander
versunken, wir fahren zusammen zu dir, heute ist mal regelfrei und das spielt
mir gut in die Karten, denn ich merke, dass ich dir nicht nah genug sein kann.
Am nächsten Tag, sagst du, es war ein Fehler, gut, aber ein Fehler. Ich sehe
das ganz anders, aber mir wird schon noch bewusst, dass es einer war. Später.
Ich kann nicht anders, als dir nachts und viel zu betrunken
zu sagen, dass ich nicht glaube, dass da gar nichts zwischen uns ist. Ich
glaube es dir nicht, weil kein Mann sich mir jemals schon so seltsam gegenüber
verhalten hat. Das hier ist keine Freundschaft Plus, keine Freundschaft ohne
und kein Anfang einer Beziehung. Das hier ist irgendwie alles auf einmal.
Ich mache die Tür zu. Es ist ein Tag der sich dreht, einer
der sich gewaschen hat. Das ganze Haus und jeder Ort ist zu klein für mich und
meine Gedanken.
Es ist Freitagnacht, wir begegnen uns, telefonieren bis wir
uns irgendwo auf den Straßen treffen. Gute Laune herrscht bei uns. Dann bist du
einfach weg. Du rufst an, ich soll vorbeikommen. Klassischer Fall von „ich
weiß, ich sollte nicht, aber ich kann nicht anders“. Also fahre ich zu dir. Du
berührst mich, ich weiß nicht ob ich dich oder mich dafür hassen soll, dass ich
nicht nein sagen kann. Es gibt keinen Abschiedskuss.
Den gab es nie. Vielleicht gibt es ihn noch. Aber was
verabschieden wir dann? | Abschiedsstuss | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/abschiedsstuss/1494387 |
clustrfcuk | 1,380,884,220 | 1,071,931 | wissen | http://www.neon.de/user/clustrfcuk | alltag | Geschichten über dunkle Clubs, fremde Betten, Drogen und exotische Länder. Über halbe Leichen und korrupte Polizisten. Vielleicht über deinen Nachbar? | Ich bin jetzt 33 Jahre alt, mit einer wunderschönen Frau verheiratet und wohne in einer atemberaubenden Wohnung mit riesiger Dachterrasse in Berlin. Ich habe Dinge erlebt, von denen viele Menschen vielleicht nur träumen. Ich habe über ein Jahr lang mit dem Rucksack Südostasien bereist, habe mit ungefähr 80 Frauen geschlafen, ca. 40 verschiedene psychoaktive Substanzen in den letzten 15 Jahren konsumiert und tausende Stunden mit Videospielen verbracht. Ich hatte schon ein Messer am Hals, einen Gewehrlauf vor dem Gesicht und wäre einmal fast im Meer ertrunken. Ich bin mit Walhaien auf Tauchgang gewesen und habe von korrupten asiatischen Polizisten Drogen gekauft. Ich hatte Parasiten im Körper, die kleine Tunnel unter meiner Haut gebohrt haben. Ich bin nachts betrunken in einen Vorgarten gefahren. Ich habe ein totes Kind in den Armen einer Obdachlosen und einen durchtrennten Körper nach einem Zugunglück gesehen. Mit einem gefälschten Presseausweis habe ich mich in Backstage Bereiche gemogelt. Ich habe geklaut. Ich habe Menschen in ärgster Not geholfen. Einem kleinen Mädchen mit Epilepsie habe ich das Leben gerettet. Auf Freunde und Fremde habe ich anscheinend eine unglaubliche Anziehungskraft. In Clubs ziehe ich immer wieder Ärger an, habe aber noch nie eine aufs Maul bekommen. Ich habe unglaublich kreative Gedanken, bekomme aber selten etwas auf die Reihe. In meinem Kopf herrscht Chaos aber in gefährlichen Situationen handle ich schnell und konzentriert.
Ich will mich mit diesen Daten weder profilieren noch möchte ich mit meinem Drogen- und Sexleben angeben. Ich möchte eine Geschichte erzählen. Ich bin eigentlich ein völlig normaler Kerl. Ich bin vielleicht dein Nachbar.
Aber ich finde einfach nicht zu mir selbst. Ich bin vielleicht bipolar. Ich bin auf jeden Fall depressiv. Ich liebe mein Leben. Ich mag Menschen nicht sonderlich. Ich verstehe so viele Regeln einfach nicht. Mir stehen so viele Möglichkeiten offen. Ich kann mich für keinen Weg entscheiden.
Hier werde ich all alles niederschreiben. Um mich zu befreien. Um nach Hilfe zu suchen. Um zu helfen. Geschichten aus endlosen Nächten in Clubs und fremden Betten. Geschichten aus fremden Ländern und von Freaks. Geschichten von drogeninduzierten Reisen in die Abgründe meiner Seele und dem reinsten Gefühl des Seins. Über Angst, Depression, Liebe, Sex, Glück, Wut und Hass. Ich werde nichts kaschieren und schön reden.
Wo fange ich an? Bin ich hier überhaupt richtig oder schreibt man das eher in einen Blog? Wie arbeitet man schriftlich seine Emotionen auf? Schreibt ihr einfach drauf los? Ist das der richige Ort um gehört zu werden; um Feedback zu bekommen?
Anyway, ich glaube einige Geschichten werden euch gefallen.
Ich bedanke mich jetzt schon für eure Zeit!
- clustrfcuk
Tags: Leben, Drogen, Clubs, Depression, Angst, Sexbeziehung, Chaos, asien | Emotionaler Clusterfuck | http://www.neon.de:80/artikel/wissen/alltag/emotionaler-clusterfuck/1071931 |
DanielSurreal | 0 | 1,449,411 | sehen | http://www.neon.de/user/DanielSurreal | politik | Mit der Selbstdarstellung und dem Mitteilungsbedürfnis beim Kaffeekränzchen | Was ist für Dich das größte Unglück?
Riesenkatastrophen gibt es in diesem Leben wie Sand am Meer...
Wo möchtest Du leben?
Sizilien mit Direktverbindung nach Interzone
Was ist für Dich das vollkommene irdische Glück?
Die bekloppte, durchgeknallte, abgedrehte Liebe
Welchen Fehler entschuldigst Du am ehesten?
Selbstdisziplin, Wissensdurst
Deine liebsten Romanhelden?
Hans Castorp, Estragon und Wladimir, Juliette
Deine Lieblingsgestalt in der Geschichte?
Immer: Paul Eluard
Manchmal Samstags: de Sade
Manchmal Mittwochs: der Prolet
Deine Lieblingshelden in der Wirklichkeit?
Meine Lady und ich
Deine Lieblingshelden in der Dichtung?
Dr. Heinrich Faust und Mephistopheles
Deine Lieblingsmaler?
André Masson, Yves Tanguy, Paul Delvaux
Dein Lieblingskomponist?
Chet Baker, Chili Gonzales
Welche Eigenschaften schätzt Du bei einem Mann besonders?
Hirngespinste
Welche Eigenschaften schätzt Du bei einer Frau besonders?
Weiblichkeit
Deine Lieblingstugenden?
Wollust, Völlerei und Demut
Deine Lieblingsbeschäftigung?
Die Kokosnuss jagen
Wer oder was hättest Du sein mögen?
Ein intelligenterer Affe mit etwas mehr Charme
Dein Hauptcharakterzug?
Geduld und Keuschheit
Was schätzt Du bei Deinen Freunden am meisten?
Hang zur Zeitverschwendung
Dein größter Fehler?
Ich
bin
der Fehler
Dein Traum von Glück?
Mit den Jungs und den Ladys vor dem Café sitzen, Espresso trinken, Zigarette rauchen, mit Worten spielen. Die Sonne scheint warm, die Luft umstreicht unsere Gesichter und die nackten Beine der Damen, die sich aus hübschen Röcken und bunten Kleidern verführerisch hervortun. Ein Gedanke löst den anderen ab. Wir bestellen eine Runde Tequila und warten auf das Hereinbrechen der Nacht...
Was wäre für Dich das größte Unglück?
Keine Liebe
Was möchtest Du sein?
Verwandlungsfähig
Deine Lieblingsfarbe?
tiefes blau und dunkles rot
Deine Lieblingsblumen?
Dahlien, zu besonderen Gelegenheiten vertrocknete Rosen
Dein Lieblingsvogel?
Ich mag unkastrierte Kater lieber
Deine Lieblingsschriftsteller?
André Breton, Thomas Mann, Umberto Eco
Deine Lieblingslyriker?
Paul Eluard, Benjamin Peret, Robert Desnos, André Breton
Deine Helden in der Wirklichkeit?
Der Gartenclub der postheroischen Helden
Deine Helden in der Geschichte?
Bonni und Clyde
Deine Lieblingsnamen?
Gin, Tonic
Was verabscheust Du am meisten?
Nazischeiße
Moralisch übersteuerte Emanzipationsbewegungen
Schnösel
Welche geschichtlichen Gestalten verabscheust Du am meisten?
Den Nationalsozialismus
Welche militärische Leistung bewunderst Du am meisten?
Die Eroberung Cubas durch die Castroianer ... ... und natürlich die Verteidigung Phantasiens gegen die Re-A-Li-Tät
Welche Reform bewunderst Du am meisten?
Die Freiheitsbewegung von Absurdistan
Welche natürliche Gabe möchtest Du haben?
Inkonsequenz
Wie möchtest Du sterben?
Wenn überhaupt, dann am Herzinfarkt...
Deine gegenwärtige Geistesverfassung?
Froh, die Fragebogenprüfung fast hinter mir zu haben, allerdings unsicher, ob die Fragen ehrlich beantwortet wurden. Andererseits: Scheiß auf den Schein!
Dein Motto?
Surreal macht die Luft sauberer und das Wasser klarer! (So viel Sand und keine Förmchen...)
Dein Abschlusskommentar?
Einen Drink für mich und einen für die Lady!
Fuck the System - wenigstens 'n bisschen....
Tags: Proust, Selbstdarstellung, Fragebogen | Der Marcel-Proust-Fragebogen | http://www.neon.de:80/artikel/sehen/politik/der-marcel-proust-fragebogen/1449411 |
malula | 1,197,557,340 | 654,874 | fuehlen | http://www.neon.de/user/malula | familie | ... wenn Kinder aus dem Kindergarten ausgeschlossen werden. | Kürzlich war es wieder Thema einer Talkshow. Bei Anne Will diskutierten unter anderem die Familienministerin Ursula von der Leyen, ein Vertreter der "Kinderhilfe direkt" und der Innenminister des Landes Schleswig-Holstein, Ralf Stegner, über das Thema „Kinder als Opfer – wenn Eltern überfordert sind“. Alle Politiker und Experten waren sich einig, dass etwas getan werden muss. Dass man rechtzeitig hinschauen muss, dass sozial schwache Familien Unterstützung brauchen. Dass um die Kinder ein Netzwerk der sozialen Absicherung entstehen muss, bei dem die Arbeit von Jugendämtern, Kinderärzten, Kindergärten und anderen sozialen Einrichtungen ineinander greift. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es leider anders aus.
In unserem Landkreis betragen die monatlichen Gebühren für einen Kindergartenplatz mit einer Betreuungszeit von vier Stunden täglich 102 Euro pro Kind. Besucht ein weiteres Kind der Familie einen städtischen Kindergarten, werden die Betreuungsgebühren um 30 % ermäßigt. Hinzu kommt noch ein Verpflegungsentgelt für Getränke von 4 Euro pro Kind. Macht bei zwei Kindern rund 180 Euro monatlich, für einen Kindergartenplatz von 8.00 – 12.00 Uhr ohne Mittagessen. Dieser Beitrag ist prinzipiell einkommensunabhängig, es besteht jedoch die Möglichkeit einen Antrag auf wirtschaftliche Jugendhilfe beim Landkreis zu stellen.
Der Antrag auf Jugendhilfe muss von den Eltern gestellt werden. Auf sieben Seiten müssen sämtliche Vermögens-, Einkommens-, Belastungs- und Schuldenverhältnisse offengelegt und mit entsprechenden Nachweisen belegt werden. Wird dieser Antrag bewilligt, werden die Betreuungskosten, abhängig von den finanziellen Verhältnissen einer Familie, teilweise oder sogar ganz übernommen.
Nun gibt es Eltern, die, aus welchen Gründen auch immer, die Betreuungsgebühren nicht bezahlen. Bleibt die Zahlung am Monatsende aus, wird sie im nächsten Monat von der Stadt angemahnt. Erfolgt nach dieser Mahnung kein Zahlungseingang, werden die Familien erneut angeschrieben und es wird der Ausschluss aus dem Kindergarten angedroht. Gleichzeitig wird angeboten für den fälligen Betrag eine Ratenzahlung zu vereinbaren und darauf hingewiesen, dass die Möglichkeit besteht wirtschaftliche Jugendhilfe zu beantragen. Erfolgt daraufhin keine Zahlung, wird das Kind vom Besuch des Kindergartens ausgeschlossen.
Von einem Tag auf den anderen dürfen die Kinder den Kindergarten nicht mehr besuchen. Die Garderobenhaken bleiben leer, die Namensschilder werden entfernt und man schweigt. Ist ja schließlich Privatsache und die Verantwortlichen im Kindergarten sind zu Verschwiegenheit verpflichtet. Natürlich wird getuschelt, getratscht, gemunkelt und jeder weiß, wieso die Kinder nicht mehr kommen.
Von Seiten der Stadt wird argumentiert, würde man nicht so verfahren, würden viele Familien den Kindergartenbeitrag überhaupt nicht mehr bezahlen. Und da die Kindergärten ohnehin ein defizitärer Bereich sind, wären sie dann gar nicht mehr finanzierbar. Nachvollziehbar, aber wird da nicht an der falschen Stelle der Hebel angesetzt?
Sieht man sich die betroffenen Familien genauer an, sind es meist die klassischen Problemfamilien. Geringes Einkommen, familiäre Probleme, finanzielle Probleme. Eltern, die mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert sind, die mit ihren Finanzen überfordert sind, die mit ihrem Leben überfordert sind. Die damit überfordert sind Anträge zu stellen, Schulden zu bezahlen. Sind das nicht genau die Familien, bei denen man hinsehen muss?!
Bei diesen Familien sollte es doch oberste Priorität haben, dass die Kinder den Kindergarten besuchen und dadurch zumindest für einige Stunden am Tag aus den Familien rauskommen. Dass sie im sozialen Netz des Kindergartens bleiben und nicht ins gesellschaftliche Abseits geraten. Vor allem diese Kinder brauchen die frühkindliche Förderung, die ein Kindergarten bietet. Sie brauchen Bezugspersonen, die ihre Entwicklung verfolgen und rechtzeitig alarmieren, wenn etwas falsch läuft! Sie brauchen Sicherheit und Beständigkeit! Sie brauchen einen guten Start ins Leben!
Das sollte Vorrang haben vor allen finanziellen Fragen.
Bezieht man in seine Überlegungen mit ein, wie viel Geld unsere Gesellschaft später aufbringen muss, wenn aus diesen Kindern, die durchs soziale Netz gefallen sind und die keine vernünftige Ausbildung bekommen haben, vielleicht Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger geworden sind - so geht die Rechnung ganz sicher nicht auf. | Auf einmal bleiben sie weg... | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/familie/auf-einmal-bleiben-sie-weg/654874 |
PinkahPandah | 1,551,953,040 | 1,714,526 | fuehlen | http://www.neon.de/user/PinkahPandah | liebe | Egal wie gut der Inhalt war: War die Verkleidung angekratzt, wurde dem Inhalt nicht mehr so viel Wert zugemessen. | Als hätte jemand den Öffner angesetzt und den Deckel
des Tages angehoben, schoben sich die wenigen Lichtstrahlen durch seine
einfach verglasten Fenster. Gefühlt, hatte er eben erst die Tür hinter einer
weiteren durchzechten Nacht geschlossen. Eine Nacht, die er damit verbracht
hatte, Antworten auf Briefe von Personen zu finden, die er mal gekannt hatte.
Aber die Suche auf dem Boden eines angeschlagenen Londdrinkglases birgt nie
jene Früchte, die man in so einem Falle sucht. Egal wie gut der Inhalt war: War
die Verkleidung angekratzt, wurde dem Inhalt automatisch nicht mehr so viel
Wert zugemessen. Eine Binsenweisheit seines Opas - wie bei so vielen anderen,
erkannte er ihren vollen Wert erst als er den Boden erreicht hatte.
Viel war nicht los an diesem vom Eisnebel verhangenen Morgen. Es
war eigentlich selten viel los - egal ob es kalt oder warm war. Hier war Land
und ein paar Häuser, die dem Sturm trotzten und dort das Meer. Diese Egalität
aus Wasser. Zumeist salzig und generell unbeeindruckt von allem um sich herum.
Er schaute in die Gischt und fragte sich, ob Bruce Lee wohl daran gedacht hatte,
als er sagte: „Du musst sein wie Wasser.“ Aufbrausend und unbeeindruckt. War
das nicht ein Widerspruch? Gedankenverloren stand er, wie zum Beginn so vieler
Tage zuvor, auf der alten Veranda aus Eichenholz und versuchte in der Leere des
Nebels Schiffe auf dem Meer auszumachen. In der einen Hand hielt er eine Tasse
dampfenden Kaffee, die andere lag auf dem vom Raureif überzogenen Geländer vor
ihm.
Er hatte den Abend viel zu spät beendet und schließlich damit
verbracht an die Decke zu starren und mit den Geistern der Geschichte
Flaschendrehen zu spielen. Seit er nicht mehr Urlaubs- sondern Dauergast war,
in diesem verschlafenen Küstendorf, führte die ansässige Kneipe auch endlich
brauchbaren Gin. Er war ja schließlich Ihr bester Kunde. Täglich, zehn Minuten
vor der Abendbrotzeit, öffnete er die mit kleinen vergilbten Fenstern
durchlöcherte Holztür und steuerte direkt die Theke an. Wo er am Anfang noch in
erstaunte Gesichter blickte, bekam er jetzt nur noch ein neutral gebrummeltes „Moin“
entgegengebracht. Irgendwann wird auch das Unbegreiflichste
selbstverständlich.
„Selbstverständlich“ war aber momentan ein absolut
unverständliches Wort für ihn. Das deutlichste Zeugnis dieser Tatsache war das
Wohnzimmer hinter ihm. Das Parkett des Zimmerbodens war nur noch an
einigen wenigen Stellen zu sehen. Der Rest war über und über mit Papier
belagert. Kleine Zettel. Papierfetzen. Servietten. Briefpapier. Mal mit mehr,
mal mit weniger Worten vollgeschrieben. Mal hastig gekritzelt, damit kein Gedanke
verloren geht. Mal langsam und bedächtig niedergeschrieben, um jedem Wort die
ihm anhängende Bedeutung beizumessen. Sie zu zählen hatte keinen Sinn. Was
nützen schon Zahlen. Zahlen wollten in diesen Fällen Dinge die keine Größe,
keinen errechenbaren Gegenwert haben, in etwas hineinpressen, um sie
verständlich zu machen. Aber wie soll etwas, nur durch das Hinzufügen von
Ziffern, verständlicher werden, wenn man es nicht einmal inhaltlich
versteht.
Selbstverständlich wäre es gewesen auf die Briefe einfach zu
antworten. Eigentlich. Denn es war auch nicht selbstverständlich fünf Jahre
nach einem "Ich hasse dich!" mit "Hey, alles klar?" in der
Tür zu stehen. Eher zu liegen. In der Mitte der Tür. Da in diesem kleinen
Schlitz wo man das Papier durchsteckt. Oma und Opa nannten es liebevoll
Briefkasten. Mit Briefen in die Welt des anderen eindringen war perfide.
Briefen. Mehrzahl. Wer schreibt heute noch Briefe. Einer ist ja okay. Aber drölfzigtausend?
Voll umständlich und zeitraubend. Das war nicht selbstverständlich.
"Hey, alles klar?" Seine Augen fielen beim Verlassen der
Veranda auf dem kleinen unscheinbaren Zettel auf seinem Sekretär. Er nahm ihn
in die Hand. Nichts war klar. Seit fünf Jahren wohnte er in diesem toten
Küstendorf. Lebte von Gelegenheitsjobs und brauchbarem Gin. Sein Inneres war so
grau wie die Welt um ihn herum. Er funktionierte nur, weil ein Abschied von
allem, für immer, keine Lösung war. Er konnte keine Menschen sehen, mit ihnen
reden oder das Leben genießen. Er drehte den Zettel rum und begann seine
Antwort zu schreiben.
"Selbstverständlich!" | Selbstverständlich | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/selbstverstaendlich/1714526 |
raconteur | 1,183,198,860 | 650,152 | fuehlen | http://www.neon.de/user/raconteur | liebe | Ich kann mich nicht mal mehr genau an den Moment erinnern, an dem ich aufgehört habe dich zu lieben. | Plötzlich wollte ich an den Wochenenden lieber feiern, als zu dir zu fahren, ich rief nicht mehr dich an um zu reden, sondern ihn. Ja diesen anderen Jungen. Ich dachte mir nichts dabei. Eine kleine Schwärmerei die vielleicht zu einer Freundschaft wird.
So was kommt doch vor. Gerade wenn man so lange zusammen ist, wie wir zwei, dann macht man sich keine Sorgen, wenn da auch mal andere attraktive Männer sind. Das geht schon wieder vorbei.
Jetzt sitzt du neben mir auf dem Sofa und ich muss dir erklären, dass das irgendwie nicht vorbei ist. Das da plötzlich mehr war, als ich übers Wochenende bei ihm war.
Ich wusste nicht, dass er sich auch für mich interessiert, sonst wäre ich wohl nicht gefahren.
Dann dieser Kuss. Spätestens da war es sonnenklar. Ich bin verliebt. Nur leider nicht mehr in dich.
Jetzt sitzt du hier neben mir, und wir reden über uns. Darüber wie schlecht es lief in der letzten Zeit, wir hätten wohl besser gleich getrennt bleiben sollen. Du siehst das alles ähnlich. Wollten beide nicht loslassen. Kein Wunder.
Doch du spürst, dass da noch mehr ist. Ja du kennst mich gut.
Meine Hände zittern. Sie sind eiskalt. Ich drehe meinen Kopf zur Seite, kann dir nicht in die Augen schauen. Dann sage ich es. Da ist noch was. Verliebt.
Du weißt sofort wer es ist. Sehr überrascht bist du nicht. Ja du kennst mich. Hast schon was geahnt.
Ich bin verwundert über deine Ruhe. Kein Schreien, keine Vorwürfe, nicht einmal Tränen. Ich dachte ich kenne dich.
Du willst wissen ob wir jetzt zusammen sind. Ich fange an zu stammeln. Rede wirres Zeug von Entfernung, ich nicht weiß ob ich schon wieder eine Beziehung will. [Das ich nichts mehr will als eine Beziehung mit ihm und mir diese scheiß Entfernung egal ist, das sage ich dir nicht]
"Wenn ihr euch liebt, dann müsst ihr auch zusammen sein"
Zack. Der saß. Liebe. Moment mal. Bislang habe ich immer nur einen geliebt, dass soll jetzt anders sein. Ich bekomme Panik. Deine Zustimmung macht das ganze nicht besser. warum schreist du mich nicht an. Sagst, dass ich ein schlechter Mensch bin, denn so fühle ich mich. Proforma fange ich an mich zu rechtfertigen. Gegen Gefühle kann man nichts machen, ich habe das so sicherlich nicht gewollt, wünschte ich könnte es ändern.
Ich glaube nicht, dass du zuhörst. Ich glaube nicht, was ich sage.
Ich fühle mich ziemlich irreal, wie ich hier neben dir sitze - auf der Couch auf der wir gevögelt, gestritten, geraucht und getrunken haben - meine Knie anziehe, an den Nägeln kaue und 5 Jahre wegwerfe, wie ich glaube für einen andern.
Das die 5 Jahre schon vorher im Arsch waren, will ich mir genauso wenig eingestehen wie du. So ist es einfacher.
Du fragst ob du jetzt gehen sollst. Du kannste solange bleiben wie du willst. Du redest. Ich höre zu. Du sprichst über Sex. Ja der war immer gut. Auch zum Schluss. Du kannst dir nicht vorstellen, wie ich es mit einem anderen tue.
Das ist jetzt wohl die Schlüssel Szene. Jetzt weiß ich es. Ich liebe dich nicht mehr. Es ist das erste Mal, dass ich mir sehr gut vorstellen kann, es mit einem anderen zu tun.
Ich sage nichts. Meine Zweifel sind weggewischt.
Irgendwann stehst du auf, es sei wohl besser jetzt zu gehen.
An der Tür drehst du dich noch einmal um. Ich nehme dich in den Arm und du flüsterst in mein Ohr :" Sag ihm er soll gut auf dich aufpassen."
Die Tür fällt zu.
Danke. Aber ich habe beschlossen, ab jetzt auf mich selbst aufzupassen. Diese Beziehung soll halten. | Wenn zwei allein sind kommt der Dritte | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/wenn-zwei-allein-sind-kommt-der-dritte/650152 |
siewargluecklich | 0 | 1,475,514 | fuehlen | http://www.neon.de/user/siewargluecklich | psychologie | Ich halte an Dingen fest, die ich nicht bin. Und bin Dinge die ich nicht sehe. | Ich habe mich verloren. Ich finde mich nicht mehr.
Fairerweise muss man sagen ich habe mich nie gehabt. Ich habe an Dingen festgehalten die ich nicht war, und ich war Dinge, die ich nicht gesehen habe.
Die Medikamente machen mich aus. Mein Umfeld ist grandios, es ist für mich da, aber es macht mich noch trauriger. Denn ich kann es nicht. Für sie da sein. Ich habe Freunde, ein gutes Umfeld, Familie, einen Job der mir Spass macht. Und trotzdem finde ich mich nicht. Ich fühle mich allein und verloren. Aber ich war nie an diesem Punkt, an dem ich wusste wer ich war. Ich wusste nur immer was ich nicht war.
Ich war nicht eine Schminktusse wie meine erste beste Freundin. Ich war nicht eine Gestalterin, trotz meines Berufes. Ich war keine Partygängerin, trotz den Alkoholabstürzen und dem vielen Tanzen. Ich war keine Verführerin, trotz der Männer und Frauen. Ich war keine ehrliche Haut, denn alles fühlte sich an wie Lügen. Ich war keine Reisende, trotz des rastlosens immer weiterziehen. Ich war keine Ahnungslose, obwohl ich immer das Gefühl hatte nichts zu wissen.
Ich bin nicht Glücklich, obwohl alles um mich herum nicht besser sein könnte.
Und das ist das schlimmste. Die Trauer die mich nicht loslässt, der Hass der mich innerlich zerfrisst, das Ohnmachtsgefühl das mich lähmt. Ich habe keinen Grund. Deshalb bin ich verloren.
Ich treibe mich vorwärts, zwinge mich auf dem Weg zu bleiben, auch wenn ich nicht weiss was mich am Ziel erwartet. Ich weiss nicht ob überhaupt ein Ziel am Ende wartet. | Verloren | http://www.neon.de/artikel/fuehlen/psychologie/verloren/1475514 |
Lotta0815 | 1,155,861,480 | 640,187 | fuehlen | http://www.neon.de/user/Lotta0815 | sex | Nein, ich will keinen, der mir Ronja Räubertochter vorliest. Kein gemeinsames Risotto-Kochen. Keinen gemütlichen Video-Abend. Ist das so schwer? | Seit ungefähr 17 Jahren ist mir folgendes Männer-Bild eingebleut oder suggeriert worden: sie wollen immer, überall, in jeder Sekunde - können sogar (fast) immer. Nett sind sie nur, wenn sie dich ins Bett kriegen wollen.
Mit diesem Bild ausgestattet macht man sich also auf in diese große, weite Welt und stellt fest:
manchmal sind sie auch einfach nur so nett, manchmal meinen sie einen wirklich und nicht nur das darauffolgende durch die Kissen wälzen, das extatische Stöhnen, es einander besorgen. Trotzdem wollen sie immer.
Wir aber auch.
Aber was ist, wenn man selbst damit anfängt, nur nett zu sein, weil man will, dass sie einen zur Ekstase treiben?
Weil man auf das andere Drumherum gerade pfeift, weil Sommer ist, weil man das Leben einfach mal genießen will.
Dann wird es kompliziert. Denn eins hätte mir einer für mein Männer-Bild noch mitgeben sollen: Nur solange sie es in der Hand haben wollen sie immer. Und nur dann wollen sie es unkompliziert.
Eine Frau, die genau weiß, was sie und vor allem nur das Eine will scheint im 21. Jahrhundert wohl wieder ein absoluter Schocker zu sein.
Nein, folgende Sätze will ich danach nicht mehr hören:
Ja also, ich geh dann mal?
Also, das wars jetzt?
Wollen wir nicht wenigstens Nummern austauschen?
Jungs, habt ihr Euch je mit einem One-Night-Stand nochmal auf einen Kaffee getroffen?
Macht Euch locker! Gleiches Recht für alle!
(macht doch eh mehr Spaß) | Ich will einfach nur ficken! | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/sex/ich-will-einfach-nur-ficken/640187 |
halbkindmf | 1,320,854,460 | 787,843 | fuehlen | http://www.neon.de/user/halbkindmf | liebe | Ein erster Entwurf. | Ich bin der Größte. Ich weiß worauf ihr Mädels abfahrt. Ich
bin unübertroffen in Flirten, anbaggern, antanzen, Süßholz raspeln, einfach:
Charmant sein. Ich will dich unbedingt. Ich will deinen Körper, ich will dich
zum Lachen bringen.
Ich steh dir zur
Seite, wenn du mich brauchst. Ich bin ein Held. Ich mache dir Wärmflaschen wenn
du krank bist, ich bringe dir Schokolade und sag auch nix drüber wenn du ein
paar Kilo zulegst. Wenn wir zuhause sind, bist du meine Göttin. Alle müssen
mich lieben, ich bin doch der Größte! Daher wunder dich nicht, wenn ich gerne
mit andern Mädels chatte. Das hat doch alles nicht zu bedeuten, dass meine ich
doch nur im Spaß! Ich stelle dich mit Stolz meinen Freunden vor und meiner
Eltern. Ich will dich heiraten! Ich will Kinder mit dir! Am besten alles, und
am besten sofort! Wo ich die letzten drei Stunden auf der Party war, als du bei
meinen Freunden gesessen hast? Ach, ich hab da jemanden getroffen. Jaja, die
kenn ich. Ach, war nett. Nacktbilder auf meinem Handy? Oh, es tut mir so leid.
Ich machs nie wieder. Ich bin doch der Größte, mir kannst du vertrauen!
Pornowebsites? Datingplattformen? Ach, das ist doch alles nur zum Spaß! Frauen
sind doch das Tollste was es gibt. Und ich will sie alle, ich will sie jetzt,
ich will Schwarze, Weiße, Asiatinnen, Große, Kleine, Dicke, Dünne, Titten, Möpse,
Ich will sie alle! Lieb mich wenn du kannst! Wenn du gehst werde ich weinen und
sagen dass du recht hast. Recht hast mit allem. Dass wir eben besser als
Freunde zusammenpassen. Lass uns Freunde sein! Ich will dich aber nicht mit
deinem neuen sehen. Du darfst mir aber ruhig dabei zugucken, wie ich mit andern
rummache, dass stört mich nicht. Ach, vielleicht sind wir doch besser keine
Freunde mehr, du Schlampe, du Heuchlerin, verpiss dich! Und dann such ich mir ne
Neue, die ist eh viel besser, die hat größere Titten und ist viel klüger als
du. Die passt auch viel besser zu mir. Und zu der bin ich nett, für sie mach
ich Wärmflaschen und kauf Schokolade, und wenn wir zuhause sind ist sie meine
Göttin, ich will sie heiraten und Kinder kriegen und am besten sofort… | Lieb mich wenn du kannst! | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/lieb-mich-wenn-du-kannst/787843 |
Splinter | 1,107,301,080 | 635,644 | sehen | http://www.neon.de/user/Splinter | gesellschaft | Gibt es Gott und hat der Menschen einen freien Willen? | Auch wenn die Überschrift vielleicht etwas in die Irre führt, ergibt sich aus dem Kapitel Das Dasein Gottes als ein Postulat der reinen praktischen Vernunft der Kritik der praktischen Vernunft von Immanuel Kant kein Beweis für die Existenz ‚Gottes’ (als Schöpfer der Welt). Das war auch nie Kants Absicht, aber in der Auseinandersetzung mit diesem Ausschnitt aus seinem Werk kommt man auf eine andere interessante Fragestellung: Hat der Mensch einen freien Willen oder nicht?
Das Kapitel ist Teil der sog. Postulatenlehre Kants. Diese Postulatenlehre schließt neben dem Postulat vom Dasein Gottes noch das Postulat von der Unsterblichkeit der Seele ein, von dem hier nicht die Rede sein wird. Voraussetzung zum Verständnis dieses Kapitels sind Kants folgende Feststellungen:
1. Der Mensch ist vernunftbegabt und besitzt einen freien Willen, durch den er seine Handlungen unmittelbar bestimmt
2. Es existiert reine praktische Vernunft, die moralische Bestimmungsgründe des Willens bestimmt, und der sich der Mensch a priori faktisch bewusst ist
3. Die reine praktische Vernunft gebietet für die Handlungen des Menschen a priori das moralische Gesetz – den kategorischen Imperativ
4. Die Ordnung des moralischen Gesetzes besitzt eine Verbindlichkeit, die mit der des Naturgesetzes auf einer Stufe steht und die reine praktische Vernunft ist durch sie vom Naturgesetz autonom
Ergänzend zu diesen Voraussetzungen sei gesagt, dass Kant das moralische Gesetz für den Menschen als Imperativ formuliert, da dieser – bedingt durch seine Endlichkeit – von Neigungen affiziert ist und damit permanent Gefahr läuft, unvernünftig zu handeln. Das unendliche ‚Wesen’ besäße demnach ein reines und vollständiges, niemals fallibles Vermögen, vernünftig zu urteilen und zu handeln – es wäre soz. die reine Vernunft ‚in Person’.
Es stellt sich nun die Frage nach dem Ursprung der (reinen praktischen) Vernunft. Bildet die Vernunftordnung mit dem moralischen Gesetz eine gleichgestellte Instanz neben dem Naturgesetz, so kann ihr Ursprung unmöglich ein natürlicher sein bzw. kein solcher, der auf (mechanischen) Naturgesetzen beruht! Was also ist der Ursprung der Vernunft?
Auf der Basis der Erkenntnis, dass sich der Mensch durch das Faktum der Vernunft ihrer Existenz bewusst ist, folgt die Annahme, dass es unendliche ‚Wesen’ geben muss, die allein an die Ordnung der Vernunft, nicht aber an die Gesetze der Natur gebunden sind, da das höchste Gut – der Selbstzweck der Vernunft – nur dann zu erreichen sein kann, wenn eine Affizierung durch Neigung ausgeschlossen wird. Die Affizierung durch Neigungen wird deswegen in der Unendlichkeit ausgeschlossen, weil die Vernunftordnung all das abwirft, was das Naturgesetz diktiert. Die Endlichkeit der Lebewesen als ein Teil des Naturgesetzes und Quell verschiedenster Neigungen – es sei nur auf die Triebe verwiesen, die gegen die Beendigung der eigenen Existenz wirken – zählt zu diesen Diktaten genau wie jede beliebige andere Lust oder Unlust und kann deswegen als Teil der Vernunftordnung nicht existieren. Für die Vernunft bedeutet das: Die Vernunft existiert bereits seit unendlicher Zeit und auch unendlich weiter. Wie aber kommt – und hiermit wird die Einstiegsfrage präzisiert – sie in die Welt, die zugleich den Naturgesetzen folgt?
Zur Beantwortung dieser Frage kann die Idee einer oder mehrerer übernatürlicher Schöpferfiguren dienen, denn diese berücksichtigt die Unabhängigkeit der Vernunftordnung vom Naturgesetz. Diese Figuren müssen zwangsläufig unendliche ‚Wesen’ sein, die nicht durch Neigung affiziert sind. Diese Schlussfolgerung macht deutlich, dass Formulierungen vom schlage eines ‚lieber Gott’ missverständlich sind, weil bestenfalls eine Formulierung derart zulässig wäre, dass Gott, wenn er denn allein steht, ‚vernünftiger Gott’ heißen müsste. Da jedoch das höchste Gut durch die niemals fallible, immer vernünftige Handlung nicht bloß Ziel einer Entwicklung, sondern immerwährende Präsenz besäße, gilt in der Folge die Formulierung ‚guter Gott’ gleichsam auch.
Bevor nun aber die Folgerung, es gäbe eine Schöpferfigur für die Welt der Naturgesetze, zu großes Gewicht entwickelt, soll auf Folgendes hingewiesen werden: Welchen vernünftigen Bestimmungsgrund sollte die Erschaffung einer Welt haben, in der die Vernunft nicht das alleinige und oberste Prinzip bildet?
Ein vernünftiger Bestimmungsgrund wäre in einer Welt, in der gleichzeitig das Naturgesetz gilt, allein ein solcher, der dazu dient, zur Annäherung an das höchste Gut und damit seiner hypothetischen Verwirklichung zweckmäßig zu sein. Wenn aber Gott selbst reine Vernunft (unendlich, damit nicht fallibel und mit ihm und durch ihn das höchste Gut jederzeit präsent) wäre, dann wäre es widersinnig, ja unvernünftig, wenn er eine Welt erschaffte, die das höchste Gut nur zum hypothetischen Ziel hat.
Alternativ könnte zur Begründung der Erschaffung ein Forscherdrang oder eine Neugier Gottes herangezogen werden. Dies führt jedoch zu einem sofortigen Widerspruch: Ist Gott durchdrungen von Vernunft, kann er nicht affiziert sein durch Neigungen, wie sie Neugier oder Forscherdrang sind. Neugier und Forscherdrang können in einer ‚Welt’, in der das höchste Gut jederzeit präsent und die Vernunft allein regulierend ist, nicht vorhanden sein, weil der Sinn des Fragens durch die Allgegenwart aller möglichen Antworten nicht existiert.
In der Folge bedeutet das: Diese Welt ist kein Produkt vernünftiger Schöpfung!
Dennoch scheint die Vernunft in den Menschen und allen anderen sog. vernunftbegabten Wesen in unserer Welt, die gleichzeitig den Naturgesetzen unterworfen ist, vorhanden zu sein. Wenn man sich nicht der Idee eines Schöpfers bedienen mag, könnte man sagen, dass die Vernunft durch ‚Zufall’ die Verbindung zur Ordnung der Naturgesetze eingegangen ist. Beschäftigt man sich mit dieser Möglichkeit, fällt auf, dass der ‚Zufall’ weder mit Vernunftbegriffen, noch mit solchen der Welt der Naturgesetze erklärbar sein kann – weil er sonst kein wahrhaftiger Zufall mehr wäre – und also kann nur Folgendes der Fall sein: Der Ursprung der Vernunftbegabung des Menschen liegt notwendigerweise im Metaphysischen und im ‚Metavernünftigen’. Der Mensch selbst kann diesen Ursprung nicht erschließen und mutmaßt deswegen, die Vernunft, die er besitzt, fände ihren Ursprung in ‚göttlicher Schöpfung’. Da Gott so, wie ihn Menschen sich vorstellen und wie auch Kant seine Existenz postuliert, bloß ein ‚übermenschlicher’ Mensch zu sein scheint, ist er nichts weiter als eine denkbare Vaterfigur, die vielen das Leben erleichtert, niemals jedoch beweisbare, ‚wirkliche metaphysische und metavernünftige Existenz’, weil dem Menschen zur Beschreibung dieser alle Begriffe und Fähigkeiten fehlen – wie es auch die Bibel selbst gebietet, wenn sie die Verbildlichung Gottes untersagt.
Darüber hinaus folgt hieraus: Da sich alles metaphysische und metavernünftige menschlicher Erkenntnis entzieht und sowohl die Präsenz der Vernunft, als auch beispielsweise die Gesetze der Thermodynamik nur innerhalb dieser Grenzen erkennbar und erfahrbar sind, kann der Mensch selbst nicht ergründen, ob er de facto einen freien Willen hat oder nicht! Es stehen lediglich zwei denkbare Positionen zueinander im Widerspruch: Die eine misst derjenigen Erfahrung und Erkenntnis mehr Bedeutung zu, die sich auf physische Einflüsse – die ihrerseits dem Menschen auch nur sinnliche ‚Empfindungen’ sind – beruft, die andere derjenigen, die sich auf vernünftige Einflüsse und auf das ‚Empfinden’ ihrer Existenz (der Vernunft und damit auch des freien Willens) beruft. Diesen Widerstreit aufzulösen ist der Mensch nicht imstande, aber es gibt ein entscheidendes Argument für die zweite Position: Ein Mensch, der an sich selbst das Gefühl empfindet, einen freien Willen zu besitzen, wird es auch dann nicht loswerden, wenn er ‚misst’, dass er ihn unmöglich haben kann. Anders ausgedrückt: Die Wissenschaftler, die versuchen, das ‚Empfinden’ des freien Willens ‚wegzurationalisieren’, bedienen sich selbst der Vernunft und bestätigen damit seine potentielle Existenz. Es gilt also, sich dem ‚Empfinden’ hinzugeben und ethische Fragen nicht mit physikalischen Erkenntnissen zu vermischen! Diese zu vermischen wäre einzig demjenigen Menschen ‚gestattet’, der tatsächlich keinen freien Willen empfindet: es stellt sich jedoch die Frage, ob dieser überhaupt ethische Fragestellungen entwickeln könnte oder würde, wenn einen freien Willen zu unterstellen – was selbst wiederum ein Akt des freien Willens wäre, wenn es Auswirkungen auf irgendjemandes Handlung haben sollte – ihm fern läge und damit auch das Aufstellen von Handlungsgeboten für ihn keine Rolle spielte. | Das Dasein Gottes und der freie Wille | http://www.neon.de/artikel/sehen/gesellschaft/das-dasein-gottes-und-der-freie-wille/635644 |
lilko | 1,362,777,840 | 997,527 | sehen | http://www.neon.de/user/lilko | gesellschaft | Ich will jedes existierende Klischee bedienen und dann sagen können, ich darf das, ich bin eine Frau. | 1. Vier wahre Geschichten:
Das Mädchen (Pardon, die Frau), dem ein Kommilitone die Tür aufhält, woraufhin das Weiblein sofort eine entrüstete Rede hält, über Sexismus, Diskriminierung und Unterwerfung. Der Typ hört zu und schlägt ihr beim reingehen genüsslich auf den Arsch. Denkanstoß nennt man so etwas, glaube ich.
Oder die Bekannte, die es NIEMALS zulassen würde, dass ihr Freund sie zum Essen einlädt. Soweit kommt es noch, schließlich steht sie mit beiden Beinen ganz fest und knietief im unterbezahlten Halbtagsjob.
Oder die Freundinnen, die an einem Tisch sitzen und hoffen, dass Männer auch bald Kinder kriegen können. Wegen der Gerechtigkeit.Das die Möglichkeit auch bestimmt schon besteht, aber den Frauen diese Information vorenthalten wird, wegen der Macht und so. Und im selben Atemzug die einstimmige Überzeugung, dass Ehe etwas für Frauen ist, die nicht arbeiten wollen.
Und der Brüller: Im Bus die Dame mit dem gebrochenen Arm, die den jungen Knilch, der ihr seinen Platz anbietet, einen widerlichen Sexisten nennt, der noch nicht angekommen ist in der neuen Realität, da, wo Frauen standhaft bleiben.
2. Im Ernst?
Ich bin ja ehrlich froh und dankbar für die Generationen vor uns, für die Wegbereiter des Feminismus, für all die, die gekämpft haben für Gleichberechtigung und Freiheit und Anerkennung. Aber gleichgestellt werden möchte ich nicht. Ich möchte auch keinen Tag der Gleichstellung, so wie das die Autorin eines Zeit - Artikels empfiehlt. Anstelle des Frauentages, der ja veraltet ist und sexistisch. Bei mir läuft das Fass gerade über und dessen Inhalt schnurstracks über die Toleranzschwelle für dumme Artikel, in denen es nicht mehr um wirklichen Sexismus geht, um echte Probleme und deren Behandlungsmöglichkeiten, sondern um das beleidigte Gehabe verwöhnter Weiblein und pseudoemanzipierter Männlein aus der westlichen Welt, die anscheinend vergessen haben, dass es ganz gut ist, dass Frauen Frauen und Männer Männer sind und das eben in allen möglichen Facetten. Dasselbe Gehalt bei beiden Geschlechtern? Ja, bitte. Höchstmöglichen Schutz vor sexueller, physischer und psychischer Gewalt für jeden und überall, egal wo du herkommst und wer du bist? Mehr als nur wünschenswert, dringend notwendig. Und sicher noch vieles mehr. Es gibt wirklich einen ganzen Stapel an Dingen, auf den der Stempel Gleichberechtigung noch nicht aufgedrückt wurde. Und ja, ich möchte als Frau mit Männern auf einer Stufe stehen.
Aber ich möchte nicht an ihrer Stelle sein. Denen, die aufgebracht Artikel schreiben über aufgehaltene Türen und Frauentage, denen empfehle ich ein oder zwei Jane Austen Romane. Die Gefühlsstürme mal beiseite, da wird ganz gut gezeigt, dass die wahren Gewinner immer die sind, die den Mut haben, zu zeigen,
dass
sie eine Frau sind - und es trotzdem mit jedem Mann aufnehmen können.
Und ich brauche keine erhobenen Zeigefinger und missbilligende Blicke, weil ich froh darum bin eine Frau zu sein und das nicht nur zeigen, sondern auch spüren möchte.
Natürlich hat alles zwei Seiten. Wenn ich Erfolg habe in einem Metier, dass früher Männern vorbehalten war, dann freue ich mich über jedwede Anerkennung und zolle mir selbst den Respekt, den ich zu verdienen meine und scheisse auf dumme Sprüche. Wenn mir ein alter Sack am Tresen sagt, ich bin eine geile Sau, dann dreh ich mich eben um und geh weg und wenn mein Freund mir sagt, ich bin eine geile Sau, dann bin ich wahrscheinlich gerade eine geile Sau. Ich möchte auch nicht immer gleichberechtigt "miteinander schlafen", sondern gelegentlich auch einfach nur gefickt werden.
Ich möchte bitte, dass mir Bauarbeiter weiterhin hinterher pfeifen. Nicht, weil ich das schön finde. Meistens nervt es. Gelegentlich ist es auch eklig und selten auch unheimlich. Aber es gehört für mich zum Großstadtbild, genauso wie der Gestank von Teer und der Anblick bröckelnder Fassaden.
Ich möchte zum Essen eingeladen werden. Nicht immer, aber manchmal.Denn das finde ich schön. Ich bin heilfroh, wenn ein Mann mich Nachts nach Hause begleitet, weil es manchmal gefährlich werden kann in dieser dunklen, großen Stadt und von mir aus auch, weil ich eine Frau bin.
Ich brauch das nicht, aber wenn ein Herr mir die Tür aufhält, dann vielen Dank.
Ich möchte in einer Beziehung mit einem Mann bitte die einzige sein, die schwanger werden kann.
Und ich will heulen und jammern und launisch sein und sowieso jedes existierende Klischee bedienen und dann sagen können, ich darf das, ich bin eine Frau und ich habe meine Tage und sowieso und dann heimlich diabolisch grinsen.
Deswegen kann ich trotzdem noch am nächsten Tag einen Fußboden verlegen und zeigen, wo der Hammer hängt oder ein Kinderklavier in den zweiten Stock tragen, wenn es sein muss. Und nicht alle Frauen heiraten, weil sie von klein auf in Rollen gezwängt und gedrängt wurden, nur von diesem einen Tag zu träumen und nur diese eine Möglichkeit zu sehen. Manche tun es wegen einer Staatsbürgerschaft oder weil es mit Kindern so einfacher ist. Andere, und das ist der beste Grund überhaupt, einfach nur, weil sie Lust dazu haben. Vielleicht habe ich damit so wenig Probleme, weil ich als Kind wie ein Junge aussah und nur Fußball gespielt und mich geprügelt habe und erst recht spät die Vorzüge des Mädchenseins erkannt habe. Ich weiss es nicht.
Aber wenn ich all diese Artikel lese, beschleicht mich das unheimliche Gefühl, dass es bald keine Freude mehr am Frau sein geben wird. Alle immer in Angriffsposition, immer auf der Lauer, da könnte ja was sexistisch sein, um dann vor lauter Misstrauen gar nicht mehr aufrecht und selbstbewusst zu zeigen, was sie eigentlich sind: Nämlich Frauen. Zum Glück. Ich glaube, dass auch zwischen zwei geilen Titten enorm viel Emanzipation stecken kann. Und ich hoffe, dass das so bleibt. | Zwischen zwei geilen Titten | http://www.neon.de:80/artikel/sehen/gesellschaft/zwischen-zwei-geilen-titten/997527 |
zwiebelfrisch | 1,323,042,840 | 801,240 | sehen | http://www.neon.de/user/zwiebelfrisch | gesellschaft | Jetzt, kurz vor dem Abgang will ich dir noch etwas sagen, bin mir aber nicht sicher ob du es verstehst. Wir werden wohl keine Freunde mehr... | Zweitausendelf,
Du Arschloch. Montagmorgen, den 5.12
Du bist alt geworden und liegst nun auf dem Sterbebett der Geschichtsschreibung. Und jetzt wo du alt und grau bist, bringe ich den Heroismus auf, dir direkt zu sagen, wie sehr du mich angewidert hast.
Ich hatte mir wirklich mehr von dir versprochen. So eine Primzahl als Jahreszahl. Aber du warst eine Zimtzicke. Wie alle Primzahlen unbeugsam und störrisch.
Nach der friedlichen Abdankung des altgewordenen Greises 2010, der ja wirklich nicht so der Bringer war, legte man in dich große Hoffnung. Du warst zwar ein Debütant in der Jahreszahlenbranche, hattest aber dafür auch keine großen Aufgaben zu bewältigen. Es galt weder eine WM, noch eine EM zu gewinnen und Bundestagswahlen standen auch nicht an. Stattdessen die Traumhochzeit des Jahrhunderts, ach, was sage ich, des Jahrtausends - Catherine Elizabeth „Kate“ Middleton und ihr Prinz Traumgemahl-Kotz. Dies hatte dein Vorgänger noch bekanntgegeben und du durftest die Früchte ernten.
Du konntest nur gewinnen - oder zumindest nicht verlieren. Aber von Anfang an warst du ein Unruhestifter - wie Primzahlen eben so sind. Gleich zu Beginn deiner Amtszeit fingen die Menschen in vielen arabischen Staaten an, auf die Straße zu gehen und gegen ihre Machthaber zu demonstrieren. Viele waren dir auch deshalb sehr zu Dank verpflichtet. Aber selbst dieser „arabische Lenz“ war nicht auf deinem Mist gewachsen. Nein, auch das war dein Antezessor 2010, der am Ende seiner Regentschaft damit in Tunesien begonnen hat. Es folgten Unruhen und Demonstrationen in Ägypten, Libyen, Algerien, Bahrain, Syrien und dem Jemen. Und in Libyen wurde dieser sympathische Onkel gelyncht. Wie so oft vor dir in der Geschichte. Und wie sooft in der Geschichte titelten großbuchstabige Tageszeitungen, wie unmenschlich es sei, aus dem toten Gesicht Kapital zuschlagen - inklusive dem Foto besagten Gesichtes.
Du warst lediglich ein Nachmacher - ein „Plagiadist“. Aber ausgerechnet in deiner Amtszeit muss ein anderer Plagiadist, Karl Theodor Horst Kai Uwe Schieß-Mich-Tot von und zu Guttenberg abdanken, weil er „etwas“ abgeschrieben hat. Ein Zyniker bist du also auch noch.
Und überhaupt, was hast du eigentlich wirklich bewerkstelligt?
Selbst zu einer Sonnenfinsternis hat es nur partiell gereicht. Und dass bei vier Versuchen weltweit. Aber immerhin mehr als beim Sommer - den hast du ja komplett gestrichen. Aus Kostengründen vermute ich. Dafür haben wir mit Winfried Kretschmann den ersten grünen Ministerpräsidenten. Vermutlich wegen des Unglückes im japanischen Kernkraftwerk Fukushima. Wobei du auch hier von 1986 abgekupfert hast. Anderthalb Monate vor dem 25. Anniversar von Tschernobyl.
Und weil du ja so anders sein wolltest, hast du auch nicht die deutsche Frauenfußballnationalmannschaft zum gefühlten 12. Mal gewinnen lassen, sondern eben die Japanerinnen. Vielleicht hat sich aber auch nur keiner herangewagt, bei diesen Becquerel-Zahlen. In ihrem Land wurden sie gefeiert und heiliggesprochen. Ein Anderer wurde am 1. Mai seliggesprochen: Nein, nicht „Papa Razzi“ sondern, Papst Johannes Paul II. Für manche deutlich zu früh. Aber du wolltest ja keine Zeit verlieren und wie schon bei William und Kate hast du dir alle medialen Großereignisse unter den Nagel gerissen. Wenigstens hast du bei einem anderen medialen Event - der Oscarverleihung - einen meiner Lieblingsfilme „
Inception
“ gleich mit vier Oscars bedacht. Leider nur in technischen Kategorien.
Sowieso: Haben nicht einiger deiner Vorgänger versprochen, in naher Zukunft würde die Oscarverleihung durch islamistische Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt werden? OK, dafür mache ich dir jetzt echt keinen Vorwurf. Deine Vorgänger haben auch viel geschwafelt. Das Baumsterben und dass man 1,2 Milliarden Jahre lang keine Pilze aus mitteleuropäischen Wäldern mehr essen kann, haben sich als genauso haltlos erwiesen, wie die Behauptung, im Jahre 2010 würde ein frühmorgendlicher Spaziergang zum Bäcker in Skandinavien ausreichen, um Sonnenbrand im Gesicht zu bekommen. „Ach das Ozonloch - also ich habe noch keins gesehen.“
Aber zurück zu dir, Zweitausendelf. Dass du den Gartenrotschwanz zum Vogel, den Roten Gitterling zum Pilz und Rosmarin zum Gewürz des Jahres gemacht hast, sei dir nochmal verziehen. Die Äsche zum Fisch des Jahres zu wählen und das nicht durch eine Ichthyologenvereinigung oder Naturbund, sondern durch den „Verband deutscher Sportfischer“ ist schon mehr als zynisch. Aber das lieben wir ja an dir. Ich wette, eine Menge Menschen werden am 31.12. deinen Abgang feiern. Ich werde nicht unter denen sein, denn auf 2012 freue ich mich keinesfalls mehr. Das wird doch auch wieder so ein Mimöschen.
„Ich bin ein Schaltjahr. Ich bin was ganz Besonderes. Fass mich nicht an!“
Und Mitte des Jahres heißt es: „Ihr hattet aber auch eine schwere Gruppe bei der EM und Dänemark war sowieso schon immer der Geheimfavorit.“
Nein, ich will gleich 2013.
Ich will 2013, weil keine Frau ihren Mann an einem 13.13.2013 heiraten wird.
Und umdrehen kann man es auch nicht. 31.02.2013. Schade eigentlich.
Ich will 2013, weil ich bestimmt das ganze 2012 zum Verdauen von dir, Zweitausendelf, brauchen werde.
Ich will 2013, weil ich Jahre liebe, wo wir uns nicht auf den dritten Platz in einem Sportturnier was einbilden können.
Ich will 2013, weil ich Schaltjahre hasse.
Ich will 2013, weil ungrade Zahlen sexy sind.
Ich will 2013, weil ich diesen Maya zeigen will, dass nur, weil ein Kalender aufhört, die Welt nicht untergeht.Wenigstens bliebe mir dann der Weihnachtsstress erspart.
Ich will 2013, weil ich keiner Jahreszahl mehr vertraue, die nicht aus vier verschiedenen Ziffern besteht - zuletzt 1987.
Ich will 2013, weil ich da an einem Samstag Geburtstag habe.
Also Zweitausendelf, wir werden wohl keine Freunde mehr werden.
Ruhe in Frieden
ps: Warum hat Euch das Jahr 2011 gefallen oder nicht gefallen?
Schreibt es hier drunter in die Kommentare!
Tags: abrechnung, 2011, dies & das | Ruhe in Frieden | http://www.neon.de:80/artikel/sehen/gesellschaft/ruhe-in-frieden/801240 |
frau.von.ungefaehr | 1,416,410,640 | 1,462,150 | kaufen | http://www.neon.de/user/frau.von.ungefaehr | reise | „Große Gefühle unterscheiden sich, in dem wie sie sich bemerkbar machen, eigentlich kaum in ihrer Intensität.“ | Schwadroniert Milan laut
auf dem Klo sitzend durch die offene Tür. „Es macht doch kaum einen
Unterschied, ob ich aus Weltschmerz oder vor Euphorie heulen oder lachen muss, Bauchkrämpfe
bekomme oder“ – ein schallender Furz, durch die Kloschüssel akustisch verstärkt,
wummert Merle ans Trommelfell – „Mist, hab vergessen, wie der Satz weitergehen
soll, wo war ich?“
Merle rollt mit den Augen wirft die Klotür zu und verabschiedet
sich von Milan. Die Liebe zu ihm wird in Merles Hirn zu einem Remix aus
Erinnerungsloops. Der beginnt ganz hübsch mit der Episode als sie in ihrem Bett
lagen und Milan von Zeit zu Zeit mit dem Zeigefinger in die Luft stach und „Schon
wieder eine“ murmelte. Die unsichtbaren Sternschnuppen, auf die er dann immer
zeigte, waren leider nicht dazu geeignet, Wünsche zu erfüllen. Im Wissen darum,
sprach Merle dann auch immer falsche Wünsche aus. Wünsche, von denen sie dachte,
sie passten in die Situation oder Milan freue sich, sie zu hören oder aus Lust,
bestimmte Wörter auszuprobieren. Einmal ausgesprochen, schon verwirkt.
In Gedanken hatten sie damals lange darüber diskutiert, ob
falsche Sternschnuppen falsche Wünsche beeinflussen könnten. Wobei schon das
Wort „falsch“ nicht stimmte, denn die Schnuppen, auf die Milans Zeigefinder
immer gewiesen hatte, waren ja nicht nur falsch sondern obendrein
nicht existent.
Immer wenn es Winter wurde, und den ganzen Tag der Ofen
bollerte, so dass abends kaum mehr Sauerstoff übrig war, war ihre Liebe am
schönsten. Hauptsächlich, weil sie weitestgehend im Liegen stattfand. Da waren
die Sternschnuppen, da waren Milans wilde Locken und Merles Wüstenträume, hervorgerufen
durch die trocken-heiße Luft im Zimmer. Von draußen hörte man abends Käuzchen
schreien und Hunde bellen. Nirgends waren die Nächte dunkler.
Sommer hatte es mit Milan irgendwie nie gegeben. Keine
Urlaube in zu kleinen Autos und noch kleineren Zelten. Kein Meer, kein See,
keine Schwüle, keine Hitzegewitter- mit Milan war immer Herbst oder besser noch
Winter. Eisige beißende Kälte und Bratäpfel mit Vanillesoße. Und ein stickiges
überheiztes Zimmer.
Im November, wenn die Tage grauer nicht werden konnten und
der Zenit der Sonne mittags schon unbemerkt überschritten war, flohen zahllose sterbende
Schmetterlinge ins Haus. Man wusste nie, ob sie zum Licht flogen, oder von der
Wärme reanimiert waren. Aber jedenfalls flatterten sie ohrenbetäubend laut
durchs Zimmer, ließen sich kaum nieder, sahen schön aus, wenn sie kurz die
Flügel auf der Reispapierlampe ausbreiteten. Und flatterten schon weiter bevor
man sich die Flügelmuster näher ansehen konnte.
Eine Zeit lang versuchte Milan sie zu fangen und mit
Stecknadeln und auf dünne Styroporplatten zu spießen. Merle befremdete diese
Grobschlächtigkeit. Sie ließ die Schmetterlinge in Ruhe. Wusste, dass ihr
hektisches Flügelschlagen früher oder später, aber auf jeden Fall noch vor dem
dritten Advent, tödlich enden würde.
Dann lagen überall diese zerbrechlichen Leichen auf den
Dielen. Manchmal zertraten sie aus Versehen eine und versteckten sich dann
wieder tagelang im Bett. Die Grabschändung war trotzdem irreversibel. Und es
dauerte dann immer ewig, bis sich die beiden gegenseitig wieder beruhigen
konnten. Da halfen dann auch keine Sternschnuppen mehr. Ob sie nun existierten
oder nicht.
Wütend über sich selbst, dass sie dem Einfallstor der
Erinnerung nichts entgegenzusetzen hatte, schlang sie wild entschlossen,
diesmal wirklich zu gehen, den Schal um ihren dünnen Hals. Sollte Milan doch
ins Klo fallen, unsichtbare Sternschnuppen fangen und den Ofen alleine nochmal
anheizen. Merle focht das nicht mehr an. Der Frühling würde bald anbrechen.
Urlaube würden kommen. In zu kleinen Autos. Stickige Wüstenluft würde sie
atmen. Und endlich echte Sternschnuppen zählen. In Gedanken formulierte sie
schon einmal die Wünsche, übte schon einmal die Worte und schmeckte schon den Klang
dieser Wünsche, die sie dann ganz zu sich allein in den Sommerhimmel flüstern
würde. | The Scream Of The Butterfly | http://www.neon.de:80/artikel/kaufen/reise/the-scream-of-the-butterfly/1462150 |
zuckerhorn | 1,457,278,680 | 1,564,612 | fuehlen | http://www.neon.de/user/zuckerhorn | liebe | Wenn ich doch nur mit ein bisschen Mut die gefühlte Nähe zu dir upgraden könnte | Ich wollte nur mal eben Sprudel kaufen im Supermarkt um die Ecke. Aber ich habe es nicht ausgehalten, ich bin danach nicht nach Hause gefahren. Ich bin zu dir gefahren. Eine ganze Stunde durch die Dunkelheit, in der alles so viel schöner scheint.
Ich wollte flüchten. Vor all den Fragen, die so in meinem Kopf umherschwirren. Vor all den Menschen, die mich hin und wieder enttäuschen. Vor den dunklen Seiten, die ich an mir nicht mag.
Ich wollte zu dir, zu dem Ort, an dem ich ich selbst sein konnte, mein Zuhause. Wir haben gelacht, geweint und uns angeschwiegen. Im Großen und Ganzen war das aber alles ziemlich okay. Wir hatten ja uns, das war das Wichtigste.
Ich war etwas angespannt, als ich die Schilder deiner Stadt sehen konnte. Als ich schließlich in deiner Straße parkte, machte sich eine heimelige Ruhe breit. Selbst als ich mit meinen Fingern über deine Klingel streifte, fühlte ich mich wohl.
Und dennoch schaffte ich es nicht zu klingeln, das letzte bisschen Mut wollte sich einfach nicht auftreiben lassen. Ich konnte endlose Kilometer für dich umher fahren, aber diese eine letzte Hürde konnte ich nicht nehmen.
Ich blieb noch eine Weile, wandelte in deiner Straße umher, immer dein erleuchtetes Fenster im Blick. Ich fühlte mich wohl, wusste ich doch, dass du ganz in meiner Nähe warst.
Ich hoffe ich finde wieder den Mut. Den Mut, ganz ich selbst sein zu können. Damit wir uns wieder nah sein können, nicht nur in der Nähe.
Tags: nah sein, fern sein, zwischen Freundschaft und Liebe | Gefühlte Nähe | http://www.neon.de/artikel/fuehlen/liebe/gefuehlte-naehe/1564612 |
Patrick_Bauer | 1,226,537,040 | 662,804 | fuehlen | http://www.neon.de/user/Patrick_Bauer | sex | NEON hat eine große Sex-Umfrage in Auftrag gegeben. Erkennt Ihr euch in den Ergebnissen? Und: Was ist das Besondere am Sex unserer Generation? | Geile Generation | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/sex/geile-generation/662804 | |
Pinzepu | 1,253,432,640 | 669,558 | freie-zeit | http://www.neon.de/user/Pinzepu | computer-internet | Was wären wir heute nur ohne das Internet? – Ein Beitrag zur Diskussionsanregung. | Ich habe gestern mit einer Freundin geskypt, die ich seit längerer Zeit nicht mehr gesehen oder gesprochen hatte. Ich hab mich gefreut, dass wir es endlich – trotz beidseitigem Termin-Stress – schaffen konnten für eine Weile so zu reden, als wären wir wieder im Studium und säßen in unserer Lieblingskneipe.
Wir hatten beide ein Bier vor uns und sie erzählte mir von ihrem Traum eine Kneipe zu eröffnen, wo genau das möglich sein soll, was wir beide gerade hier tun. Eine Kneipe, in der PCs mit Headsets bereit stehen und Leute kommen, um gemütlich Bier zu trinken und per Konferenzschaltung mit ihren Freunden zu reden, die sie so kaum noch zu Gesicht bekommen.
In Zeiten der Globalisierung und des verstärkten Kampfes um Arbeitsplätze ist es vollkommen normal dass die Freunde von einst oder auch von heute nicht mehr mal eben so erreichbar sind. Mit Skype, ICQ, MSN, Facebook, Twitter etc. ist es aber kein Problem trotzdem in Kontakt zu bleiben.
Zusätzlich ist es auch nicht mehr unbedingt notwendig sich mit der realen Welt auseinanderzusetzen. Man nimmt die alten Freunde mit in die neue Welt, die neue Stadt, das neue Leben. Nichts muss sich verändern, alles bleibt beim Alten. Doch ist das wirklich so?
In der Neon-Ausgabe vom Mai 2009 gab es einen Artikel über Einsamkeit von Menschen, die wegen des Job in eine neue Stadt zogen. Trotz des Internets und den verschiedenen Möglichkeiten den Kontakt aufrecht zu erhalten: Am Wochenende sind die meisten dann doch lieber feiern anstatt vor dem PC zu hocken. Das ist der Zeitpunkt, wo man sich eingestehen muss, dass man vielleicht doch ein wenig allein ist.
Aber auch hier hilft das Internet dank diverser Blogs, Foren, Chats und sonstiger Kommunikationsplattformen. Ich habe mich – momentan selbst in der Situation der neu zugereisten – dabei erwischt, wie ich Samstag Abends alle zur Verfügung stehenden Kanäle zur Kontaktaufnahme offen hatte: ICQ, Skype, Facebook, Neon, MSN.
Man lernt über das Internet neue, teilweise auch verrückte, Menschen kennen. Man plaudert, man tauscht sich aus, manchmal verliebt man sich auch. Dank des Internets braucht man nicht mehr wirklich vor die Tür gehen und versuchen „da draußen“ „echte“ Menschen kennenzulernen.
Auch im Arbeitsalltag werden die virtuellen Kommunikations-Netzwerke immer wichtiger. Da gibt es Konzern-Wikis, Konzern-Tagging, Konzern-Live-Messenger und Plattformen für den gegenseitigen Wissensaustausch. Wer da nicht als Unternehmen mitzieht, verliert wichtige Wissens-Ressourcen – so die Botschaft von Stefan Schmidt, Kaufmännischer Direktor des Berliner Institutes of Electronic Business.
Man kann sich also diesem Sog des Web 2.0 und seiner Kommunikationsformen gar nicht entziehen. Verlagern sich die Kontakte und Freundschaften der Zukunft sowieso einfach mehr aufs Virtuelle und diese Entwicklung ist ganz normal?
Vielleicht ist die Vision meiner Freundin gar nicht so abwegig. Vielleicht kommunizieren wir in Zukunft alle nur noch ausschließlich über diverse Kommunikations-Plattformen. Es wäre eine andere Art der Freundschaft und eine andere Lebensform. Zwangsläufig auch eine schlechtere? | Freundschaft 2.0 | http://www.neon.de:80/artikel/freie-zeit/computer-internet/freundschaft-2-0/669558 |
QueenOfSwing | 1,298,834,640 | 679,000 | fuehlen | http://www.neon.de/user/QueenOfSwing | liebe | Freunde,Liebe, Warten,Leben. | Freunde
Das ist was wir uns nennen
Doch was ist wenn das nicht alles ist?
Liebe
Das ist was ich will
Doch was ist wenn es mit dir nicht geht?
Warten
Das ist was ich immer tue
Doch was ist wenn ich irgendwann nicht mehr kann?
Leben
Das ist was ich will
Doch was ist wenn es mit dir nicht geht?
"Wichtige Links zu diesem Text"
http://www.youtube.com/watch?v=TS8NvoMudy8 | Bester Freund. | http://www.neon.de/artikel/fuehlen/liebe/bester-freund/679000 |
WieSieSehnSehnSieNix | 1,322,570,220 | 798,374 | fuehlen | http://www.neon.de/user/WieSieSehnSehnSieNix | liebe | Eine Liste aller Eigenschaften einer potentiellen Partnerin. Bereinigt um die Aspekte, deren Forderung mein "Marktwert" nicht rechtfertigen könnte. | - Weiblich. | Letztlich wünsche auch ich mir eine Freundin - directors cut | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/liebe/letztlich-wuensche-auch-ich-mir-eine-freundin-directors-cut/798374 |
Ekel | 1,317,293,100 | 767,568 | sehen | http://www.neon.de/user/Ekel | gesellschaft | Warum besaufen sich die Leute auf der Wiesn? Welche Funktion hat das kollektive Besäufnis? | Die Wiesn ist ein Megaevent in Bayern und
das bereits seit vielen Jahrzehnten. Die Besucherzahlen der letzten
Jahre belaufen sich regelmäßig im Millionenbereich. Dementsprechend
profitieren finanziell einige zehntausend Menschen von den überteuerten
Preisen in den Zelten und Fahrgeschäften, im Personenverkehr, in Hotels,
bei Stadtrundfahrten usw. Die Beachtung dieses traditionellen
Sauffestes ist weltweit gigantisch. Nun stellt sich schon die Frage
warum diese Wiesn derart groß geworden ist und wieso es derart viele
Menschen gerade in der örtlichen Umgebung dort hin zieht. Die grosse
Menschenmasse, die ein gemütliches Schlendern erschweren, die bereits
angesprochenen saftigen Preise, können ja wohl kaum die Attraktivität
der Wiesn ausmachen. Viele Menschen werfen sich extra für diese
Veranstaltung in hunderte Euro teure Trachten um darin ordentlich einen
über den Durst zu saufen. Warum?
Das regelmäßige kollektive Besaufen steht
für ein grundsätzliches Symptom von Entfremdung in der kapitalistischen
Gesellschaft. Es ist ja nicht nur die Wiesn, die dazu einlädt zu
feiern. Fußballspiele, Weihnachten, Ostern, Silvester, Vatertag,
Geburtstage, die Heirat von selbsternannten Mächtigen und tausende
Clubs, Bars, Pubs, bieten quasi permanent landauf landab die Möglichkeit
sich mit dem Nervengift Alkohol und diversen anderen legalen wie
illegalen Substanzen abzuschießen. Und diese Möglichkeit wird gerne
wahrgenommen. Die Alkoholleichen gehören zum ganz gewöhnlichen Bild auf
der Wiesn und überall in Europa und in der Welt. Offensichtlich scheinen
nicht nur ein paar Millionen auf der Wiesn etwas miteinander zu teilen.
Offenbar teilt die gesamte Weltbevölkerung den Hang sich auszutoben,
sich gehen zu lassen, sich von etwas zurückzuziehen und das gemeinsam
mit Freunden und Fremden zu praktizieren. Viele Menschen sterben
aufgrund des übermäßigen Konsums dieser Drogen. Aber es soll hier nicht
der Zeigefinger erhoben werden, es geht darum die Hintergründe des
Partyhungers der Bevölkerung näher zu beleuchten.
Manipulation und Konditionierung in der Schule und im Beruf, im Sinne der inneren Logik des Systems
Die Art wie wir leben hängt eindeutig mit
der Art zusammen wie wir arbeiten. Den Großteil unseres Lebens
verbringen wir auf der Arbeit. Zuvor haben wir einen Großteil unseres
Lebens damit verbracht, in der Schule die besten Noten zu erhalten. Der
Leistungsdruck und die Prinzipien des Wettbewerbes konnten wir so
verinnerlichen. Ein Großteil der Menschheit identifiziert sich also mit
dem Konkurrenzkampf in der Welt. Die Schwierigkeiten die daraus
hervorgehen sind im Grunde genommen offensichtlich, wenn man einfach mal
hinsieht. So sieht man bereits in der Schule und sicherlich auch aus
eigener Erfahrung von damals, was schlechte Noten mit einem Menschen
anrichten können. Fehlendes Selbstbewusstsein als Folge des
Liebesentzuges durch die Eltern, weil die das Kind nur dann hochjubeln
und offen als wertvoll erkennen, wenn es zum oberen Notenfeld der Klasse
gehört. Natürlich mag es auch tolerante Eltern geben, die ihr Kind
nicht maßregeln, ausschimpfen wenn es den Vorgaben in der Schule nicht
entspricht. Aber wir wissen wie es in der Regel läuft. Es geht
schliesslich „um dein Leben“, „Du lernst für dich, nicht für mich“,
„Wenn Du dich nicht anstrengst, wirst Du dein ganzes Leben unglücklich
sein“. Jeder hat da seine Individuellen Erfahrungen gemacht, wie mit
schlechten Leistungen im elterlichen Haus umgegangen wurde. Die Folgen
sind ähnlich individuell.
Manche Menschen kriegen am Ende noch die
Kurve, schreiben einen Abschluss der sich halbwegs sehen lassen kann.
Andere hingegen werden im Laufe der Zeit zu regelrechten Musterschülern.
Der ganze Rest hat verloren. Die Schule ist eine Institution, die die
Schüler unter Druck setzt. Der Lehrstoff wird innerhalb kürzester Zeit
durchgezogen. Der Lehrplan orientiert sich nicht an der Individualität
der Kinder, sondern an den Vorgaben des Staates, der die Anforderungen
des Marktes im Blick hat. Die Schule trennt die Menschen also von
einander, indem sie via Schulnoten sortiert wer einmal eine wertvolle
Arbeitskraft sein wird und wer weniger wertvoll, also leicht
austauschbar sein wird. Die große Masse wird später eine Ausbildung in
den verschiedenen Betrieben machen und die ganze Brutalität der
Lohnarbeit als Selbstverständlichkeit annehmen. Einige machen eine
akademische Ausbildung und weisen schliesslich jene an, die eine
berufliche bzw. minderwertigere Ausbildung gemacht haben. Der Rest
bleibt in Arbeitslosigkeit oder hangelt sich im Niedriglohnsektor von
einem miesen Job zum nächsten. Nachdem man also als Kind gelernt hat
seine Spontanität und Individualität zurückzustellen, um später einen
Job zu erhalten, von dem sie mehr oder weniger gut leben können,
steigert sich mit der Zeit der Druck, den man aus der Schule kennt. Ganz
still und leise wird man als Auszubildender mit immer mehr und
schwierigeren Aufgaben betraut. Man lernt Verantwortung für das
Unternehmen zu tragen, wie es so schön heisst.
Nach Übernahme in ein befristetes oder
unbefristetes Arbeitsverhältnis steht man also Tag für Tag seinen Mann
oder seine Frau am Arbeitsplatz. Die immer selben Probleme treten auf.
Kunden beschweren sich, Abläufe funktionieren nicht, müssen optimiert
werden, der Chef will Rationalisierungen durchsetzen, Überstunden fallen
an und auch das Privatleben gerät immer mehr unter Druck, weil die
Eltern ihre Unterstützung Stück für Stück zurückziehen, nachdem sie ihr
eigenes Kind fast 2 Jahrzehnte unterstützt haben. Man wird also als ganz
gewöhnlicher Lohnabhängiger mit der Routine konfrontiert, die der
Kapitalismus schon seit Jahrzehnten praktiziert. Millionen von Menschen
kämpfen in den Büros, Baustellen, Lagerhallen dieser Welt um ihren Platz
in der Gesellschaft. Es geht ständig darum die eigene Position im
Unternehmen und damit auch am Markt zu sichern und erfolgreich
auszubauen. Das bedeutet man muss sich als Angestellter gegenüber
anderen Angestellten durchsetzen. Damit sind nicht nur die Kollegen in
der eigenen Firma gemeint, sondern auch die Kollegen in anderen Firmen.
Wenn der Chef Rationalisierungen durchsetzen will, dann um die
Konkurrenz für einige Wochen abzuhängen oder zumindest zu ihr
aufzuschließen. Überstunden sind wie ein Schlag ins Gesicht für die
Konkurrenz, denn die muss da mindestens gleichsetzen, um ihre Anteile am
Markt nicht zu verlieren. Natürlich gibt es effizientere Konzerne, bei
denen das nicht zutrifft, die also ihre Angestellten nicht zu
Überstunden zwingen müssen, damit sie als Konzern am Markt profitabel
sind. Aber es geht hier lediglich um eine vereinfachte pointierte
Darstellung der ökonomischen Normalitäten.
Wenn man also Überstunden schiebt, dann
müssen andere Menschen nachziehen. Wenn ihr Unternehmen die geleistete
Arbeit dann nicht in Profit umsetzen kann, war die Mehrarbeit für den
Arsch und man gehört für diesen Tag oder u.U. für dieses Quartal zu den
Verlierern. Generell wird erst nachdem produziert worden ist, am Markt,
beim Verkaufen und Kaufen von Waren festgestellt, inwieweit die eigene
Arbeitskraft etwas wert ist. Nicht selten kommt es zu Überraschungen. So
können ineffiziente Ausbeuter der Lohnarbeit leicht pleite gehen.
Andersherum können Lohnabhängige die keine Überstunden leisten wollen,
die sich nicht genug für das Unternehmen einsetzen, die nicht flexibel
genug sind, aus dem Unternehmen geworfen werden und durch ein willigeres
Humankapital ausgetauscht werden. Wir haben Millionen Arbeitslose,
daher ist das überhaupt kein Problem und jeder kennt diese Angst
jederzeit rauszufliegen, nicht gut genug zu sein. Man findet diese
Ängste bereits in der Schule. Als Kind glaubt man zu wenig wert zu sein
und das setzt sich schliesslich im Job fort. Man wünscht sich
Anerkennung und die erhält man nur durch Leistung, bzw. Leistung die
gesellschaftlich anerkannt wird. Und diese anerkannte Leistung kann man
vorwiegend nur am Arbeitsplatz erwirtschaften. Arbeitslose sind nichts
wert in dieser kapitalistischen Gesellschaft, sie kosten der
Gesellschaft sogar etwas und dementsprechend minderwertig fühlen sich
Menschen, die von Sozialleistungen abhängig sind. Das ist alles Teil
einer sektenartigen Gesellschaft. So gut wie alle Menschen glauben an
die Arbeit, an die Firma, an den Staat, der all diese Zustände
gesetzlich legitimiert und jeden einzelnen von uns in den Schulen
indoktriniert hat, genau so zu denken, zu fühlen und zu handeln.
Was hat das mit der Wiesn zutun?
Wenn man also aus dem Großteil seines
Lebens die Erfahrung gemacht hat, dass man nur dann etwas wert ist wenn
man Leistung am Arbeitsplatz bringt und das die Anerkennung oftmals viel
zu gering ausfällt, beziehungsweise oft nur ihren Ausdruck in der
monatlichen Überweisung findet. Dann fühlt man sich schlecht. Dann fühlt
man sich minderwertig. Dann glaubt man immer zu wenig zu liefern, zu
wenig zu sein. Daraus bilden sich bei tausenden Menschen psychische
Störungen. Es ist mittlerweile allgemein bekannt, dass Millionen von
Menschen unter Depressionen und Burnout leiden. Sie fühlen sich
chronisch minderwertig und haben chronisch zuviel gearbeitet. Ich
unterstelle das sie aufgrund dieser Minderwertigkeitsgefühle und dem
Konkurrenzkampfwahn an den nationalen und internationalen Märkten so
empfinden und gehandelt haben. Sie sind aufgrund des Kapitalismus und
diesem Staat und nahezu allen anderen Staaten weltweit dazu getrieben
worden, sich und andere Menschen zu zerstören. Nachdem sie zehntausende
Stunden im Job den Anforderungen und Vorgaben entsprochen haben und sie
oft übererfüllt haben, fühlen sie sich immer noch nicht glücklich. Auch
finden die Anforderungen und Vorgaben vom Markt in Form des Arbeitgebers
kein Ende. Wer will, der kann 200 Jahre arbeiten und wird selbst danach
immer noch jede Menge aufgebürdet bekommen. Denn das Kapital hat immer
eine Aufgabe für seine überlebenswichtige, wertschöpfende Kreatur,
namens Lohnabhängiger.
Man stellt sich also zurück wenn man im
Job tätig ist. Nur ganz wenige Menschen gehen in ihrem Beruf auf, lieben
den Stress, die Routine, die Beschimpfungen der Kunden, die
Schwierigkeiten in den Abläufen und die stetig steigenden Anforderungen
und Vorgaben am Arbeitsplatz. Viele nehmen diese ganzen Zustände als
Normalität hin. Sobald psychische oder physische Schwierigkeiten
aufkommen, sehen sie das Problem bei sich selbst und nicht der Art und
Weise wie Arbeit in dieser Gesellschaft organisiert wird. Um diese
Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen oder ihnen vorzubeugen, wird in
der sogenannten Freizeit der Ausgleich gesucht. In der Freizeit wollen
die Menschen so sein wie sie wirklich sind. Nur hier dürfen sie auch so
sein wie sie sein wollen. Sie müssen hier nicht profitabel tätig sein,
auch wenn viele Freizeitaktivitäten mittlerweile exakt diesen Charakter
angenommen haben. Sport ist da ein sehr gutes Beispiel. Der
Konkurrenzcharakter ist dort extrem im Vordergrund. Jeder will der Beste
sein und sich profilieren, Anerkennung ergattern. Anerkennung die man
im Beruf oder in der Schule nur ungenügend gefunden hat. Und genau diese
Mentalität, die dem Konkurrenzdenken in der Firma bzw. am Arbeitsplatz
entspringt, findet sich selbst im Konsum wider. Wer kann sich welche
Produkte leisten? Wer kann am meisten Alkohol trinken?
Die Wiesn ist also einerseits eine
Möglichkeit sich zu profilieren. Man kann sich die teure Maß leisten und
man kann auch etliche davon trinken, ohne gleich kotzen zu müssen. Das
soll das andere Geschlecht bzw. generell alle Menschen beeindrucken.
Dabei ist es nur Ausdruck von Entfremdung. Entfremdung ist ein Begriff
den Karl Marx und Erich Fromm gebraucht haben. Es geht mir in diesem
Zusammenhang darum zu zeigen, warum die Wiesn für viele Menschen so
wichtig ist. Denn andererseits erhält man nämlich als entfremdeter
Lohnabhängiger bei solchen Events, wie der Wiesn, die Möglichkeit sich
den Verwertungslogiken, die mittlerweile in fast allen Lebensbereichen
wirken, für wenige Stunden zu entziehen. Es gibt nämlich neben der
Möglichkeit sich beim Saufen zu profilieren, auch die Möglichkeit sich
abzuschießen und damit nicht mehr so zu funktionieren, wie es die
Gesellschaft seit der Kindheit an von den Individuen traditionell
verlangt. Ich habe also Verständnis für die Alkoholleichen, für die
Suchtprobleme in dieser Gesellschaft. Sie sind ein klares Symptom und
Indiz für eine Gesellschaft voller Individuen die „im Falschen“ (Adorno)
lebt. Dennoch lösen die Individuen ihre Schwierigkeiten nicht, wenn sie
jede Möglichkeit wahrnehmen, sich abzuschießen oder sich beim Konsum
von Waren zu profilieren.
Die Atomisierung der Individuen findet
durch den vom Staat und dem Kapital organisierten Konkurrenzkampf an den
Arbeitsplätzen, in den diversen Konzernen und Branchen weltweit statt.
Nahezu alle Menschen konkurrieren gegeneinander um einen Bruchteil der
Profite, um damit ihre grundlegenden Bedürfnisse zu befriedigen. Die
Bedürfnisse der Menschen blockieren sich also gegenseitig, weil nur so
die Profitmaximierung stattfinden kann. Nur gewerkschaftliche
Organisierung, Generalstreiks, die darauffolgende Steigerung der
Kenntnisse bezüglich der ökonomischen Widersprüche, Zerstörungen und der
damit einhergehenden Ausbeutung, Entfremdung und Unterdrückung, die
Abschaffung des Kapitalismus und des Staates, kann diese Zustände, die
den eigentlichen Bedürfnissen der arbeitenden Masse entgegenstehen,
nachhaltig abschaffen. Die tatsächlichen Bedürfnisse des Menschen sind
mit dem Kauf von Waren nicht vollständig zu befriedigen. Zwar erhalten
die Massen eine gewisse Sättigung, denn die Qualität der Produkte im
Einzelhandel oder der Unterhaltungsindustrie konnten in den letzten
Jahrzehnten, auch durch die Steigerung der Produktivität, ständig
verbessert werden. Doch fühlen sich viele Menschen einsam, wie eine Maus
im Laufrad, also ständigem Druck, Zwängen und Vereinnahmungen
ausgesetzt. Zivilisationskrankheiten machen seit Jahrzehnten die Runde.
Millionen sind nachwievor von den Reichtümern der Gesellschaft
ausgeschlossen. Darunter auch die Menschen in Afrika, ganz akut in
Somalia, die zu tausenden tagtäglich ihr Leben lassen müssen, nur weil
sie für die grundlegendsten Bedürfnisse, die hierfür nötigen
finanziellen Mittel nicht aufbringen können.
Die Revolutionen und Revolten in
Nordafrika sollten uns in Deutschland, Europa und generell in den
gesamten Industrienationen dazu aufrütteln, eine Weiterentwicklung der
politischen und wirtschaftlichen Organisierung voranzutreiben. Denn der
Parlamentarismus, die Vertreterschaft in der Politik, die Ausbeutung der
Ware Arbeitskraft bzw. Ware Mensch, ist nicht im Interesse unserer
eigentlichen Bedürfnisse und Individualität. Wir treten tagtäglich mit
dem Antritt in Schule und Beruf, unsere eigene Identität mit Füßen, wir
blockieren die Entfaltung unserer Persönlichkeit, wie die Persönlichkeit
aller Individuen weltweit. Was uns seelischen Qualen aussetzt und
letztlich an den Bodengrund einer Alkoholflasche führt. Wir sollten
saufen wenn wir wirklich etwas zu feiern haben. Wenn tausende tagtäglich
verhungern, Millionen Arbeitslos sind, Milliarden in Lohnarbeit
versklavt sind und nur eine Minderheit von all diesen Zuständen
parasitär profitiert, dann haben wir nicht zu saufen und zu feiern,
sondern dagegen zu kämpfen! Wir müssen uns solidarisieren, organisieren
und darüber reflektieren wie wir als Gemeinschaft leben wollen! | Wer braucht das Oktoberfest? | http://www.neon.de:80/artikel/sehen/gesellschaft/wer-braucht-das-oktoberfest/767568 |
xany | 1,181,823,540 | 649,647 | fuehlen | http://www.neon.de/user/xany | psychologie | „Liebe mich!“, schrie ich ihm innerlich entgegen, „Liebe mich!“ und behielt dabei meinen apathischen Gesichtsausdruck bei. | Ich fühlte mich der Energien überschüssig.
Nachts war ich auf und schrieb, tagsüber widmete ich mich meiner Lektüre oder der körperlichen Ertüchtigung. Allabendlich lag ich wach im Bett und starrte apathisch an die weiße Decke. Ich dachte an die Zeile aus einem bekannten Elektrolied: „Fuck the pain away“.
Draußen goss es in Strömen. Es war etwa gegen 23 Uhr, der Himmel war in ein tiefes, dunkles Blau getaucht, und die Regentropfen erkannte ich lediglich an den sich vor meinem Fenster befindlichen, altehrwürdigen Laternen. Bereits seit Wochen war es schwül, die Gewitter warteten lediglich darauf, nachts zu entbrechen.
Auf der Straße herrschte Totenstille, als hätte sie ihre Seele verloren. Es war angenehm mild.
Plötzlich, mit einem Ruck, erhob ich mich von meinem Bett. In meinem Zimmer schien nur die kleine, aber grelle Lampe auf meinem Nachttisch. Ich schaute mich um: meine klassischen, dunklen Holzmöbel, mein antiker Globus, meine abertausenden von Büchern; all sie waren in Starrheit verfallen. Ich war das, was sich bewegte, und was sich bewegen musste.
Schleunig zog ich meine Regenjacke über, den Rest hatte ich bereits an. Ein kurzer, überprüfender Griff in die Taschen versicherte mir, dass Schlüsselbund und Portemonnaie sich noch immer in selbigen befanden. Ich löschte das Licht und begab mich auf meinen Weg. Ich wusste, wo ich hinzugehen hatte. Ich lief zügig zum nächsten Bahnhof, in mir ein gewaltiger Drang, auf meinen Bestimmungsort zuzusteuern. Mein Ziel war die Proskauer Straße 60.
Auf dem Gleis angekommen, wartete ich keine Minute auf den nächsten Zug. Neben mir noch ein paar vereinzelte Menschen auf der vereinsamten Plattform. Natürlich wusste ich, dass meine Idee verrückt war, ich wusste es sogar ganz genau, aber was meine innersten Bedürfnisse betraf, so konnte ich nicht weitermachen, ohne sie erfüllt zu sehen, oder die Gewissheit zu haben, es zumindest versucht zu haben.
Die Bahn ratterte über den Ring. Man sah in der Fensterscheibe nur sich selbst, nichts von der alten, ehrwürdigen Stadt. Ich war mir sicher bei dem, was ich tat, und trotzdem bildete sich in mir ein leichtes Unbehagen, eine Angst. Ich fühlte mich einsam und verlassen, war mir aber dennoch der Tatsache bewusst, dass ich das jetzt musste allein durchstehen.
S-Bahnhof Frankfurter Allee. Der Regen hatte aufgehört, ich stieg anmutig die Treppen hinunter, hinein in die Rigaer Straße. Wieder kreuzten vereinzelte Gestalten meinen Weg. In dieser Stadt war man eben doch nie allein.
Wir hatten uns nur einmal gesehen, wir hatten eine Nacht lang Sex, und doch waren meine Gedanken von ihm bestimmt. Ich dachte nicht im Traum daran, was hätte passieren können. Mir kam es gar nicht in den Sinn, dass er hätte fort sein können oder vielleicht im Schlaf sich befand. Ich wusste noch nicht einmal seinen Nachnamen, aber ich wusste, wo ich hinzugehen hatte. Zu ihm.
Proskauer Straße 60. Ich stand vor seinem Haus. In zwei Wohnungen brannte noch Licht. Zaghaft klingelte ich bei einem Haushalt, dessen Name mir sympathisch erschien. Nichts geschah. Ich klingelte bei einem nächsten. Es rührte sich nichts. Ich atmete zwei Mal tief durch. Mein Herz pochte unaufhörlich schnell.
„Komm rein“, sagte er, und öffnete mir dir Tür. Da stand er. Vor mir. Er trug ein weißes T-Shirt mit schwarzer Aufschrift, dazu eine bequeme Jeans. Er sah müde aus.
„Was tust du hier? Um diese Uhrzeit…“ Es klang wie ein Vorwurf. Ich wusste, er musste am nächsten Morgen zur Arbeit und nach wenig Schlaf würde ihm ein langer Tag bevorstehen. Ich fühlte mich sofort schlecht, wenn ich auch ahnte, dass er mich mit diesen Fragen nur testen wollte.
„Aber, ich freue mich, dich zu sehen, ganz ehrlich. Ich bin nur etwas…überrascht.“
Dann schauten wir uns für eine Weile an. Ich stand noch immer in seiner Tür. Er zog mich an sich heran und küsste mich. Erst zärtlich, dann fordernder. Er zog die Tür hinter sich zu und steuerte mit mir geradewegs auf sein Schlafzimmer zu.
Die Uhr schlug zwölf, der Regen war verjährt, draußen roch es angenehm frisch und erdig.
Der Sex war perfektionistisch, aber ohne Gefühl. Ich spürte, dass er mir keinerlei Empfinden entgegenbrachte, so sehr ich auch darauf wartete, vollkommen darauf ausgestellt war. Ich war ein hungriges, gieriges Wesen, welches mit Nähe und Liebe gefüttert werden wollte. Doch ich blieb ungesättigt. Ich sah ihm in die Augen, versuchte irgendetwas darin zu sehen. Etwas für mich. Nichts.
Ich war einem Menschen so nah wie nur überhaupt möglich, gleichwohl fühlte ich mich einsam und verlassen.
„Liebe mich!“, schrie ich ihm innerlich entgegen, „Liebe mich!“ und behielt dabei meinen apathischen Gesichtsausdruck bei.
So viel hatte ich mir von diesem zweiten Treffen erhofft und tatsächlich gingen meine Illusionen der vergangenen Tage in Erfüllung, wurde eine vermeintlich wunderschöne Geschichte für mich weitererzählt. Dahingegen war ich unzufrieden und innerlich zutiefst unbefriedigt. Meine Vorstellung von ihm und dieser Nacht, sie war mit so vielen schönen Dingen bespickt, die nun alle ineinander zerfielen. Der Traum war verpufft und ich leer.
Ich wusste, ich würde ihn nie wieder sehen. In voller Kälte und Halbherzigkeit waren wir auseinander gegangen. | Fuck the pain away | http://www.neon.de:80/artikel/fuehlen/psychologie/fuck-the-pain-away/649647 |
Subsets and Splits
No community queries yet
The top public SQL queries from the community will appear here once available.